War es ein Mord un­ter Hyp­no­se?

Der Tä­ter recht­fer­tigt sich bis heu­te mit ob­sku­ren Er­klä­run­gen

Das Neue - - EXTRA -

Nach dem Tod des gro­ßen Bru­ders ruh­te die Hoff­nung der Fa­mi­lie auf ihm: Ro­bert F. „Bob­by“Ken­ne­dy († 42) soll­te den Glanz der Fa­mi­lie wie­der zum Le­ben er­we­cken – in­dem er wie John F. (sie­he links) Prä­si­dent der Ver­ei­ni­gen Staa­ten von Ame­ri­ka wird. Doch es gibt ei­ne tra­gi­sche Über­ein­stim­mung zwi­schen den bei­den Brü­dern: Auch Bob­by wur­de Op­fer ei­nes hin­ter­häl­ti­gen At­ten­tats.

Aus Si­cher­heits­grün­den soll­te der Po­li­ti­ker das „Am­bas­sa­dor Ho­tel“in Los An­ge­les am spä­ten Abend des 4. Ju­nis 1968 durch die Kü­che ver­las­sen. Er hat­te ge­ra­de ei­ne Dan­kes­re­de für den Sieg bei den Vor­wah­len in ei­ni- gen Bun­des­staa­ten ge­hal­ten, und die Si­cher­heits­kräf­te lei­te­ten ihn zum Hin­ter­ein­gang. Doch in der Kü­che des Ho­tels war­te­te schon der pa­läs­ti­nen­si­sche Ein­wan­de­rer Sir­han Sir­han (72) und schoss drei Mal auf den Po­li­ti­ker. Der starb am fol­gen­den Tag im Kran­ken­haus.

Wie bei der Er­mor­dung sei­nes Bru­ders ran­ken sich auch um Bob­bys ge­walt­sa­men Tod vie­le Le­gen­den und Ver­schwö­rungs­theo­ri­en. So be­haup­tet der At­ten­tä­ter, er wür­de sich nicht an die Tat er­in­nern. Er wä­re von ei­ner schö­nen Frau hyp­no­ti­siert wor­den, die ihm sug­ge­riert ha­be, er sei auf ei­nem Schieß­stand.

Au­ßer­dem gibt es noch die Ver­mu­tung, dass Sir­han nicht der ein­zi­ge At­ten­tä­ter ge­we­sen ist. Ge­richts­me­di­zi­ner Thomas T. No­gu­chi (89) je­den­falls stell­te fest, dass Ro­bert F. Ken­ne­dy Schuss­wun­den am Rü­cken hat­te. Sir­han aber stand vor sei­nem Op­fer! Auch Au­gen­zeu­gen be­rich­te­ten von meh­re­ren Schüs­sen, ab­ge­ge­ben von ei­ner zwei­ten Per­son. Ein sehr kurz­fris­tig en­ga­gier­ter Wach­mann ge­riet ins Vi­sier der Öf­fent­lich­keit. Nicht aber in das des FBI: Das gab sich mit Sir­han als al­lei­ni­gen Tä­ter zu­frie­den – weil es ei­ne Ver­schwö­rung de­cken woll­te?

Stand der At­ten­tä­ter zum Tat-Zeit­punkt un­ter Hyp­no­se?

Ro­bert F. „Bob­by“Ken­ne­dy woll­te Prä­si­dent wer­den wie sein Bru­der. Ro­bert F. Ken­ne­dy

Sir­han Sir­han sitzt im „Richard J. Do­no­van Cor­rec­tio­nal Fa­ci­li­ty“in San Die­go Coun­ty. Er be­haup­tet, hyp­no­ti­siert ge­we­sen zu sein, als er aus ei­nem 22-ka­li­bri­gen Re­vol­ver die Schüs­se ab­feu­er­te. Der Tä­ter Die Tat­waf­fe

Das „Am­bas­sa­dor“er­hol­te sich nicht von der ne­ga­ti­ven Pu­b­li­ci­ty. Nach 1968 ging es berg­ab, bis es 1989 ge­schlos­sen wur­de. Der Tat­ort

Nach sei­nem äl­tes­ten Bru­der muss­te Ed­ward Ken­ne­dy (v., † 77) auch noch Bob­by zu Gr­a­be tra­gen.

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