Der Schla­ger

Es geht auf­wärts – die Le­bens­freu­de steigt

Das Neue - - MUSIKALISCHE ZEITREISE -

Der Krieg ist vor­bei und es geht auf­wärts. Lang­sam wird das Da­sein wie­der bun­ter. Und es wächst das Fern­weh nach Ur­laub, Sand und Meer – nach dem Le­ben!

Ru­di Schu­ri­cke und Re­né Ca­rol ha­ben die­se Sehn­sucht zu Ge­hör ge­bracht: Für ih­re Hits „Ca­pri-Fi­scher“und „Ro­te Ro­sen“be­ka­men sie nach dem Zwei­ten Welt­krieg Gol­de­ne Schall­plat­ten – die ers­ten, die in der Nach­kriegs­zeit ver­lie­hen wur­den. Auch Fred­dy Quinn sang 1963 von Fern­weh. Und da­von, dass in der Hei­mat im­mer je­mand war­tet: „Jun­ge, komm bald wie­der“wur­de zum Ohr­wurm ei­ner gan­zen Ge­ne­ra­ti­on.

Bill Ha­ley

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Theo Lingen

Lys As­sia

Ca­te­ri­na Va­len­te

Sie spricht sechs Spra­chen, in 12 hat sie ge­sun­gen: Ca­te­ri­na Va­len­te (85) wur­de in Pa­ris als Toch­ter ita­lie­ni­scher El­tern ge­bo­ren. In den 50ern und 60ern ein ech­ter Su­per­star, lebt sie jetzt zu­rück­ge­zo­gen in der Schweiz und in den USA. 1958 spiel­te sie mit Bill Ha­ley († 56) in dem Film „Hier bin ich – hier bleib ich“. Mehr als Schau­spie­ler be­kannt, hat­te Theo Lingen mit „Der Theo­dor im Fuß­ball­tor“aus dem gleich­na­mi­gen

Film ei­nen Hit. Der ge­bür­ti­ge Han­no­ve­ra­ner starb 1978 im Al­ter von 75 Jah­ren an Krebs. Be­er­digt

ist er in sei­ner Wahl­hei­mat Wi­en.

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1950 kam ihr Durch­bruch aus trau­ri­gem An­lass: Lys As­sia (91) sang

erst­mals in ei­nem Rund­funk­kon­zert „O mein Pa­pa“. Un­ter den Zu­hö­rern ihr tod­kran­ker Va­ter, der in der­sel­ben Nacht ver­starb.

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Jupp Schmitz

o Mit „Das ma­chen nur die Bei­ne von Do­lo­res“star­te­te er 1951 ei­ne un­ver­gleich­li­che Kar­rie­re: Pe­ter Alex­an­der († 84) hat­te 38 Top­Ten-Hits in Deutsch­land.

Auf sei­nem Gr­ab­stein steht: „Am Ascher­mitt­woch ist al­les vor­bei“– so heißt sein er­folg­reichs­tes Lied. Jupp Schmitz († 90) frag­te 1949 au­ßer­dem noch: „Wer soll das be­zah­len?“

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Pe­ter Alex­an­der

Vi­co Tor­ria­ni

„Kal­kut­ta liegt am Gan­ges“wuss­te Vi­co Tor­ria­ni 1960. Nie­mand sang so schön wie der ge­bür­ti­ge Schwei­zer! Er er­wach­te 1998 im Al­ter von 77 Jah­ren nicht mehr aus ei­nem Mit­tags­schlaf.

Mar­got Es­kens

40 Mil­lio­nen Ton­trä­ger ver­kauf­te Mar­got Es­kens (76). „Ti­ri­tom­ba“(1956)

und „Cin­dy, oh Cin­dy“(1957) konn­te fast je­der mit­sin­gen. Heu­te lebt sie am

Wör­t­her­see.

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Das Ha­zy Os­ter­wald Sex­tett „Und sie tan­zen ei­nen Tan­go, Ja­cky Brown und Ba­by Mil­ler.“Er­in­nern Sie sich noch an den „Kri­mi­nal­tan­go“1959? Das „Ha­zy Os­ter­wald Sex­tett“in­ter­pre­tier­te das Lied am er­folg­reichs­ten.

Aus­druck ei­ner neu­en Le­bens­freu­de: Con­ny Fro­boess (72) sang sich mit „Zwei klei­ne Ita­lie­ner“in al­ler Her­zen. Auch im Film war sie äu­ßerst er­folg­reich. Heu­te spielt sie Thea­ter und lebt mit ih­rem Mann im Inn­tal in den Ost­al­pen.

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Ru­di Schu­ri­cke wur­de nach sei­ner Kar­rie­re Ho­te­lier und be­trieb ei­nen Wasch­sa­lon. Sein Come­back 1970 wur­de jäh un­ter­bro­chen: 1973 er­lag er mit 60 Jah­ren ei­nem Ge­hirn­schlag.

Er ließ die Frau­en­her­zen hö­her­schla­gen: Fred­dy Quinn (84) war ein Idol. Nach dem Tod sei­ner Frau Lil­li Bless­mann († 89) zog er sich völ­lig aus der Öf­fent­lich­keit zu­rück, lebt seit­dem in Ham­burg, der Schweiz oder an­de­ren Tei­len der Welt.

o ü Der Er­folg war sein Ver­häng­nis: „Ich war ver­rückt nach Au­tos, Al­ko­hol und Frau­en!“, sag­te Re­né Ca­rol über sich. Er starb kurz vor sei­nem 58. Ge­burts­tag

an Darm­krebs. Git­te und Rex Gil­do: „Vom Stadt­park die La­ter­nen“war ihr größ­ter Hit. Git­te (69) singt noch heu­te, Rex Gil­do († 63) nahm sich 1999 durch ei­nen Sprung aus dem Fens­ter das Le­ben. Er hat­te im­mer da­mit zu kämp­fen, dass er mein­te, sei­ne Ho­mo­se­xua­li­tät nicht of­fen le­ben zu dür­fen. o Sie war die ers­te Sän­ge­rin, die ei­ne Dia­man­te­ne Schall­plat­te be­kam. Doch pri­vat fand Da­li­da († 54, „Am Tag, als der Re­gen kam“) kein Glück: Zwei Le­bens­ge­fähr­ten be­gin­gen Selbst­mord, und sie litt an psy­chi­schen Pro­ble­men. 1987 nahm die Pa­ri­se­rin ei­ne Über­do­sis Schlaf­ta­blet­ten.

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Fred­dy Quinn

Rex Gil­do

Ru­di Schu­ri­cke

Git­te Ha­en­ning

Re­né Ca­rol

Da­li­da

Con­ny Fro­boess

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