Me­di­zin: Was bei Knie­schmer­zen wirk­lich hilft

Ste­hen, lau­fen, beu­gen: Das Knie ist nicht nur das kom­pli­zier­tes­te, son­dern auch das am meis­ten be­an­spruch­te Ge­lenk

Das Neue - - DIESE WOCHE IN -

Für bis zu zehn Mil­lio­nen Bun­des­bür­ger ge­hö­ren Knie­be­schwer­den zum All­tag. Der häu­figs­te Aus­lö­ser ist Ver­schleiß (Ar­thro­se).

das Neue klärt auf, wel­che na­tür­li­chen Me­tho­den den Schmerz lin­dern.

Das wich­tigs­te: In Be­we­gung blei­ben

Um Ge­lenk­ver­schleiß im Knie zu brem­sen, hilft re­gel­mä­ßi­ger sanf­ter Sport – vor al­lem Schwim­men und Rad­fah­ren. Zum ei­nen kräf­tigt die Be­we­gung die Mus­ku­la­tur und sta­bi­li­siert so das Ge­lenk. Zum an­de­ren wird der Knor­pel durch die ge­stei­ger­te Durch­blu­tung bes­ser mit Nähr­stof­fen ver­sorgt. Be­son­ders si­li­zi­um­hal­ti­ge Le­bens­mit­tel wie ro­he Ha­fer­flo­cken (100 g täg­lich) wir­ken stär­kend.

Bei star­kem Schmerz hilft Kar­tof­fel­brei

Um Be­schwer­den zu lin­dern, hat sich ne­ben Me­di­ka­men­ten (z. B. Ibu­pro­fen 400, drei­mal täg­lich ei­ne Ta­blet­te für höchs­tens vier Ta­ge) Phy­sio­the­ra­pie be­währt. Wenn kei­ne aku­te Ent­zün­dung vor­liegt, ra­ten Ex­per­ten zu­dem zu Wär­me­an­wen­dun­gen. Sie er­wei­tern die Ge­fä­ße und ver­bes­sern die Nähr­stoff­ver­sor­gung. Da­für vier Kar­tof­feln ko­chen und mit Was­ser und 2 EL Wei­zen-

kleie zer­drü­cken. Knie mit ei­ner Hand­voll war­mem Brei ein­rei­ben. So­bald er kalt ist, mit neu­er Por­ti­on wie­der­ho­len, für ins­ge­samt 25 Mi­nu­ten. Res­te ab­spü­len.

Ist das Knie je­doch ge­schwol­len, ist Käl­te der idea­le Schmerz­hem­mer: So wirkt Quark, für 15 Mi­nu­ten fin­ger­dick auf­ge­tra­gen, küh­lend.

Auch Weiß­kohl wirkt an­ti­ent­zünd­lich: Um­wi­ckeln Sie Ihr Knie mit drei Kohl­blät­tern (Strunk vor­her ent­fer­nen) und fi­xie­ren Sie die­se mit ei­nem Baum­woll­tuch. Wi­ckel über Nacht ein­wir­ken las­sen.

Blut­egel lin­dern die Be­schwer­den

Bringt das al­les kei­ne Bes­se­rung, kann ei­ne The­ra­pie mit Blut­egeln hel­fen. Da­bei ge­langt der Wirk­stoff­cock­tail ih­res Spei­chels über ei­nen Biss, der sich wie ein Mü­cken­stich an­fühlt, ins Ge­lenk. Ei­ne Sit­zung beim Na­tur­heil­prak­ti­ker ge­nügt, da­mit die Schmer­zen über meh­re­re Mo­na­te nach­las­sen. Sehr sel­ten tre­ten star­ke Nach­blu­tun­gen, Juck­reiz oder Schwel­lun­gen auf. Die Be­hand­lung darf nicht bei Ein­nah­me von blut­ver­dün­nen­den Prä­pa­ra­ten durch­ge­führt wer­den. Er­folgt die The­ra­pie sta­tio­när, über­nimmt die Kas­se meist die Kos­ten. Am­bu­lant wer­den die ca. 100 Eu­ro je Sit­zung selbst ge­zahlt.

Flie­ßen­de Be­we­gun­gen wie bei Was­ser­gym­nas­tik schmie­ren die Ge­len­ke auf na­tür­li­che Wei­se. Stu­di­en zei­gen, dass 6 000 Schrit­te am Tag op­ti­mal sind, um das Vor­an­schrei­ten von Knie­ver­schleiß zu ver­hin­dern

Bei der Blut­egelthe­ra­pie wer­den 4–6 der Tier­chen für 30–90 Mi­nu­ten auf das Knie ge­setzt.

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