„Mein Va­ter war ein Vor­bild für mich!“

Vor zehn Jah­ren starb der be­lieb­te Show­mas­ter Ru­di Car­rells Toch­ter An­n­emie­ke

Das Neue - - LEBENSFREUDE - W. W.

Er brach­te uns „Am lau­fen­den Band“zum La­chen! Ru­di Car­rell († 71) war ei­ner der ganz Gro­ßen, ein Show­Gi­gant mit Witz und Charme! Die Trau­er schien gren­zen­los, als er am 7. Ju­li 2006 starb.

An­läss­lich des zehn­ten To­des­ta­ges be­such­te „das neue“sei­ne äl­tes­te Toch­ter An­n­emie­ke Kes­selaar (57) in ih­rem Zu­hau­se in Bux­te­hu­de (Nie­der­sach­sen). In­wie­fern hat Ihr be­rühm­ter Va­ter Sie ge­prägt?

Mein Va­ter war ein Vor­bild für mich in Sa­chen To­le­ranz und Per­fek­tio­nis­mus. Wel­che schö­nen Er­in­ne­run­gen ha­ben Sie an ihn?

Wir ha­ben viel ge­lacht und das war sehr schön! Ein­mal soll­ten wir in ei­nem Sketch Trau­ern­de spie­len, die beim No­tar den Letz­ten Wil­len ei­nes Ver­stor­be­nen er­fah­ren, und soll­ten al­le schmerz­lich wei­nen. Aber das ging nicht. Wir muss­ten stän­dig so ki­chern. Schließ­lich ha­ben wir Freu­den­trä­nen ge­weint. Er hat­te Lun­gen­krebs, ging da­mit of­fen um. War das auch so in­ner­halb der Fa­mi­lie?

Ja, es gab ei­ne Aus­spra­che bei ihm zu Hau­se. Er hat­te die Fa­mi­lie zu­sam­men­ge­be­ten und uns mit­ge­teilt, dass sei­ne Ärz­te ihm noch zwei, drei Mo­na­te ge­ben. Wie ha­ben Sie dann die letz­ten Mo­na­te Ih­res Va­ters er­lebt?

Mein Va­ter hat­te sich da­nach ziem­lich zu­rück­ge­zo­gen. Wir ha­ben in der Zeit viel über E-Mail kor­re­spon­diert, da er nicht mehr so deut­lich spre­chen konn­te. So hat Ru­di mir auch mit­ge­teilt, dass er die „Gol­de­ne Ka­me­ra“für sein Le­bens­werk er­hal­ten wird. Das war im Fe­bru­ar 2006, sein letz­ter Auf­tritt im Fern­se­hen …

Ja, es war ein un­be­schreib­li­cher Mo­ment. Ei­ner­seits ha­be ich mich ge­freut, an­de­rer­seits wuss­te ich, wie schwer krank er war. Ich wer­de nie ver­ges­sen, wie ich mit der Fa­mi­lie vor dem Fern­se­her saß und mei­nem Va­ter bei sei­nem al­ler­letz­ten Auf­tritt zu­schau­te. Wir al­le ha­ben ge­weint …

Der Gr­ab­stein des En­ter­tai­ners auf dem Fried­hof „Hei­li­gen­fel­de“bei Bre­men. Dar­auf steht nur sein Vor­na­me. An­n­emie­ke Kes­selaar mit den Tro­phä­en ih­res Pa­pas: „Ich be­wah­re sie im Sa­fe auf.“

Aus sei­ner Ehe mit Truus de Vries (79) stam­men sei­ne Töch­ter An­n­emie­ke und Ca­ro­li­ne (54).

Für Fahr­rad-Tou­ren blieb ihm nur we­nig Zeit. Die Ar­beit war sein Le­bens­in­halt!

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