Wel­che Rech­te ha­be ich beim Arzt?

Das Neue - - MEDIZIN -

Nie­mand strei­tet sich gern mit sei­nem Arzt. Von ih­nen er­war­ten wir schließ­lich Rat und Hil­fe. Doch bei al­lem Re­spekt müs­sen wir uns auch nicht al­les ge­fal­len las­sen. Da­her ist es gut, sei­ne Rech­te zu ken­nen.

Schmer­zens­geld bei fal­scher Dia­gno­se?

Was pas­siert, wenn der Arzt ei­ne Fehl­dia­gno­se stellt und falsch be­han­delt wird? Pa­ti­en­ten ha­ben in sol­chen Fäl­len laut § 823 BGB ei­nen An­spruch auf Schmer­zens­geld. Und das so­gar dann, wenn sie durch die falsch ge­stell­te Dia­gno­se nur in un­nö­ti­ge Angst ver­setzt wur­den.

Ha­be ich An­spruch auf Haus­be­su­che?

Sie sind zu krank, um die Pra­xis auf­zu­su­chen. Muss der Arzt dann ins Haus kom­men? Grund­sätz­lich ja, doch über­neh­men in den meis­ten Städ­ten in­zwi­schen ärzt­li­che Not­diens­te die­se Auf­ga­be. Bei le­bens­be­droh­li­chen Be­schwer­den oder Un­fäl­len ist es am bes­ten, den Ret­tungs­dienst (112) an­zu­ru­fen.

Muss der Arzt über Ri­si­ken auf­klä­ren?

Je­der Arzt ist ver­pflich­tet, Sie vor ei­ner Be­hand­lung über Sinn, Ri­si­ken und Ne­ben­wir­kun­gen auf­zu­klä­ren. Bei grö­ße­ren Ein­grif­fen wird dem Pa­ti­en­ten ei­ne Ein­ver­ständ­nis­er­klä­rung zur Un­ter­schrift vor­ge­legt. Bei klei­ne­ren Ein­grif­fen wie zum Bei­spiel ei­ner Blut­ab­nah­me ge­nügt es, wenn Sie den Är­mel hoch­krem­peln.

Muss ich für Zu­satz­Leis­tun­gen zah­len?

Ist ei­ne Be­hand­lung me­di­zi­nisch not­wen­dig, muss der Pa­ti­ent in der Re­gel nichts zah­len. Bie­tet der Arzt zu­sätz­li­che Leis­tun­gen wie z.B. ei­nen Hirn­leis­tungs-Check an, muss er Sie dar­auf hin­wei­sen, dass die Kas­sen hier­für nicht auf­kom­men. Tut er dies nicht, müs­sen Sie die Rech­nung nicht be­glei­chen.

Darf ich die Kran­ken­Ak­te ein­se­hen?

Der Bun­des­ge­richts­hof hat ent­schie­den: Pa­ti­en­ten dür­fen ei­nen Blick in ih­re Kran­ken­ak­te wer­fen. Der Arzt ist aber nicht ver­pflich­tet, Ori­gi­nal­un­ter­la­gen aus­zu­hän­di­gen. Falls Sie Ko­pi­en wün­schen, darf er die­se in Rech­nung stel­len. Be­ru­hi­gend: Ih­re Da­ten fal­len un­ter die Schwei­ge­pflicht. Aus­nah­men: mel­de­pflich­ti­ge Krank­hei­ten wie Sal­mo­nel­len oder Schwei­ne­grip­pe.

Kann ich Arzt­ter­mi­ne ver­fal­len las­sen?

Ein neu­es Ur­teil des Amts­ge­richts Bre­men zeigt: Die Ab­sa­ge ei­nes Ter­mins beim Arzt darf dem Pa­ti­en­ten nicht in Rech­nung ge­stellt wer­den. Aber Vor­sicht: Ge­ra­de bei OP-Ter­mi­nen ist es rat­sam min­des­tens drei Ta­ge vor­her ab­zu­sa­gen, da­mit ge­ge­be­nen­falls an­de­re Pa­ti­en­ten ein­ge­plant wer­den kön­nen.

Hier fin­den Sie Hil­fe:

Die Un­ab­hän­gi­ge Pa­ti­en­ten­be­ra­tung Deutsch­land gibt ei­ne kos­ten­lo­se Aus­kunft für In­ter­es­sier­te un­ter der Num­mer 0800-0117722.

Vor je­der Be­hand­lung muss der Arzt über Ri­si­ken und Ne­ben­wir­kun­gen auf­klä­ren.

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