Me­di­zin: Bauch­spei­chel­drü­se – das un­ter­schätz­te Or­gan

Ih­re Auf­ga­ben sind viel­sei­tig: Sie re­gu­liert den Blut­zu­cker und die Ver­dau­ung. Er­fah­ren Sie jetzt, wie Sie die Ar­beit der Drü­se un­ter­stüt­zen kön­nen

Das Neue - - DIESE WOCHE IN -

Sie ist der Mus­ter­schü­ler un­ter den Or­ga­nen. Un­auf­fäl­lig und pflicht­be­wusst ver­rich­tet die Bauch­spei­chel­drü­se ih­re Auf­ga­ben – oh­ne sich je­mals zu be­schwe­ren oder zu schmer­zen, wenn es ihr mal nicht so gut geht. Und ge­ra­de das ist das Pro­blem. Denn die Ar­beits­last der Bauch­spei­chel­drü­se ist ge­wal­tig – und in den letz­ten Jahr­zehn­ten im­mer grö­ßer ge­wor­den. Ihr ärgs­ter Feind ist näm­lich ge­nau das, was un­se­re mo­der­ne Nah­rung im­mer mehr be­stimmt: schnell ver­wert­ba­re Koh­len­hy­dra­te aus Zu­cker oder Weiß­mehl. So mag die Drü­se, die me­di­zi­nisch Pan­kre­as heißt, we­der Weiß­brot, Chips noch Nu­deln. Auch von Mar­me­la­de, Gum­mi­bär­chen & Co ist sie al­les an­de­re als be­geis­tert.

Zu­cker und Weiß­mehl stres­sen die Drü­se

Zu ih­ren wich­tigs­ten Auf­ga­ben ge­hört es, das Hor­mon In­su­lin zu pro­du­zie­ren. Die­ses wie­der­um be­nö­tigt un­ser Kör­per, um Zu­cker aus dem Blut in die Kör­per­zel­len zu schleu­sen. Neh­men wir nun mit der Nah­rung sehr viel da­von auf, fal­len für die Bauch- spei­chel­drü­se per­ma­nent Über­stun­den an. Schließ­lich muss sie dann im­mer mehr In­su­lin be­reit­stel­len, um all den Zu­cker in die Zel­len zu be­för­dern. Die Fol­ge: Stress pur für das flei­ßi­ge Or­gan. Die­ser aber bleibt meis­tens un­be­merkt – und kann auf Dau­er schlimms­ten­falls zu ei­nem völ­li­gen Er­schöp­fungs­zu­stand füh­ren. Die In­su­lin-pro­du­zie­ren­den Zel­len der Drü­se al­tern dann zu schnell und ster­ben ab. Die Fol­ge: Dia­be­tes.

So schüt­zen Sie das sen­si­ble Or­gan

Da­mit es gar nicht erst so weit kommt, kön­nen wir aber ei­ni­ges tun – al­lem vor­an na­tür­lich über die Er­näh­rung. Das Wich­tigs­te: die Zu­cker­auf­nah­me auf 50 g pro Tag be­schrän­ken. Tipp: Er­set­zen Sie Kris­tall­zu­cker z. B. durch Stevia (als Ta­blet­te oder Flüs­sigs­ü­ße im Dro­ge­rie­markt er­hält­lich). Auch bei Pro­duk­ten aus Weiß­mehl wie Bröt­chen, To­ast­brot und Nu­deln soll­ten Sie zu­rück­hal­tend sein – und bes­ser die Voll­korn­va­ri­an­te wäh­len. Die dar­in ent­hal­te­nen Koh­len­hy­dra­te wer­den lang­sa­mer ab­ge­baut und las­sen so den Blut­zu­cker­spie­gel nicht so dras­tisch an­stei­gen. Eben­so wich­tig: die emp­foh­le­nen fünf Por­tio­nen Ge­mü­se und Obst pro Tag es­sen – dies senkt das Ri­si­ko für Bauch­spei­chel­drü­sen­krebs um bis zu 50 Pro­zent.

Das hilft, wenn Sie schon Dia­be­tes ha­ben

Doch nicht nur zur Vor­sor­ge, selbst im Ernst­fall – wenn die kör­per­ei­ge­ne In­su­lin-Pro­duk­ti­on be­reits ge­fähr­det ist – lässt sich mit ge­ziel­ter Er­näh­rung noch viel er­rei­chen. Ge­ne­rell wird dann ei­ne Er­näh­rung emp­foh­len, die ne­ben Obst und Ge­mü­se auf Nüs­se, Milch­pro­duk­te, ma­ge­res Fleisch und Fisch setzt. Bei Dia­be­tes-Pa­ti­en­ten, die sich kon­se­quent an die­ses Kon­zept hal­ten, ver­bes­sern sich die Blut­wer­te oh­ne Ka­lo­rien­ein­schrän­kung oft schon nach drei Wo­chen deut­lich. Und zwar so sehr, dass die Me­di­ka­men­te ab­ge­setzt oder hal­biert wer­den kön­nen.

So lau­fen Sie sich wie­der ge­sund

Au­ßer­dem wich­tig: viel Be­we­gung. Be­reits 30 Mi­nu­ten Spa­zie­ren­ge­hen täg- lich sor­gen da­für, dass das In­su­lin wie­der bes­ser wir­ken kann und die en­er­gie­ver­brau­chen­de Mus­kel­mas­se zu­nimmt. Das hilft, den schwe­ren Fol­ge­schä­den von Dia­be­tes vor­zu­beu­gen. Denn Fakt ist: Ein dau­er­haft er­höh­ter Zu­cker­ge­halt im Blut greift die Ge­fä­ße an. Und das kann zu Nie­ren­ver­sa­gen, Durch­blu­tungs­stö­run­gen oder so­gar zum Herz­in­farkt oder Schlag­an­fall füh­ren. Sinn­voll sind au­ßer­dem Na­tur­heil­mit­tel zur Un­ter­stüt­zung des Or­gans. Be­son­ders wirk­sam: Kon­zen­trier­te Ex­trak­te aus der Rin­de des Dra­chen­blut­bau­mes (Apo­the­ke).

Bei ei­ner Ul­tra­schal­lUn­ter­su­chung kön­nen krank­haf­te Ve­rän­de­run­gen der Drü­se sicht­bar ge­macht wer­den

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