Rat­ge­ber:

Was tun, wenn mein Arzt mich falsch be­han­delt?

Das Neue - - DIESE WOCHE IN DAS NEUE -

Zwi­schen 40 000 und 170 000 Feh­ler un­ter­lau­fen Ärz­ten jähr­lich. Wer sich da­ge­gen weh­ren und ei­ne Ent­schä­di­gung er­strei­ten will, muss sich meist auf lang­wie­ri­ge Aus­ein­an­der­set­zun­gen ein­stel­len. Doch auch, falls es nicht zu schlim­men Feh­lern kommt, sind Pa­ti­en­ten oft un­zu­frie­den mit ih­rer Be­hand­lung. Wor­auf Sie bei Ih­rem Arzt be­ste­hen kön­nen, er­fah­ren Sie hier.

Zeit­na­her Fach­arzt-Ter­min

Seit Ja­nu­ar 2016 ha­ben al­le ge­setz­lich ver­si­cher­ten Pa­ti­en­ten ein Recht auf ei­nen Fach­arzt­ter­min in­ner­halb von vier Wo­chen. Des­halb wur­den von den Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen so­ge­nann­te Ter­min-Ser­vice­stel­len ein­ge­rich­tet (Kon­takt­da­ten hat der Haus­arzt). Vor­aus­set­zung: Der Haus­arzt muss ei­ne ent­spre­chen­de Über­wei­sung aus­ge­stellt ha­ben. An­spruch auf ei­nen Ter­min bei ei­nem be­stimm­ten Arzt oder ei­ne Wun­schuhr­zeit gibt es al­ler­dings nicht.

Mit­spra­che- Recht

Oh­ne die Zu­stim­mung des Pa­ti­en­ten darf kein Me­di­ka­ment ver­ab­reicht, kei­ne Un­ter­su- chung durch­ge­führt und auch kei­ne Ope­ra­ti­on vor­ge­nom­men wer­den. Aus­nah­me: Not­fäl­le. Dar­über hin­aus hat der Arzt ei­ne Auf­klä­rungs­pflicht. Den­noch soll­te er der­je­ni­ge sein, der die Si­tua­ti­on am bes­ten ein­schät­zen kann. Falls nicht, kann das schwe­re Fol­gen ha­ben. Das ist zu tun, wenn ge­pfuscht wur­de:

Pro­to­koll er­stel­len

Sind Sie be­trof­fen, soll­ten Sie mög­lichst zeit­nah ein Ge­dächt­nis­pro­to­koll der sta­tio­nä­ren und am­bu­lan­ten Be­hand­lung er­stel­len. Denn die ei­ge­ne Er­in­ne­rung an die Ab­läu­fe der Be­hand­lun-

gen kön­nen mit­un­ter schnell ver­blas­sen. Da­mit ge­hen wich­ti­ge In­for­ma­tio­nen ver­lo­ren.

Un­ter­la­gen sam­meln

Ne­ben den Ge­dächt­nis­pro­to­kol­len ist auch die Kran­ken­ak­te wich­tig. Neh­men Sie mög­lichst früh Ein­blick und ma­chen Sie Ko­pi­en. Zu­sätz­lich soll­ten Sie Aus­ga­ben no­tie­ren, die mit dem Be­hand­lungs­feh­ler in Ver­bin­dung ste­hen – et­wa Kos­ten für Me­di­ka­men­te und Fahr­ten.

Zeu­gen auf­lis­ten

Auch wenn es erst ein­mal selt­sam klingt: No­tie­ren Sie sich bei sta­tio­nä­ren Be­hand­lun­gen am bes­ten die Na­men und Ad­res­sen Ih­rer Bett­nach­barn und ma­chen Sie zu­sätz­lich Fo­tos vom Zim­mer. Denn bei ei­nem mög­li­chen Ver­fah­ren kom­men nicht nur Fa­mi­li­en­mit­glie­der, son­dern auch Mit­pa­ti­en­ten als Zeu­gen in Be­tracht. Sie kön­nen hel­fen, ei­nen An­spruch auf Schmer­zens­geld und Scha­den­er­satz durch­zu­set­zen.

Pro­fi- Rat su­chen

Sie müs­sen sich dem Pro­blem nicht al­lein stel­len: Ih­re Kran­ken­kas­se, ein Rechts­an­walt für Me­di­zin­recht oder Pa­ti­en­ten­be­ra­tungs­stel­len (sie­he Kas­ten) kön­nen Ih­nen un­ter­stüt­zend zur Sei­te ste­hen.

Es ist die Pflicht des Arz­tes, Sie ge­nau auf­zu­klä­ren.

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