In den schwers­ten St­un­den ist er ganz al­lein

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Und auf ein­mal legt sich über das ei­ge­ne Le­ben der Schlei­er des Ver­ges­sens! Schwe­rer Schick­sals­schlag für Lothar Späth: Der be­lieb­te Po­li­ti­ker ist an De­menz er­krankt. Selbst al­te Freun­de er­kennt der 78-Jäh­ri­ge nicht mehr.

Seit ei­ni­gen Mo­na­ten wird der ehe­ma­li­ge Mi­nis­ter­prä­si­dent von Ba­den-Würt­tem­berg in ei­nem Pfle­ge­heim bei Stutt­gart be­treut, weil er den All­tag nicht mehr al­lei­ne be­wäl­ti­gen konn­te. En­de 2013 hat­te sich sei­ne Frau Ur­su­la (78) nach 51 Ehe­jah­ren von ihm ge­trennt und war von Leon­berg nach Stutt­gart ge­zo­gen. Das Po­li­ti­ker-Le­ben hat­te die Lie­be auf­ge­fres­sen. „Mei­ne Frau hat die grö­ße­ren Op­fer ge­bracht“, sag­te er da­mals. „Sie hat für mich ih­ren ge­lieb­ten Be­ruf als Aus­lands­kor­re­spon­den­tin auf­ge­ge­ben.“

Nun ist Lothar Späth in sei­ner dun­kels­ten St­un­de ganz al­lei­ne mit ei­ner Ver­gan­gen­heit, die von Tag zu Tag mehr ver­schwimmt. Die letz­ten Er­in­ne­run­gen, die er noch hat, kann er nicht mal mehr mit der Frau tei­len, die da­mals an sei­ner Sei­te war.

De­men­zDra­ma

Von 1978 bis 1991 war Lothar Späth Mi­nis­ter­prä­si­dent

von Ba­denWürt­tem­berg.

An­ge­se­he­ner

Fach­mann: An­ge­la Mer­kel (61) und Ed­mund Stoi­ber (74, r.) schätz­ten die Mei­nung des Schwa­ben, der den Spitz­na­men „Cle­ver­le“trug.

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