Me­di­zin: Neue Hoff­nung bei Neu­ro­der­mi­tis����������������������������

Ge­ra­de im Som­mer lei­den Be­trof­fe­ne be­son­ders un­ter der Hau­ter­kran­kung. Hier setzen Me­di­zi­ner auf The­ra­pi­en, die die ge­reiz­te Ab­wehr be­ein­flus­sen

Das Neue - - DIESE WOCHE IN -

Star­ker Juck­reiz, schup­pi­ge Haut, schmer­zen­de Ek­ze­me – Neu­ro­der­mi­tis ist ei­ne qual­vol­le Haut­krank­heit, an der et­wa fünf Mil­lio­nen Deut­sche lei­den. Be­son­ders im Som­mer tre­ten häu­fig schwe­re Schü­be auf, weil die ho­hen Tem­pe­ra­tu­ren und ver­mehr­tes Schwit­zen die ex­trem tro­cke­ne Haut zu­sätz­lich stra­pa­ziert. Das Prob­lem: Neu­ro­der­mi­tis ist ei­ne chro­nisch-ent­zünd­li­che Hau­ter­kran­kung mit ge­ne­ti­schem Hin­ter­grund. Es ist kei­ne All­er­gie, al­ler­dings wird die Krank­heit eben­falls durch ei­ne über­trie­be­ne Re­ak­ti­on des Im­mun­sys­tems auf ei­gent­lich harm­lo­se Sub­stan­zen aus­ge­löst. Die Ver­an­la­gung bleibt ein Le­ben lang, bis­her gibt es gibt kei­ne Hei­lung. Aber: Die Sym­pto­me kön­nen gut be­han­delt wer­den.

Kor­ti­son hemmt den ­Juck­reiz so­fort

Im Akut­fall lin­dern Sal­ben mit Hy­dro­kor­ti­son star­ken Juck­reiz (z. B. „Ebe­nol 0,5 %“Cre­me, re­zept­frei aus der Apo­the­ke). Die­ser syn­the­ti­sche Arz­nei­stoff äh- nelt dem kör­per­ei­ge­nem Hor­mon Kor­ti­sol, das ei­ne dämp­fen­de Wir­kung auf das Im­mun­sys­tem hat. So un­ter­drückt es schnell und ef­fek­tiv die Be­schwer­den, wirkt ent­zün­dungs­hem­mend und be­schleu­nigt den Hei­lungs­pro­zess. Auch so­ge­nann­te An­ti­hist­ami­ni­ka kön­nen hel­fen. Sie un­ter­drü­cken die Ab­wehr­re­ak­ti­on des Kör­pers ge­gen die ver­meint­li­chen Fein­de.

Blau­es Licht stoppt die Ent­zün­dung

Rund 80 Pro­zent al­ler Neu­ro­der­mi­tis-Be­schwer­den kön­nen mit der „Licht-Imp­fung“ge­lin­dert wer­den. Da­bei schal­tet ge­puls­tes Blau­licht ge­zielt die ent­zün­de­ten wei­ßen Blut­kör­per­chen in der Haut ab, die Aus­lö­ser der Neu­ro­der­mi­tis-Schü­be sind. Die ge­sun­den Zel­len blei­ben ver­schont. Wei­te­rer Vor­teil: Das Blau­licht ist frei von schäd­li­chen UV-An­tei­len. Die The­ra­pie be­ginnt, so­bald ein Schub ein­setzt: In ei­ner 45-mi­nü­ti­gen Sit­zung wird der Kör­per mit dem blau­en Licht be­strahlt. Die Behand­lung wird

über fünf bis sie­ben Ta­ge fort­ge­führt. Be­reits die ers­te Be­hand­lungs­se­rie bes­sert die Be­schwer­den. Die Kos­ten von et­wa 900 Eu­ro zahlt meist die Kas­se.

Neu­ar­ti­ge Blut­wä­sche ­könn­te Durch­bruch sein

Für schwe­re Fäl­le gibt es ei­ne ganz neue The­ra­pie, die so­ge­nann­te se­lek­ti­ve Im­mun-ad­sorp­ti­on. Da­bei han­delt es sich um ei­ne Art Blut­wä­sche. Denn bei Neu­ro­der­mi­ti­kern sind die Wer­te be­stimm­ter Ei­wei­ße („IgE“) im Blut deut­lich er­höht. Die­se Pro­te­ine gel­ten als Aus­lö­ser der Krank­heit. Ziel der The­ra­pie ist es, die­se An­ti­kör­per aus dem Blut und der Haut re­gel­recht her­aus­zu­fil­tern und so Juck­reiz und Ent­zün­dung zu hem­men. Die Kran­ken­kas­sen zah­len die The­ra­pie. Da die Ver­an­la­gung für Neu­ro­der­mi­tis in den Ge­nen steckt, kann auch die­se The­ra­pie die Krank­heit nicht hei­len, aber sehr stark lin­dern.

Ver­mei­den Sie lan­ges Ba­den oder Du­schen – das ent­zieht der Haut zu­sätz­lich wich­ti­ge Feuch­tig­keit.

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