Me­di­zin:

Nur ei­ne Ohn­macht oder ist mein Le­ben be­droht ? Oft sind es Un­fäl­le, die erns­te Fol­gen ha­ben kön­nen

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Kopf-Ver­let­zung – wann wird es ge­fähr­lich?��������������

Bei ei­nem Ski-Un­fall in den fran­zö­si­schen Al­pen im De­zem­ber 2013 prall­te For­mel-1-Welt­meis­ter Micha­el Schu­ma­cher (47) mit sei­nem Kopf ge­gen ei­nen Fel­sen – so hef­tig, dass selbst sein Helm ihn nicht mehr schüt­zen konn­te. Der Ex-Renn­fah­rer er­litt ein schwe­res Schä­del-Hirn-Trau­ma. Doch was ge­nau ge­schieht bei solch

ei­ner schwe­ren Form des Trau­mas im Kopf?

Schä­del- Hirn-Trau­ma

Auf­grund äu­ße­rer Ge­walt­ein­wir­kung auf den Kopf (Sturz, Zu­sam­men­prall, Schlä­ge oder Stö­ße) kommt es zu Blu­tun­gen und Flüs­sig­keits­an­la­ge­run­gen im Ge­hirn. Gera­de dort sind sie sehr ge­fähr­lich: Denn weil das Ge­hirn von der Schä­del­de­cke um­schlos­sen wird, er­zeugt je­de Schwel­lung Druck. Und da­durch nimmt die Sau­er­stoff-Ver­sor­gung im Ge­hirn ab. Die Fol­ge: Ge­sun­des Ge­we­be wird be­schä­digt, im schlimms­ten Fall ge­hen wich­ti­ge Hirn­funk­tio­nen ver­lo­ren. Be­trof­fe­ne sind nach dem Trau­ma an­hal­tend be­wusst­los (ko­mat­ös). Durch chir­ur­gi­sche Ein­grif­fe kön­nen Ärz­te ver­su­chen, den Druck zu min­dern. Zu­sätz­lich wer­den ab­schwel­len­de Me­di­ka­men­te ver­ab­reicht. Ob und in wel­chem Zu­stand der Pa­ti­ent wie­der aus dem Ko­ma er­wacht ist nicht vor­her­seh­bar.

Hirn- Er­schüt­te­rung

Es gibt auch die leich­te Form des Schä­del-Hirn-Trau­mas, die um­gangs­sprach­lich als Ge­hirn­er­schüt­te­rung be­zeich­net wird. Da­bei ist die Funk­ti­on der Ner­ven­zel­len im Ge­hirn nach ei­nem Schlag oder Stoß ge­gen den Kopf vor­über­ge­hend ge­stört. Die Er­schüt­te­rung äu­ßert sich zu­meist durch Kopf­schmer­zen, Schwin­del oder auch Übel­keit und Er­bre­chen. Ei­ni­ge Pa­ti­en­ten ver­lie­ren das Be­wusst­sein für we­ni­ge Mi­nu­ten.

The­ra­pie: Um an­de­re Er­kran­kun­gen aus­zu­schlie­ßen, soll­te man mit ei­ner Ge­hirn­er­schüt­te­rung im­mer ins Kran­ken­haus. Ärz­te ver­ord­nen in un­kom­pli­zier­ten Fäl­len fünf bis sechs Ta­ge Bett­ru­he. Bei aus­rei­chen­der Scho­nung klin­gen die Sym­pto­me da­bei meist von al­lein ab.

Die Ge­hirn­prel­lung

Bleibt je­mand län­ger als ei­ne St­un­de be­wusst­los, han­delt es sich ver­mut­lich um ei­ne Ge­hirn­prel­lung. Die­se ent­spricht ei­nem mit­tel­schwe­ren bis schwe­ren Schä­del-Hirn-Trau­ma: Das Ge­hirn stößt in­fol­ge von Ge­walt­ein­wir­kung an den Kno­chen.

Mög­li­che Fol­gen sind Läh­mun­gen, epi­lep­ti­sche An­fäl­le, Ver­lust des Riech­ver­mö­gens oder Sprach­stö­run­gen. Pa­ti­en­ten mit ei­ner Hirn­prel­lung müs­sen im Kran­ken­haus in­ten­siv­me­di­zi­nisch be­treut wer­den. Dort wird der Hirn­druck re­gel­mä­ßig kon­trol­liert. Ent­wäs­sern­de Maß­nah­men beu­gen ei­ner le­bens­be­droh­li­chen Druck-Er­hö­hung vor. Ein ope­ra­ti­ver Ein­griff wird not­wen­dig, wenn Blu­tun­gen im Ge­hirn oder un­ter der har­ten Hirn­haut fest­ge­stellt wer­den.

Schlag­an­fall

Hirn­blu­tun­gen wer­den nicht nur durch Ge­walt­ein­wir­kun­gen von au­ßen ver­ur­sacht. Auch ei­ne so­ge­nann­tes Aneu­rys­ma kann der Grund sein. Da­bei han­delt es sich um ei­ne Schlag­ader (Ar­te­rie), die an ei­ner ört­lich be­grenz­ten Stel­le er­wei­tert ist. In die­sem Ge­fäß­ab­schnitt bil­det sich ei­ne dau­er­haf­te Aus­buch­tung, die wie ein Säck­chen aus­sieht. Ent­steht ein Aneu­rys­ma an den Hirn­ge­fä­ßen, kann es ei­nen Schlag­an­fall aus­lö­sen. Denn das Ge­fähr­li­che ist: Aneu­rys­men wer­den oft nicht be­merkt – bis sie ei­nes Ta­ges plat­zen. Dann kommt es zu Blu­tun­gen im Ge­hirn und stei­gen­dem Druck.

Sym­pto­me: Plötz­lich auf­tre­ten­der, ex­tre­mer Kopf­schmerz, To­des­angst. Be­trof­fe­ne müs­sen so­fort in die Kli­nik. Bei Hirn­ver­let­zun­gen wird die Dia­gno­se mit Hil­fe ei­ner Com­pu­ter-To­mo­gra­fie (CT) des Kop­fes ge­stellt. Ge­naue­re Be­fun­de lie­fern Ma­gnet­re­so­nanz-To­mo­gra­fie (MRT) oder An­gio­gra­fie.

Im Hirn­stamm-Be­reich kön­nen schon klei­ne­re Blu­tun­gen töd­lich

sein. Tre­ten sie in an­de­ren Re­gio­nen auf, ist ein Über­le­ben

oh­ne Schä­den mög­lich.

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