Er kämpft bis zum bit­te­ren En­de

… und sei­ne Söh­ne hel­fen ihm nicht

Das Neue - - TRAGÖDIE -

War­um tut er sich das noch an? Hel­mut Kohl zieht im Streit ge­gen sei­nen Bio­gra­fen He­ri­bert Schwan (71) al­le Re­gis­ter. Der Alt-Kanz­ler ver­klagt den Au­tor auf fünf Mil­lio­nen Euro und kämpft bis zum bit­te­ren En­de. Und sei­ne Söh­ne hel­fen ihm da­bei nicht.

Seit Jah­ren liegt der 85-jäh­ri­ge Po­li­ti­ker mit sei­nem ehe­mals en­gen Ver­trau­ten in ei­nem Rechts­streit. 2001 und 2002 hat­te He­ri­bert Schwan mit Hel­mut Kohl über 600 St­un­den im Kel­ler des Kanz­ler-Bun­ga­lows in Lud­wigs­ha­fen-Og­gers­heim ver­bracht. Mit­hil­fe der da­bei ent­stan­de­nen Ton­band-Auf­nah­men soll­te der Jour­na­list die Bio­gra­fie des CDU-Man­nes ver­fas­sen. Doch 2009 kam es zwi­schen den Freun­den zum Zer­würf­nis. Nach­dem das Ober­lan­des­ge­richt Köln die Ver­wen­dung der Zi­ta­te un­ter­sag­te, will der schwer kran­ke Ex-Po­li­ti­ker nun ei­ne Ent­schä­di­gung in Mil­lio­nen-Hö­he von Au­tor und Ver­lag.

Doch noch viel bit­te­rer als die­ser neue Rechts­streit wird für Hel­mut Kohl die Tat­sa­che sein, dass sich auch jetzt nie­mand au­ßer sei­ner Ehe­frau Mai­ke (51) um ihn küm­mert. Die Be­zie­hung zu den Söh­nen Wal­ter (52) und Pe­ter (50) ist zer­stört.

Die bei­den la­gen zwar auch mit He­ri­bert Schwan im Streit, aber ih­rem Va­ter zur Sei­te ste­hen tun sie nicht. An­ge­sichts sei­ner doch recht an­ge­schla­ge­nen Ge­sund­heit soll­te sich Hel­mut Kohl viel­leicht lie­ber dar­um küm­mern, sich end­lich mit sei­nen ei­ge­nen Söh­nen aus­zu­spre­chen und zu ver­söh­nen. Denn ir­gend­wann wird es da­zu un­wie­der­bring­lich zu spät sein – und das könn­ten al­le be­reu­en.

Hel­mut Kohl ist seit 2008 mit Mai­ke KohlRich­ter (51) ver­hei­ra­tet. Die Söh­ne Pe­ter (l.) und Wal­ter ha­ben kei­nen Kon­takt mehr zu ih­rem Va­ter. He­ri­bert Schwan klag­te sich von In­stanz zu In­stanz. Oh­ne Er­folg. Mehr als 100 Zi­ta­te in sei­nem 2014 er­schie­ne­nen Buch „Ver­mächt­nis – Die Kohl-Pro­to­kol­le“sa­hen die Rich­ter als Ver­trau­ens­bruch an.

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