„Im Klos­ter ver­su­che ich, die Trau­er zu ver­ar­bei­ten!“

Sie­ben Jah­re nach dem Tod sei­ner ge­lieb­ten Hil­de

Das Neue - - KRAFT -

Da staun­ten die Schwes­tern im baye­ri­schen Al­to­müns­ter nicht schlecht, als es auf ein­mal an der Pfor­te klopf­te. Chor­lei­ter Gott­hilf Fi­scher (87) gönn­te sich in der Ab­ge­schie­den­heit der Ab­tei ei­ne Aus­zeit. „Im Klos­ter su­che ich Ru­he und Kraft“, sagt der Mu­si­ker. „Hier ver­su­che ich, die Trau­er um mei­ne Frau zu ver­ar­bei­ten!“

Fast 60 Jah­re wa­ren er und Hil­de († 89) ver­hei­ra­tet, ehe sie 2008 starb. „Ich hat­te viel Glück im Le­ben“, ge­steht er. „Doch das Bes­te, was mir pas­siert ist, war, mei­ner Hil­de zu be­geg­nen.“

Um­so schmerz­vol­ler war vor über sie­ben Jah­ren der Tod sei­ner ge­lieb­ten Ehe­frau. Die Mu­sik mit sei­nen Chö­ren nahm ihm an­fangs das Leid und lenk­te ihn vom Schock ab. Doch um end­gül­tig über den tra­gi­schen Ver­lust hin­weg­zu­kom­men, zog sich der be­lieb­te Mu­si­ker ins Klos­ter zu­rück.

Und tat­säch­lich geht es ihm wie­der bes­ser. „Ich füh­le mich be­freit und ha­be vie­le Plä­ne“, ver­rät er. „Ich wer­de am 11. Fe­bru­ar zwar 88 Jah­re, aber ge­sund­heit­lich bin ich wie­der in bes­ter Ver­fas­sung. Ich bin fit und wer­de wei­ter mit mei­nen Chö­ren durch die Welt rei­sen und den Leu­ten Freu­de brin­gen. Das hät­te auch mei­ne lie­be Hil­de ge­wollt!“Wie schön, dass er po­si­tiv in die Zu­kunft schaut!

der Je­den Mor­gen be­such­te

in der Künst­ler den Got­tes­dienst klos­ter­ei­ge­nen Ka­pel­le. Spa­zier­gang nach dem Mit­tag­es­sen. „Die fri­sche Luft tut Kopf und See­le gut“, ver­rät er. Prio­rin Apol­lo­nia (60) be­grüßt den pro­mi­nen­ten Gast. Nach vie­len Trä­nen hat Gott­hilf Fi­scher sein La­chen wie­der­ge­fun­den: „Mir geht es end­lich gut.“ Die Schwes­tern im Bir­git­ta-Klos­ter Al­to­müns­ter freu­en sich, dass der Star ih­nen bei der Ap­fel­ern­te zur

Hand geht. „Ich hel­fe, wo ich kann“,

sagt er.

Haus­ar­beit ist für Gott­hilf Fi­scher kein Pro­blem: Selbst bü­geln kann er wie ein Pro­fi.

Ein­fach, aber aus­rei­chend. Das Zim­mer des Sän­gers hat al­les, was er braucht, um sich wohl­zu­füh­len.

In­ter­es­sier­ter Gast: Klos­ter-Di­rek­tor Jörg Fehl­ner (37, r.) er­klärt dem Chor­lei­ter die Bau­wei­se der Ab­tei.

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