„Hier le­ben wir bald zu zweit!“

Das Neue - - HOMESTORY -

Er kann end­lich wie­der la­chen! Gün­ter We­wel (81) hat zwei Jah­re nach dem Tod sei­ner ge­lieb­ten Gi­se­la († 76) neu­en Le­bens­mut ge­fun­den. Grund da­für ist Ur­su­la, die der Kam­mer­sän­ger lie­be­voll „Ul­la“nennt. Die 77-Jäh­ri­ge ist die neue Frau in sei­nem Le­ben – und hof­fent­lich auch bald in sei­nem Haus in Arns­berg. „Hier wer­den wir zu zweit le­ben“, freut sich der Künst­ler. „Für mich al­lei­ne ist das ja auch al­les zu groß!“

Seit 64 Jah­ren ken­nen sich die bei­den be­reits – er war da­mals ein 18-jäh­ri­ger Gym­na­si­ast, sie zar­te 16. „Ein Jahr hat es ge­dau­ert, bis wir uns ge­küsst ha­ben. Frü­her ging eben al­les nicht so schnell wie heu­te“, scherzt Gün­ter We­wel, als ihn „das neue“zu Hau­se im Sau­er­land be­such­te. Doch dann ver­lo­ren sie sich aus den Au­gen, Gün­ter We­wel hei­ra­te­te sei­ne Gi­se­la. Als sei­ne ge­lieb­te Frau 2014 starb, brach für ihn ei­ne Welt zu­sam­men. Erst Ul­la hol­te ihn wie­der aus dem Tal der Trä­nen.

Fort­set­zung von Sei­te 20/21

Im Früh­jahr tra­fen sich Gün­ter und Ul­la zu­fäl­lig beim Bä­cker wie­der. Seit­her ver­brin­gen sie je­den Tag mit­ein­an­der. „ Sie kommt mit­tags zu mir rü­ber und bleibt dann im­mer bis 23 Uhr“, er­zählt er. „Dann fährt sie zu sich nach Hau­se. Sie hat ja selbst ei­ne Woh­nung um die Ecke.“Doch das kann sich ger­ne än­dern. „Wir möch­ten bald zu­sam­men­zie­hen“, sagt er. „Wir bei­de ge­nie­ßen die Zeit zu zweit. Ul­la ist nach dem Tod ih­res Le­bens­ge­fähr­ten auch al­lei­ne ge­we­sen. Und ich ha­be in mei­nem Haus doch so viel Platz.“

Sei­ne ge­lieb­te Gi­se­la hät­te mit sei­nem neu­en Glück kein Pro­blem. „Ich glau­be, Gi­se­la hat mir Ul­la aus dem Him­mel ge­schickt“, ist sich Gün­ter We­wel si­cher. Ei­ne Lie­be, die über den Tod hin­aus­geht …

Je­der Hand­griff sitzt. Seit Ul­la ihn un­ter­stützt, geht Gün­ter We­wel wie­der mit ei­nem Lä­cheln durchs Le­ben. „Sie hat mich ge­ret­tet“, sagt er.

Auf Ul­las Ab­schluss­fei­er an der Han­dels­schu­le tanz­te das Paar. Kur­ze Zeit spä­ter trenn­ten sich die We­ge – bis vor ein paar Mo­na­ten.

„Wir ge­hen ger­ne es­sen“, ver­rät der Sau­er­län­der. „Am liebs­ten ins ‚Gam­bri­nus‘, ei­nem Ju­go­sla­wen um die Ecke.“

Wenn mal nichts im TV kommt, sitzt das Paar oft auf den ge­müt­li­chen So­fas. „Dann wird über Gott und die Welt phi­lo­so­phiert.“

Spie­gel und Kron­leuch­ter: Gold do­mi­niert.

„Nach­dem das Bad re­no­viert wur­de, war Ma­rie-Lui­se Mar­jan die Ers­te, die die Wan­ne ein­ge­weiht hat“, schmun­zelt der Sän­ger. „Sie ist ei­ne gu­te Freun­din und manch­mal zu Gast.“

Vie­les im Haus sind Er­in­ne­rungs­stü­cke aus der Opern­zeit. Auch der No­ten­stän­der.

Ei­ner sei­ner Lieb­lings­or­te im Gar­ten ist der ge­pfleg­te Teich: „Den hat mei­ne ver­stor­be­ne Frau an­le­gen las­sen“, er­klärt Gün­ter We­wel.

Im Mu­sik­zim­mer steht ein „Schim­mel“-Flü­gel. Ab und zu übt der Mu­si­ker noch heu­te auf dem ed­len In­stru­ment.

Team­ar­beit: Sie sor­tiert, er liest. Noch täg­lich er­rei­chen den Star et­li­che Fan-Brie­fe.

Nach­mit­tags gibt es ger­ne ein Stück Ku­chen. „Wir las­sen es uns gut ge­hen.“

Am 20. Sep­tem­ber 2014 starb sei­ne Gi­se­la. „Dar­an wa­ren die Ärz­te schuld“, ist sich der Sän­ger si­cher.

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