Ro­ger Wil­lem­sen (†):

Sein Leid soll­te nie­mand se­hen

Das Neue - - DIESE WOCHE IN -

Er sorg­te sich um die Pro­ble­me der Welt, be­trach­te­te kri­tisch die Kon­flik­te in der Po­li­tik. Sein ei­ge­nes Pri­vat­le­ben aber hing Ro­ger Wil­lem­sen nie an die gro­ße Glo­cke. Mit nur 60 Jah­ren ist der Fern­seh­mo­de­ra­tor, Phi­lo­soph und Buch­au­tor an den Fol­gen ei­ner Krebs­er­kran­kung ge­stor­ben. Am En­de zog er sich kom­plett aus der Öf­fent­lich­keit zu­rück – nie­mand soll­te sein Leid mit an­se­hen.

Mehr als 80 Län­der hat der stu­dier­te Ger­ma­nist in sei­nem Le­ben be­reist. „Mein In­ter­es­se nach Neu­em ist sehr groß“, sag­te er über sei­nen ei­ge­nen Ta­ten­drang. Viel­leicht war das auch bei den Frau­en so? Lan­ge Be­zie­hun­gen führ­te er nie, den Weg vor den Trau­al­tar fand er nicht (sie­he links). Er leb­te wohl lie­ber al­lei­ne, so wie er auch starb: Als Ro­ger Wil­lem­sen er­fuhr, dass sich der Krebs klamm­heim­lich in sei­nen Kör­per ge­fres­sen hat­te, zog er sich völ­lig zu­rück. „Vor dem Tod ha­be ich kei­ne Angst“, er­zähl­te der re­de­ge­wand­te Au­tor in ei­nem In­ter­view. „Wie soll­te ich auch Angst vor et­was ha­ben, von dem ich nichts weiß.“

Die letz­ten Mo­na­te sei­nes Le­bens ver­brach­te er in sei­ner Wahl­hei­mat Wen­torf bei Ham­burg. Hier fühl­te sich der ge­bür­ti­ge Bon­ner seit Jah­ren zu Hau­se. In sei­ner Woh­nung wid­me­te sich der ewi­ge Jung­ge­sel­le bis zu­letzt dem, was ihn am meis­ten fas­zi­nier­te: dem Le­sen und Schrei­ben von Bü­chern. „Das ge­hört für mich zu den größ­ten Glücks­zu­stän­den. Und das Rei­sen“, sag­te er ein­mal.

Sei­ne letz­te Rei­se hat Ro­ger Wil­lem­sen lei­der viel zu früh an­tre­ten müs­sen.

„Das Le­sen und Schrei­ben ge­hört für mich zu den größ­ten Glücks­zu­stän­den“

In sei­ner Kar­rie­re in­ter­view­te er mehr als 2000 Per­sön­lich­kei­ten. Dar­un­ter war 1997 auch der ehe­ma­li­ge so­wje­ti­sche Staats­prä­si­dent Mich­ail Gor­bat­schow (84, l.). Ro­ger Wil­lem­sen galt als ei­ner der klügs­ten Köp­fe in Deutsch­land.

Knapp zwei Jah­re war Bar­ba­ra Au­er (57) die Frau an sei­ner Sei­te. 1995 trenn­te sich das Paar.

Von An­fang 1996 bis 1999

war der Fern­seh­mo­de

ra­tor mit der Schau­spie­le­rin Den­ne­nesch Zou­dé (49)

li­iert. ü

Kurz und hef­tig: Nur we­ni­ge Mo­na­te hielt 1993 die Af­fä­re mit TV-Mo­de­ra­to­rin San­dra Maisch­ber­ger (49).

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