Steu­er­er­klä­rung als Rent­ner?

Läs­ti­ger Pa­pier­kram Auch nach dem En­de des Be­rufs­le­bens hört er oft nicht auf. Mit un­se­ren Tipps be­wäl­ti­gen Sie ihn spie­lend!

Das Neue - - DIESE WOCHE IN -

Vie­le äl­te­re Men­schen freu­en sich: Bis zum 1. Ju­li wer­den die Renten stei­gen (knapp 4,4 Pro­zent im Wes­ten, rund 5 Pro­zent im Os­ten). Doch da­nach steht wo­mög­lich das Fi­nanz­amt auf der Mat­te und ver­langt Geld. Wir ver­ra­ten, wer zah­len muss und wie Sie da­bei trotz­dem Geld spa­ren kön­nen.

Wen be­trifft es?

Rund 70 000 Rent­ner müs­sen 2016 erst­mals ei­ne Steu­er­er­klä­rung ab­ge­ben, denn durch die Er­hö­hung liegt der steu­er­pflich­ti­ge Teil ih­rer Be­zü­ge plötz­lich über dem Gr­und­frei­be­trag. Im ver­gan­ge­nen Jahr lag der Gr­und­frei­be­trag bei 8472 Euro (Le­di­ge) bzw. 16 944 Euro (Ver­hei­ra-

te­te). In die­sem Jahr sind es 8652 Euro für Le­di­ge und 17 304 Euro für Ver­hei­ra­te­te. Wer dar­über liegt, muss ei­ne Steu­er­er­klä­rung aus­fül­len. Ru­he­ständ­ler zah­len bis zu ei­nem Jah­res­ein­kom­men von 13 469 Euro (Ehe­leu­te: 26 938 Euro) zwi­schen 1,0 und 7,2 Pro­zent Ein­kom­mens­steu­er. Bei 13 470 Euro bis 52 881 Euro sind es 7,2 bis 26,5 Pro­zent.

Wie hoch der steu­er­lich re­le­van­te An­teil Ih­rer Ren­te ist, hängt vom Jahr Ih­res Ren­tenEin­tritts ab. Er steigt kon­ti­nu­ier­lich: Wer 2005 oder frü­her in Ren­te ge­gan­gen ist, muss 50 Pro­zent sei­ner Ren­te ver­steu­ern, ab 2010 sind es schon 60 Pro­zent und seit 2015 gar 70 Pro­zent. Wie viel Geld Sie tat­säch­lich zah­len, hängt aber auch da­von ab, wie viel ab­setz­ba­re Aus­ga­ben Sie an­ge­ben kön­nen. Bei den „Haus­halts­na­hen Di­enst­leis­tun­gen“et­wa wer­den 20 Pro­zent ab­setz­ba­rer Aus­ga­ben bis 4000 Euro di­rekt von der Steu­er­schuld ab­ge­zo­gen. Dar­un­ter fällt z. B. der Lohn der Haus­halts­hil­fe. Auch 20 Pro­zent an­fal­len­der „Hand­wer­ker­leis­tun­gen“kön­nen ab­ge­zo­gen wer­den – bis zu 6000 Euro.

Falls Ih­re Kin­der noch Ih­ren fi­nan­zi­el­len Rück­halt brau­chen, dür­fen Sie da­für bis zu 8354 Euro pro Jahr un­ter dem Punkt „Un­ter­stüt­zung von Be­dürf­ti­gen“ab­set­zen.

Oft kön­nen Sie so­gar Ge­sund­heits­kos­ten ab­set­zen, die im Al­ter ja meist stei­gen. In­fra­ge kom­men bei­spiels­wei­se Kran­ken­haus­auf­ent­hal­te, teu­re Me­di­ka­men­te, Zahn­er­satz oder Bril­len. Sol­che Aus­ga­ben wer­den vom Fi­nanz­amt als „au­ßer­ge­wöhn­li­che Be­las­tun­gen“an­er­kannt, wenn sie ei­ne ge­wis­se Gren­ze über­schrei­ten und Sie mit­tels Ver­ord­nung ei­nes Arz­tes oder Heil­prak­ti­kers de­ren Not­wen­dig­keit nach­wei­sen.

Soll­ten Sie steu­er­pflich­tig sein, sam­meln Sie al­le Be­le­ge am bes­ten schon im Ver­lauf des Jah­res. He­ben Sie sie nach den ver­schie­de­nen Pos­ten sor­tiert in ei­nem Ak­ten­ord­ner oder in ei­ner spe­zi­el­len Kis­te auf. Dann macht die Steu­er­er­klä­rung am En­de nicht mehr so viel Ar­beit. Ih­nen stei­gen die vie­len Zah­len den­noch über den Kopf? Un­ter­stüt­zung fin­den Sie beim Lohn­steu­er­hil­fe-Ver­ein (www.vlh.de) oder in Form spe­zi­el­ler Steu­erSoft­ware (ab ca. 35 Euro über den Buch­han­del er­hält­lich, z. B. Tax­man 2015 für Rent­ner & Pen­sio­nä­re von Lex­wa­re).

Ja­na Sti­e­ler

Wie viel muss ich zah­len?

Was kann ich ab­set­zen?

Mit gu­ter Or­ga­ni­sa­ti­on sind die Bö­gen schnell

aus­ge­füllt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.