Rat­ge­ber: Me­di­ka­men­te frei Haus

On­li­ne-Apo­the­ken Ge­ra­de äl­te­re und chro­nisch kran­ke Men­schen sind dank­bar, wenn Arz­nei­mit­tel ge­lie­fert wer­den. Aber mei­den Sie schwar­ze Scha­fe

Das Neue - - DIESE WOCHE IN - J. Sti­e­ler

Ver­sand-Apo­the­ken sind prak­tisch und bei nicht ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Mit­teln oft preis­wer­ter. Mehr als 30 Pro­zent al­ler In­ter­net­nut­zer be­stel­len re­gel­mä­ßig Arz­nei­mit­tel im Netz. Wer­muts­trop­fen: Nach An­gaben der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) ist je­des zehn­te der on­li­ne er­hält­li­chen Mit­tel ei­ne Fäl­schung. Et­wa ein Fünf­tel die­ser Nach­ah­mun­gen ent­hält ge­sund­heits­schäd­li­che Stof­fe. Des­we­gen soll­ten Sie ein paar Din­ge be­ach­ten.

Siegel und Im­pres­sum Mitt­ler­wei­le gibt es ein ein­heit­li­ches EU-Siegel für Ver­sand­apo­the­ken: Ein wei­ßes Kreuz auf grün ge­streif­tem Grund, dar­un­ter die Flag­ge des je­wei­li­gen Lan­des. So sieht der Kun­de auf ei­nen Blick, wo der Ver­sen­der sitzt und ob er ein ge­prüf­ter An- bie­ter ist. Au­ßer­dem soll­te das Im­pres­sum voll­stän­dig sein. Da­zu ge­hört, dass nicht nur der voll­stän­di­ge Na­me der Apo­the­ke und ih­res In­ha­bers, son­dern auch des­sen be­ruf­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on genannt wer­den. Zu­sätz­lich soll­ten noch ei­ne Po­st­adres­se so­wie die zu­stän­di­ge Auf­sichts­be­hör­de und Apo­the­ker­kam­mer zu

fin­den sein.

Ob­jek­ti­ve In­for­ma­tio­nen

Die Hin­wei­se auf der Sei­te soll­ten nicht zu sehr nach Wer­bung klin­gen. Ne­ben den Vor­tei­len ei­nes Me­di­ka­men­tes sind des­halb idea­ler­wei­se auch Hin­wei­se auf Ri­si­ken, Ne­ben- und Wech­sel­wir­kun­gen an­ge­ge­ben. Fol­gen­de De­tails soll­ten in der Pro­dukt­in­for­ma­ti­on ste­hen: Na­me des Prä­pa­rats, ak­ti­ve Wirk­stof­fe, An­wen­dungs­ge­biet, Warn­hin­wei­se und Her­stel­ler­na­me. Wün­schens­wert ist auch, dass beim Be­schrei­bungs­text zu­sätz­lich des­sen Er­stel­lungs-Da­tum zu er­ken­nen ist. Das soll­te nicht zu weit zu­rück­lie­gen, denn dann kön­nen Sie da­von aus­ge­hen, dass al­le An­gaben aktuell sind.

Leicht zu ha­ben?

Miss­trau­en ist im­mer dann ge­bo­ten, wenn es Ih­nen der Apo­the­ker „zu ein­fach“macht, an ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Arz­nei­en zu kom­men: Die darf er Ih­nen näm­lich nur lie­fern, wenn Sie das Ori­gi­nal­re­zept vor­wei­sen kön­nen. Fin­ger weg auch von On­li­ne-Apo­the­ken, die an­bie­ten, das Sie ein Re­zept samt pas­sen­der Dia­gno­se über die Di­ens­te ei­nes au­to­ma­ti­schen „Cy­ber-Docs“er­stel­len las­sen kön­nen. Das ist nach deut­schem Recht aus gu­tem Grund ver­bo­ten. Ein se­riö­ser Phar­ma­zeut bie­tet auch kei­ne Me­di­ka­men­te an, die in Deutsch­land nicht zu­ge­las­sen sind.

Gu­te Er­reich­bar­keit

Be­vor Sie be­stel­len, ach­ten Sie dar­auf, ob es ei­ne ein­fa­che Mög­lich­keit gibt, mit dem An­bie­ter in Kon­takt zu tre­ten. Gu­te Web-Apo­the­ken bie­ten ei­ne Hot­li­ne oder zu­min­dest ein On­li­ne-For­mu­lar an. Die An­fra­gen ih­rer Kun­den be­ant­wor­ten die Mit­ar­bei­ter schnell und prä­zi­se.

Si­cher be­zah­len

Wer­den sen­si­ble In­for­ma­tio­nen wie Ih­re Kre­dit­kar­ten­da­ten ver­schlüs­selt über­tra­gen? Dass für das aus­zu­fül­len­de For­mu­lar der si­che­re SSLStan­dard ein­ge­hal­ten wird, er­ken­nen Sie an dem Schloss-Sym­bol ne­ben der Adress­leis­te und dass die­se mit „https“be­ginnt.

Wei­ßes Kreuz auf grü­nen Strei­fen – der Wa­re von Ver­sen­dern mit dem EU-Lo­go kön­nen Sie ver­trau­en

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.