Rat­ge­ber:

Mein Wil­le soll gel­ten

Das Neue - - DIESE WOCHE IN DAS NEUE - J. Sti­e­ler

Nur je­der vier­te Deut­sche hat ei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung für den me­di­zi­ni­schen Not­fall, ob­wohl 93 Pro­zent die Mög­lich­keit ken­nen. Vie­le ha­ben auch dar­um Hem­mun­gen, sich mit dem The­ma ge­nau­er zu be­fas­sen, weil es an Auf­klä­rung man­gelt. Des­halb er­fah­ren Sie hier das Wich­tigs­te.

Für vie­le Men­schen ist es z. B. ei­ne un­er­träg­li­che Vor­stel­lung, nach ei­nem Un­fall nur noch durch Ap­pa­ra­te am Le­ben er­hal­ten zu wer­den. Wer kei­ne Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung hat, über­lässt sol­che Ent­schei­dun­gen, die zu tref­fen sind, wenn Sie es selbst nicht mehr kön­nen, aber den Ärz­ten. Die An­nah­me, dass die Fa­mi­lie das au­to­ma­tisch über­neh­men darf, ist falsch.

Grund­sätz­lich ist nur ei­ne schrift­li­che Ver­fü­gung gül­tig. Steht al­ler­dings ei­ne Be­hand­lung un­mit­tel­bar be­vor, kön­nen

War­um ist die­se Ver­fü­gung über­haupt so wich­tig?

Was muss ich dar­in wie ge­nau fest­hal­ten?

Sie Ih­re Wün­sche auch noch münd­lich äu­ßern. Wi­der­ru­fen dür­fen Sie je­der­zeit münd­lich oder mit ein­deu­ti­gen Zei­chen.

Der op­ti­ma­le An­fang für ei­ne Ver­fü­gung: „Ich (Na­me, Ge­burts­tag, Adres­se) be­stim­me hier­mit Fol­gen­des für den Fall, dass ich mei­nen Wil­len nicht mehr bil­den oder ver­ständ­lich äu­ßern kann.“Be­schrei­ben Sie so de­tail­liert wie mög­lich, für wel­che Si­tua­tio­nen die Ver­fü­gung gel­ten soll und wel­che Be­hand­lung Sie dann wün­schen, zum Bei­spiel: „Wenn ich mich im End­sta­di­um ei­ner un­heil­ba­ren, töd­li­chen Krank­heit be­fin­de, auch wenn der To­des­zeit­punkt noch nicht ab­seh­bar ist (Si­tua­ti­on), wün­sche ich kei­ne le­bens­ver­län­gern­den Maß­nah­men, die über ei­ne Blut­trans­fu­si­on hin­aus­ge­hen (Be­hand­lung).“Le­gen Sie zum Bei­spiel fest, wel­che Me­di­ka­men­te Sie wün­schen oder ab­leh­nen und ob Sie ei­ne künst­li­che Er­näh­rung oder Wie­der­be­at­mung er­lau­ben. Na­tür­lich kön­nen Sie nicht je­de er- denk­li­che Si­tua­ti­on ge­dank­lich vor­weg­neh­men, des­we­gen ist es gut, wenn Sie auch ein paar Zei­len zu Ih­ren Wert­vor­stel­lun­gen oder re­li­giö­sen Über­zeu­gun­gen hin­ein­schrei­ben. So kön­nen Ärz­te und Be­treu­er leich­ter in Ih­rem Sin­ne ent­schei­den. Wich­tig: Die Unterschrift am En­de nicht ver­ges­sen.

Wei­te­re Tipps zum Ver­fas­sen ei­ner Pa­ti­en­ten­ver­fü­gung so­wie ei­ne Bro­schü­re mit Bei­spiel­tex­ten fin­den Sie un­ter www.bmj.de auf den In­ter­net-Sei­ten des Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums. Dort gibt es auch In­for­ma­tio­nen zur Vor­sor­ge­voll­macht und Be­treu­ungs­ver­fü­gung. Sie grei­fen eben­falls, wenn Sie Ih­ren ei­ge­nen Wil­len nicht mehr äu­ßern kön­nen und sind des­halb eben­so wich­tig. Da sie aber an­de­re Le­bens­be­rei­che be­tref­fen, müs­sen sie se­pa­rat ver­fasst wer­den.

Wo be­wah­re ich das Schrift­stück si­cher auf?

Sie soll­ten leicht Zu­gang da­zu ha­ben. No­tie­ren Sie den Auf­be­wah­rungs­ort und tra­gen Sie die No­tiz in Ih­rer Brief­ta­sche im­mer bei sich. Ih­re An­ge­hö­ri­gen oder auch an­de­re Ver­trau­ens­per­so­nen soll­ten Sie di­rekt in­for­mie­ren, wo Sie Ih­re Ver­fü­gung auf­be­wah­ren. Wer si­cher ge­hen will, hin­ter­legt sie (ca. 13 Eu­ro) beim Zen­tra­len Vor­sor­ge­re­gis­ter (im In­ter­net: www.vor­sor­ge­re­gis­ter. de). Hier er­hal­ten Ge­rich­te je­der­zeit so­fort Aus­kunft.

Wün­sche schrift­lich fest­hal­ten – das gibt Si­cher­heit.

Gül­tig wird die Ver­fü­gung erst mit Ih­rer Unterschrift.

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