Rat­ge­ber: Das neue Pfle­ge­ge­setz

Fünf statt drei Um Pfle­ge­be­dürf­ti­gen und An­ge­hö­ri­gen ge­ziel­ter zu hel­fen, wur­den nun die bis­lang gel­ten­den drei Pfle­ge­stu­fen gründ­lich über­ar­bei­tet

Das Neue - - FAMILIENGLÜCK -

Bis­lang wur­den Pfle­ge­stu­fen da­nach ver­ge­ben, wel­che all­täg­li­chen Tä­tig­kei­ten der Be­trof­fe­ne noch al­lei­ne ver­rich­ten kann. So fie­len Men­schen, die ei­gent­lich ei­ne Rund­um­be­treu­ung brauch­ten, oft durchs Ras­ter, z. B. ein De­menz­kran­ker, der sich noch selbst wa­schen konn­te. Nach der Re­form wird dar­auf ge­schaut, wie viel Be­treu­ung ein Pa­ti­ent tat­säch­lich be­nö­tigt. Da­mit wird die Ver­sor­gung der rund 2,7 Mil­lio­nen Be­trof­fe­nen in Deutsch­land ver­bes­sert.

Vie­le be­kom­men mehr Leis­tun­gen als bis­her „Gu­te Pflege gibt es nicht von der Stan­ge, sie muss wie ein Maß­an­zug auf die per­sön­li­che Si­tua­ti­on zu­ge­schnit­ten sein“, sagt Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Her­mann Grö­he, der seit sei­nem Amts­an­tritt im De­zem­ber 2013 die drei Pfle­ge­stär­kungs­ge­set­ze (PSG I-III) auf den Weg ge­bracht hat. Ab dem 1. Ja­nu­ar 2017 gel­ten die neu­en Pfle­ge­gra­de und es gibt mehr Leis­tun­gen (sie­he Kas­ten). Zu­sätz­lich wird die Be­ra­tung ver­bes­sert und be­trü­ge­ri­schen Pfle­ge­diens­ten mit ver­schärf­ten Kon­trol­len das Hand­werk ge­legt.

Ab Ja­nu­ar wer­den dann kör­per­li­che, geis­ti­ge und psychi- sche Ein­schrän­kun­gen glei­cher­ma­ßen er­fasst und in die Be­wer­tung ein­be­zo­gen. In sechs ver­schie­de­nen Be­rei­chen wird der Grad der Selbst­stän­dig­keit ge­mes­sen. Die Be­rei­che Mo­bi­li­tät, ko­gni­ti­ve und kom­mu­ni­ka­ti­ve Fä­hig­kei­ten, Ver­hal­tens­wei­sen und psy­chi­sche Pro­blem­la­ge, Selbst­ver­sor­gung, Be­wäl­ti­gung von krank­heits­be­ding­ten An­for­de­run­gen so­wie die Gestal­tung des All­tags­le­bens flie­ßen in un­ter­schied­li­cher Ge­wich­tung in die Ge­samt­be­wer­tung ein. Wer schon Leis­tun­gen der Pfle­ge­ver­si­che­rung be­kommt, wird au­to­ma­tisch und oh­ne Neu­an­trag in das neue Sys­tem ein­ge­stuft. Die Leis­tun­gen be­hal­ten min­des­tens den glei­chen Um­fang, die Mehr­heit der Be­trof­fe­nen er­hält al­ler­dings deut­lich mehr. Zu­sätz­lich fällt bei Be­woh­nern von Pfle­ge­hei­men der An­stieg des Ei­gen­an­teils bei zu­neh­men­der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit weg. Bes­se­re Be­ra­tung aus nur noch ei­ner Hand Da der Pfle­ge­be­darf vie­le Fa­mi­li­en plötz­lich be­trifft, muss dann vie­les un­ter Zeit­druck ge­re­gelt wer­den. Um die Men­schen in die­ser Si­tua­ti­on zu un­ter­stüt­zen, er­hal­ten die Kom­mu­nen für ei­nen Zei­t­raum von fünf Jah­ren mehr fi­nan­zi­el­le Mit­tel. So kann ei­ne um­fas­sen­de Be­ra­tung vor Ort an­ge­bo­ten wer­den. Wer Leis­tun­gen bei der Pfle­ge­kas­se be­an­tragt, er­hält dann au­to­ma­tisch das An­ge­bot für ei­ne Pfle­ge­be­ra­tung – ei­ne ech­te Ent­las­tung für pfle­gen­de An­ge­hö­ri­ge. Ver­schärf­ter Schutz vor Be­trug bei Pfle­ge­diens­ten „Pfle­ge­be­dürf­ti­ge und auch ih­re Fa­mi­li­en müs­sen bes­ser vor be­trü­ge­ri­schen Pfle­ge­diens­ten ge- schützt wer­den“, so Grö­he. Auch hier grei­fen die neu­en Re­ge­lun­gen: Abrech­nungs­be­trug und Un­ter­ver­sor­gung soll bei Pfle­ge­diens­ten und in sta­tio­nä­ren Ein­rich­tun­gen durch ver­schärf­te Kon­trol­len und un­an­ge­kün­dig­te Stich­pro­ben durch die Pfle­ge­kas­sen deut­lich er­schwert wer­den. Die Do­ku­men­ta­ti­ons­pflich­ten der Pfle­ge­kräf­te wer­den aus­ge­wei­tet und der „Pflege-TÜV“über­ar­bei­tet.

End­lich wur­den die Re­ge­lun­gen den tat­säch­li­chen Be­dürf­nis­sen Pfle­ge­be­dürf­ti­ger an­ge­passt

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