„Ich wer­de für mei­ne Mut­ter sor­gen“

Das Neue - - FA­MI­LI­EN­TAG - Ni­na Fa­ecke

Was, wenn die Liebs­ten im Al­ter krank wer­den? Dar­über macht sich Tan­ja Wed­horn (44) oft Ge­dan­ken.

Im neu­en ZDF-Fern­seh­film „Ma­rie räumt auf“spielt die Wahl-Ber­li­ne­rin ei­ne jun­ge Frau, die Freund­schaft mit der de­men­ten „Gre­ta“(ge­spielt von Ga­by Dohm, 72) schließt. Seit­dem lässt sie ein Ge­dan­ke nicht mehr los … Frau Wed­horn, Sie sind mit 44 in ei­nem Al­ter, in dem man sich even­tu­ell be­reits um die ei­ge­nen El­tern küm­mern muss … Das ist tat­säch­lich ge­ra­de bei mir und in mei­nem Freun­des­kreis ak­tu­ell: Kön­nen die El­tern noch die Trep­pen­stu­fen im Haus ge­hen? Oder brau­chen sie ei­ne Woh­nung mit Auf­zug? Wie ist das bei Ih­ren El­tern? Mein Pa­pa ist vor acht Jah­ren ge­stor­ben, mei­ne Ma­ma lebt in un­se­rer Hei­mat Wit­ten. Es ist ein gro­ßes Glück, dass mei­ne Schwes­ter di­rekt ge­gen­über wohnt, ein­mal durch den Gar­ten, dann ist sie da. Ma­chen Sie sich trotz­dem manch­mal Sor­gen? Mei­ne Ma­ma ist fit, aber auch schon über 70. Mei­ne El­tern wa­ren im­mer für mich da. Kei­ne Fra­ge: Wenn mei­ne Mut­ter mich ei­nes Ta­ges braucht, wer­de ich für sie sor­gen. Das ver­ste­he ich un­ter Fa­mi­lie. Sie ha­ben zwei Söh­ne. Ein drit­tes Kind, wä­re das was? Wenn ich 38 wä­re, wür­de ich sa­gen: Na klar! Aber tat­säch­lich ist es doch so: Ich bin 44, ha­be zwei ge­sun­de Kin­der, mein Mann und ich rei­sen be­ruf­lich viel. Da ist die Ent­schei­dung ge­fal­len. Sind Sie schon mal mit De­menz in Be­rüh­rung ge­kom- men, so wie in Ih­rer neu­es­ten Rol­le als „Ma­rie“? Mei­ne Oma war in den letz­ten zwei Jah­ren ih­res Le­bens ein biss­chen de­ment. Sie frag­te mich manch­mal, wie vie­le Män­ner denn ge­ra­de auf dem Dach­bo­den schla­fen, weil sie dach­te, wir sei­en im Krieg. Das war ko­misch und tra­gisch zugleich. Aber sie ist 94 Jah­re alt ge­wor­den, ein schö­nes Al­ter, fin­de ich. Wie schafft der Film „Ma­rie räumt auf“die Ba­lan­ce zwi­schen ernst­haft und fröh­lich? Beim Le­sen des Dreh­buchs ha­be ich die gan­zen letz­ten Sei­ten durch­ge­heult. Und dann muss­te ich aber im­mer wie­der un­ter Trä­nen la­chen. Der Film hält sehr schön die Waa­ge zwi­schen be­rüh­ren­den Mo­men­ten in der Freund­schaft der bei­den Frau­en und lus­ti­gen Ele­men­ten. Wie war die Zu­sam­men­ar­beit mit Ga­by Dohm? Fan­tas­tisch! Ga­by ist toll. Für sie ist es nicht das Wich­tigs­te, wie ih­re Haa­re sit­zen oder von wel­chem De­si­gner ihr Ko­s­tüm ist. Ihr geht es um das ge­mein­sa­me Spie­len. De­menz, mal zum La­chen, mal zum Wei­nen – das klingt ein biss­chen nach „Ho­nig im Kopf“. Kei­ne Angst, dass sich Til Schwei­ger be­schwert? Ich weiß nicht, wann die Idee zu un­se­rem Dreh­buch ent­stan­den ist, ob vor­her oder nach­her. Aber wenn Herr Schwei­ger sich be­schwe­ren möch­te, dann kann er sich ja ger­ne bei mir mel­den.

Sie war der Star der ers­ten Te­le­no­ve­la im deut­schen TV: Tan­ja Wed­horn, die Ti­tel­hel­din in „Bi­an­ca – We­ge zum Glück“.

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