Horst Lich­ter: „Ich glau­be nicht, dass ich stär­ker bin als an­de­re“

Er muss­te schon vie­le Schick­sals­schlä­ge über­win­den

Das Neue - - FAMILIENGLÜCK - C. Sta­ab

Wer ihn bei „La­fer! Lich­ter! Le­cker!“oder „Ba­res für Ra­res“er­lebt, der wird die­se Ge­schich­te kaum glau­ben. Im Fern­se­hen ist Horst Lich­ter (54) näm­lich stets die gu­te Lau­ne in Per­son. Da­bei hat­te er mit vie­len Schick­sals­schlä­gen zu kämp­fen. Mit „das neue“hat der TVKoch über die prä­gen­den Er­leb­nis­se ge­spro­chen und ver­ra­ten, wie schwer es ihm tat­säch­lich fiel, sein La­chen nicht zu ver­lie­ren.

Ha­ben Sie sich im­mer aus ei­ge­ner Kraft aus dem Tief ge­zo­gen?

Ich muss­te es. Ein Bei­spiel: Mein Kind starb an plötz­li­chem Kinds­tod. So schreck­lich ein sol­cher Ver­lust ist, es nützt nichts, bis an sein Le­bens­en­de in De­pres­sio­nen zu ver­fal­len. Es fiel mir schwer, in die Nor­ma­li­tät zu­rück­zu­fin­den. Manch­mal hat­te ich fast ein schlech­tes Ge­wis­sen, weil ich ge­lacht ha­be. Ich ha­be mich ge­fragt: „Darf ich über­haupt la­chen?“Ja, man darf! Es hilft un­ge­mein.

Ge­ben die Leu­te Ih­rer Mei­nung nach in Kri­sen häu­fig zu schnell auf?

Ja! Egal, ob es im Be­ruf oder in Be­zie­hun­gen ist, die Leu­te sind nicht mehr be­reit zu kämp­fen.

Vi­el­leicht ha­ben man­che ein­fach nicht so ei­nen star­ken Wil­len wie Sie?

Nein, ich glau­be nicht, dass ich stär­ker bin als an­de­re. Ich den­ke nur mehr über mich selbst nach.

Vie­le Men­schen sa­gen, dass sie sich erst dann wirk­lich er­wach­sen ge­fühlt ha­ben, als bei­de El­tern­tei­le tot wa­ren. Geht es Ih­nen ge­nau­so?

Nein. Es gab ei­nen Satz mei­ner Mut­ter, der mich kom­plett ver­än­dert hat. Sie lag da­mals auf der In­ten­siv­sta­ti­on. Ich ha­be sie je­den Tag be­sucht und gu­te Lau­ne ver­brei­tet. Ein­mal kam ich an mit ei­nem CD-Play­er und vie­len lus­ti­gen Hör­spie­len. Dann hob sie plötz­lich den Kopf, blick­te mich bö­se an und sag­te: „Horst, es ist Zeit, dass du auf­hörst mit dem Blöd­sinn in dei­nem Le­ben. Hier ist kein Platz für Come­dy mehr.“

Was genau ha­ben Sie in die­sem Au­gen­blick ge­dacht?

Ich hat­te lan­ge Angst, dass mir mei­ne grund­sätz­li­che Fröh­lich­keit da­nach für im­mer ab­han­den kom­men könn­te. Mir fällt es heu­te manch­mal noch schwer, al­bern und be­freit lus­tig zu sein wie ein Kind.

Ver­ra­ten Sie uns Ihr Le­bens­mot­to?

Jetzt le­ben!

So kennt man Horst Lich­ter – ­im­mer fröh­lich. Sein ver­schmitz­tes Lä­cheln kann selbst der gro­ße Schnauz­bart nicht über­de­cken. Uner­war­te­ter In­ter­view-Gast: Die­ser Schwan im Ham­bur­ger Stadt­park dach­te wohl, dass er vom Star-Koch noch was zu fut­tern kriegt. Re­por­te­rin Chris­ti­ne Sta­ab im Ge­spräch mit dem be­lieb­ten TV-Star.

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