Rat­ge­ber: Wie fin­de ich ein gu­tes Se­nio­ren­heim?

Die Aus­wahl ist groß – des­we­gen ist es wich­tig, vor der Ent­schei­dung ge­nau zu über­le­gen, wie man le­ben möch­te

Das Neue - - KÖNIGSTAG - J. Sti­e­ler

Der Ge­dan­ke, in ein Heim zu zie­hen, macht vie­len äl­te­ren Men­schen zu schaf­fen. Da­bei gibt es Vor­tei­le: Be­treu­ung rund um die Uhr, schnel­le Hil­fe im Not­fall, or­ga­ni­sier­te Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten und Kon­tak­te mit Gleich­ge­sinn­ten. Und die Ent­las­tung der An­ge­hö­ri­gen trägt oft da­zu bei, dass die mit­ein­an­der ver­brach­te Zeit har­mo­ni­scher ver­läuft. Wich­tig ist nur, dass das Heim zu sei­nen Be­woh­nern passt.

Ei­ne Vor­aus­wahl tref­fen

Be­schaf­fen Sie sich zu­nächst In­for­ma­tio­nen über Al­ten­hei­me in Ih­rem be­vor­zug­ten Ein­zugs­ge­biet. Aus­künf­te er­hal­ten Sie zum Bei­spiel un­ter www.pfle­ge.de, bei den Kom­mu­nen, den Wohl­fahrts­ver­bän­den oder, im aku­ten Not­fall, bei den So­zi­al­diens­ten der Kran­ken­häu­ser. Wich­tig ist aber nicht nur die ob­jek­tiv mess­ba­re Qua­li­tät, son­dern auch, ob Ih­re in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­se vor Ort er­füllt wer­den kön­nen: Möch­ten Sie et­wa in der Nä­he Ih­rer Fa­mi­lie woh­nen, da­mit die­se Sie häu­fig be­su­chen kann, oder ist es Ih­nen even­tu­ell wich­ti­ger, dass es gu­te Be­schäf­ti­gungs­an­ge­bo­te vor Ort gibt? Was wün­schen Sie sich von der Aus­stat­tung: groß­zü­gig aus­ge­stat­te­te Ge­mein­schafts­räu­me, ei­nen schö­nen Gar­ten, spe­zi­el­le Er­näh­rungs­an­ge­bo­te? Sind Haus­tie­re er­laubt? Soll es ein gro­ßes Heim sein, in dem al­les ge­bo­ten wird, oder lie­ber ein klei­nes Heim, in dem al­les et­was per­sön­li­cher ab­läuft? Wie sieht es mit dem Mit­spra­che­recht von Be­woh­nern und An­ge­hö­ri­gen aus? Dür­fen Sie – et­wa in ei­nem Bei­rat – ak­tiv mit­ge­stal­ten?

Beim Erst­be­such be­ach­ten

Pfle­ge­hei­me, die al­le oder zu­min­dest Ih­re wich­tigs­ten Kri­te­ri­en zu er­fül­len schei­nen, be­su­chen Sie am bes­ten ein­mal per­sön­lich – oh­ne Vor­an­kün­di­gung. Wer kom­mu­ni­ka­tiv ist, kann von Be­woh­nern und Pfle­ge­kräf­ten viel über das Haus er­fah­ren. Sonst hö­ren Sie auf Ihr Bauch­ge­fühl: Ist Ih­nen die At­mo­sphä­re an­ge­nehm? Erst dann ver­ein­ba­ren Sie ei­nen of­fi­zi­el­len Be­sich­ti­gungs­ter­min.

Der Qua­li­täts- Check

In dem Be­ra­tungs­ge­spräch prü­fen Sie dann in­ten­siv das An­ge­bot des Heims: Las­sen Sie sich das Pro­to­koll des Me­di­zi­ni­schen Di­ens­tes der Kran­ken­kas­sen (MDK) zei­gen und se­hen Sie sich an, wie das Heim in ver­schie­de­nen Be­wer­tungs­punk­ten ab­ge­schnit­ten hat, be­son­ders in den Be­rei­chen Pfle­ge und me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Fra­gen Sie un­be­dingt auch nach, wie viel Per­so­nal für wie vie­le Be­woh­ner zur Ver­fü­gung steht. Vie­le Hei­me sind per­so­nell so un­ter­be­setzt, dass es schnell zu Pro­ble­men kom­men kann.

Die Kos­ten­fra­ge

For­dern Sie An­ge­bo­te von den Hei­men an. Die Kos­ten für ei­nen He­im­platz kön­nen bis 3500 Eu­ro pro Mo­nat, in Lu­xus-Ein­rich­tun­gen so­gar noch mehr be­tra­gen. Dem­ge­gen­über steht der Kas­sen-Höchst­satz, der selbst für Schwerst­pfle­ge­be­dürf­ti­ge bei knapp 2000 Eu­ro liegt. Den Rest muss der Be­woh­ner da­zu­zah­len. Wenn das Geld nicht reicht, wer­den der Ehe­part­ner oder die Kin­der zur Kas­se ge­be­ten. Kön­nen die auch nicht zah­len, deckt das So­zi­al­amt die rest­li­chen Kos­ten – aber nicht für ein Lu­xus-Heim.

Sie soll­ten sich gut auf­ge­ho­ben füh­len

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