–Die Wahr­heit über Vit­amin­pil­len

Mi­ne­ral­stof­fe, Spu­ren­ele­men­te und Vit­ami­ne – das Neue klärt auf, wann die Pil­len hel­fen kön­nen und wann Vor­sicht ge­bo­ten ist Oft sind die Kap­seln­über­flüs­sig

Das Neue - - KÖNIGSTAG -

Al­les, was der Kör­per täg­lich braucht, steckt in die­ser ­Pil­le – so lau­ten oft die Ver­spre­chun­gen aus der Wer­bung. Be­son­ders ge­prie­sen wer­den so­ge­nann­te Mul­ti­prä­pa­ra­te. Aber stimmt das wirk­lich? Braucht der Kör­per Nah­rungs­er­gän­zungs­mit­tel? Ak­tu­el­le Stu­di­en zei­gen: We­ni­ger ist oft mehr – teil­wei­se kön­nen Über­do­sie­run­gen so­gar ge­fähr­lich wer­den. Le­sen Sie jetzt, wor­auf es wirk­lich an­kommt.

Vit­amin­prä­pa­ra­te

Vit­ami­ne sind le­bens­wich­tig – für das Im­mun­sys­tem Vit­amin C, für Au­gen und Haut Vit­amin A, und Vit­amin E schützt die Zel­len vor Gift­stof­fen. Die meis­ten von ih­nen kann der Kör­per nicht selbst her­stel­len – sie müs­sen über die Nah­rung auf­ge­nom­men wer­den. In der Re­gel klappt das bes­ser, als man meint: Stu­di­en zei­gen, dass in ei­ner nor­ma­len Misch­kost aus­rei­chend Vit­ami­ne ent­hal­ten sind. Au­ßer­dem ent­hal­ten im­mer mehr Pro­duk­te Ex­tra-Vit­ami­ne – auf die Pil­len kann al­so ver­zich­tet wer­den.

Wich­tig: Lang­fris­tig kön­nen Über­do­sie­run­gen zu Ge­sund­heits­schä­den wie Kopf­schmer­zen, Übel­keit und Schwin­del füh­ren – dies gilt vor al­lem für Vit­amin A. Ei­ne Aus­nah­me ist

Vit­amin D: Ex­per­ten schät­zen, dass die meis­ten Deut­schen zu we­nig da­von im Kör­per ha­ben. Die mög­li­chen Fol­gen sind Kno­chen­brü­che, Dia­be­tes, Mul­ti­ple Sk­le­ro­se und De­pres­sio­nen. Und: Je nied­ri­ger der Vit­amin-D-Spie­gel ist, des­to hö­her ist das Ri­si­ko, an Darm­krebs zu er­kran­ken. Da­bei ist es eins der ganz we­ni­gen Vit­ami­ne, die der

Kör­per selbst bil­det. Für ei­ne aus­rei­chen­de Pro­duk­ti­on müs­sen aber 20 Pro­zent der Kör­per­ober­flä­che (z. B. Ge­sicht, Hän­de, Ar­me) re­gel­mä­ßig, das heißt drei- bis fünf­mal pro Wo­che, dem Son­nen­licht aus­ge­setzt wer­den.

Ta­ges­be­darf: Min­des­tens 20 Mi­kro­gramm (μg) – die­ser ist über die we­ni­gen Vit­amin-Drei­chen Le­bens­mit­tel (fet­te Fisch­sor­ten, Pil­ze, Eier) kaum zu de­cken. Ins­be­son­de­re in den dunk­len Win­ter­mo­na­ten wer­den Zu­satz­prä­pa­ra­te mit 1000 In­ter­na­tio­na­len Ein­hei­ten (IE) bzw. 25 μg pro Tag emp­foh­len (nicht mehr als 4000 IE bzw. 100 μg).

Wich­tig: Kom­bi­prä­pa­ra­te mit Vit­amin D und Kal­zi­um sind nicht zu emp­feh­len, da sie meist zu viel Kal­zi­um und zu we­nig Vit­amin D ent­hal­ten.

Kal­zi­um­zu­satz

Kal­zi­um ist ein wich­ti­ger Baustein für die Kno­chen. Bei ei­ner aus­ge­wo­ge­nen Er­näh­rung wird aus­rei­chend von dem Mi­ne­ral­stoff über die Nah­rung auf­ge­nom­men. Nur in Aus­nah­me­fäl­len, wie bei­spiels­wei­se ei­ner Un­ver­träg­lich­keit von Milch­pro­duk­ten, soll­ten zu­sätz­lich Ta­blet­ten ein­ge­setzt wer­den.

Vor­sicht: Stu­di­en zei­gen, dass Kal­zi­um­prä­pa­ra­te bei re­gel­mä­ßi­ger Ein­nah­me lang­fris­tig das Herz­in­farkt­ri­si­ko um bis zu 86 Pro­zent er­hö­hen kön­nen – die Ein­nah­me des­halb mit ei­nem Arzt ab­klä­ren.

Ta­ges­be­darf: 1000–1200 Mil­li­gramm (mg) – ein Drit­tel da­von wird durch ein Glas Milch ge­deckt. Reich an Kal­zi­um sind au­ßer­dem Ge­mü­se­sor­ten wie Grün­kohl, Fen­chel, Brok­ko­li und Por­ree so­wie al­le Milch­pro­duk­te. Er­gän­zung mit Jod

Jod ist not­wen­dig für den Auf­bau der Hor­mo­ne in der Schild­drü­se. Bei gu­ter Ver­sor­gung kann sie bis zu 10 mg Jod spei­chern – das ent­spricht dem Be­darf für drei Mo­na­te.

Ta­ges­be­darf: 180–200 μg. Gut ver­sorgt ist, wer grund­sätz­lich Jod­salz ver­wen­det und zwei­mal die Wo­che 250 g fri­schen See­fisch oder Mee­res­früch­te isst.

Wich­tig: Schwan­ge­re und Stil­len­de lei­den oft un­ter Jod­man­gel. Ge­ne­rell gilt: Jod­ta­blet­ten nur nach Rück­spra­che mit dem Arzt neh­men.

Ma­g­ne­si­um­ta­blet­ten

Der Mi­ne­ral­stoff ist wich­tig für die Ar­beit der Mus­keln und die Wei­ter­lei­tung von Ner­ven­rei­zen. Ty­pi­sche Man­gel­er­schei­nung: Mus­kel­krämp­fe.

Ta­ges­be­darf: 300–400 mg, wird in der Re­gel durch die Nah­rung ge­deckt. Wich­tig: Ein er­höh­ter Be­darf bei Stress, gro­ßer Hit­ze, län­ge­ren Ma­genDarm-Er­kran­kun­gen oder Leis­tungs­sport soll­te durch Prä­pa­ra­te aus­ge­gli­chen wer­den. Ma­g­ne­si­um am bes­ten abends ein­neh­men, das beugt zu­sätz­lich nächt­li­chen Krämp­fen vor.

Zink­kap­seln

Das Spu­ren­ele­ment spielt ei­ne Schlüs­sel­rol­le bei der Bil­dung von Kör­perei­weiß und Bin­de­ge­we­be. Es ist an der Wund­hei­lung, der Immunabwehr und der In­sulin­spei­che­rung be­tei­ligt. Zink sorgt au­ßer­dem für ei­nen aus­ge­gli­che­nen Säu­reBa­sen-Haus­halt.

Ta­ges­be­darf: 7 mg (Frau­en) bzw. 10 mg (Män­ner) – er wird für ge­wöhn­lich von der Nah­rung ge­deckt. Be­son­ders reich an Zink sind Le­bens­mit­tel tie­ri­scher Her­kunft. An­zei­chen ei­nes Man­gels: Haar­aus­fall und ver­zö­ger­te Wund­hei­lung.

Wich­tig: Ve­ge­ta­ri­er ha­ben oft ei­nen er­höh­ten Zink­be­darf: Die Phytin­säu­re in pflanz­li­cher Er­näh­rung bin­det Zink und ver­hin­dert, dass es vom Kör­per ver­ar­bei­tet wer­den kann.

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