„Ich lie­be den Un­ru­he­stand“

Das Neue - - TV-STARS DER WOCHE -

Von we­gen Ho­nig im Kopf: Die­ter Hal­ler­vor­den strotzt mit sei­nen 80 Jah­ren nur so vor Ener­gie. „Ich lie­be den Un­ru­he­stand“, sagt der be­lieb­te Schau­spie­ler und Ka­ba­ret­tist über sich selbst.

In „das neue“ver­riet der Al­les­kön­ner das Ge­heim­nis sei­ner po­si­ti­ven Ein­stel­lung und sei­ner Le­bens­freu­de.

80 Jah­re alt und trotz­dem seit 50 Jah­ren dick im Ge­schäft: Wie ma­chen Sie das?

Es ist nicht schlimm, 80 zu sein, schlimm ist es, wenn man’s nicht wird. Alt ist man so­mit erst dann, wenn man mehr Freu­de an der Ver­gan­gen­heit hat als an sei­ner Zu­kunft.

Wol­len Sie denn nicht auch mal ent­span­nen?

Klei­ne Se­gel­boo­te in Wein­fla­schen ste­cken ist lang­wei­lig

(lacht). Mei­ne al­ten Kol­le­gen ha­ben kein Feu­er mehr un­term Hin­tern, die ge­nie­ßen ih­ren Ru­he­stand. Für mich ist das nichts!

Sie spiel­ten in der TV-Tra­gi­ko­mö­die „Chuz­pe – Klops braucht der Mensch“den Ho­lo­caust-Über­le­ben­den Edek Rot­wachs. War der Film für Sie ei­ne Her­aus­for­de­rung?

Für mich war es ei­ne will­kom­me­ne Her­aus­for­de­rung, den Mix aus Me­lan­cho­lie und Witz zu spie­len. Ei­nen Mann, der nach Aus­tra­li­en flieht und dann doch Jah­re spä­ter in sei­ne Hei­mat Ber­lin wie­der zu­rück­kehrt – und dort auf sei­ne al­ten Ta­ge noch et­was er­le­ben will.

Ist das auch Ihr Le­bens­mot­to?

Wenn ich mich nicht auf neue Rol­len freu­en könn­te, wür­de ich in Rich­tung Fried­hof ge­hen. Aber ich will le­ben und den Zu­schau­er be­geis­tern.

Wo­her kommt die­se po­si­ti­ve Ein­stel­lung?

Von mei­nem Va­ter, der es mit sei­ner dop­pel­sei­ti­gen Bein­am­pu­ta­ti­on nicht leicht hat­te. Trotz­dem hat er das Le­ben voll aus­ge­schöpft und mir die Be­deu­tung der zwei Wor­te „Ich will“in­ten­siv nä­her­ge­bracht.

Was wol­len Sie?

Ich wür­de ger­ne als Mensch in Er­in­ne­rung blei­ben, der an­de­ren viel Freu­de be­rei­tet hat. Aber erst mal möch­te ich mög­lichst lan­ge wei­ter­le­ben.

Wor­auf dür­fen sich die Zu­schau­er denn noch so freu­en? Gibt es schon neue Pro­jek­te?

Ich ha­be vie­le Plä­ne. Es soll aber im­mer et­was Neu­es sein. Wis­sen Sie: Ich lie­be Kohl­rou­la­den. Aber drei­ßig Mal im Mo­nat? Nein, dan­ke. (lacht)

Ihr gro­ßes Pro­jekt lau­tet al­so: Wie er­fin­de ich den „neu­en Hal­ler­vor­den“?

Schon, aber ich will nicht den fal­schen Schritt ma­chen. Und so lan­ge zie­he ich mich zu­rück und war­te auf das rich­ti­ge Skript.

Das hat schon ein­mal ge­klappt: Ihr letz­ter Film „Ho­nig im Kopf“aus dem Jahr 2014 war ein ech­ter Ki­no-Hit!

Ja, das war ein­fach ir­re! Aber ich wuss­te schon im­mer, dass ich erns­te Rol­len spie­len kann. Mich hat nur kei­ner ge­las­sen ...

Der Schau­spie­ler mit Sohn Jo­han­nes (17) aus sei­ner zwei­ten Ehe mit Ele­na Blu­me (55). Uiii ..., da freut sich aber je­mand ge­wal­tig! Für sei­ne be­son­de­re schau­spie­le­ri­sche Leis­tung in dem Film „Ho­nig im Kopf“wur­de der Ko­mi­ker mit dem „Eh­ren-Bam­bi“be­lohnt.

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