Ger­ia­tri­sches Scree­ning: Sind Sie fit fürs Al­ter? ���������

Al­ters­be­ding­te Be­schwer­den soll­ten früh­zei­tig er­kannt wer­den – für bes­se­re Hei­lungs­chan­cen

Das Neue - - DIESE WOCHE IN -

Bei vie­len Er­kran­kun­gen ist die Chan­ce auf Er­hal­tung der Le­bens­qua­li­tät um­so hö­her, je eher das Pro­blem ent­deckt wird. Ne­ben dem zwei­jähr­li­chen Ge­sund­heits­check ab 35 Jah­ren wird für äl­te­re Men­schen da­her ein so­ge­nann­tes ge­ria­tri­sches Scree­ning als Vor­sor­ge­un­ter­su­chung an­ge­bo­ten. das Neue be­ant­wor­tet die wich­tigs­ten Fra­gen zu der Un­ter­su­chung:

Check­lis­te: Was er­war­tet Sie bei der Un­ter­su­chung?

Die­se Tests muss der Arzt un­be­dingt durch­füh­ren: + Se­hen: Kön­nen Sie Über­schrif­ten aus der Nä­he und Fer­ne le­sen? + Hö­ren: Sie spre­chen Zah­len, die der Arzt Ih­nen zu­flüs­tert, kor­rekt nach.

+ Be­weg­lich­keit: Mit ein­fa­chen Übun­gen über­prüft der Arzt, wie gut Ih­re Ar­me und Bei­ne funk­tio­nie­ren. + Er­näh­rung: Wie ge­sund sind Ih­re Ess­ge­wohn­hei­ten und wie gut funk­tio­niert Ih­re Ver­dau­ung? + Ge­dächt­nis: Sie mer­ken sich drei All­tags­be­grif­fe und wie­der­ho­len die­se ei­ni­ge Mi­nu­ten spä­ter. + So­zia­le Un­ter­stüt­zung: Wer hilft Ih­nen zu Hau­se? + Ri­si­ko­fak­to­ren: Ab­schlie­ßend stellt der Arzt Fra­gen zur Me­di­ka­men­ten-Ein­nah­me, zum letz­ten Kran­ken­haus­auf­ent­halt und zu Schmer­zen.

So ver­schafft sich der Arzt ei­nen aus­führ­li­chen Über­blick über Ih­re Ge­sund­heit und kann selbst ver­steck­te, noch nicht aku­te Be­schwer­den und Ri­si­ken er­ken­nen. Das ist be­son­ders wich­tig, da ge­ra­de äl­te­re Pa­ti­en­ten kör­per­li­che Pro­ble­me häu­fig erst sehr spät selbst wahr­neh­men.

Wer führt die Un­ter­su­chung durch?

„Es ist sinn­voll, dass der ei­ge­ne Haus­arzt die Un­ter­su­chung durch­führt. Denn die­ser be­treut in der Re­gel sei­ne Pa­ti­en­ten über Jahr­zehn­te hin­weg“, so Prof. Ralf-Joa­chim Schulz, Vor­stands­mit­glied der Deut­schen Ge­sell­schaft für Ger­ia­trie. Der ge­sam­te Test dau­ert et­wa zehn Mi­nu­ten und ist kos­ten­los. „Je­der soll­te sei­nen Arzt ge­zielt nach ei­nem ger­ia­tri­schen Scree­ning fra­gen“, sagt der Ex­per­te. Er rät al­len ab 70 Jah­ren da­zu, sich die­ser Un­ter­su­chung zu un­ter­zie­hen. All­ge­mein­me­di­zi­ner, die den Test an­bie­ten, schrei­ben den Zu­satz „Ger­ia­trie“auf ihr Tür­schild. Hat der Haus­arzt die­se Zu­satz­qua­li­fi­ka­ti­on nicht, kann er den Pa­ti­en­ten für den Test auch an ei­ne ger­ia­tri­sche Ta­ges­kli­nik in der Nä­he über­wei­sen.

Was pas­siert, wenn der Arzt et­was fin­det?

Die Be­hand­lung mög­li­cher Be­schwer­den steht an ers­ter Stel­le. Aber mit­hil­fe der ger­ia­tri­schen Vor­sor­ge kann der Arzt ei­ne ge­nau auf die Be­dürf­nis­se des Pa­ti­en­ten ab­ge­stimm­te The­ra­pie­form wäh­len, da ihm al­le be­glei­ten­den Pro­ble­me be­kannt sind.

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