Rat­ge­ber:

Was tun, wenn die Ren­te nicht reicht?

Das Neue - - UNTERSTÜTZUNG -

Die Fa­mi­lie ist für vie­le Frau­en ihr Le­ben lang das Wich­tigs­te. Da­für neh­men sie auch Ein­brü­che in ih­rem Er­werbs­le­ben in Kauf – und er­hal­ten am En­de nur ei­ne be­schei­de­ne Ren­te, ob­wohl sie im­mer im Ein­satz wa­ren. Das be­deu­tet oft, und zwar für mehr als ei­ne hal­be Mil­li­on Se­nio­ren in Deutsch­land: Grund­si­che­rung. Als Faust­re­gel gilt: Wenn das ge­sam­te mo­nat­li­che Ein­kom­men, al­so nicht nur die Ren­te, im Jah­res­durch­schnitt un­ter 773 Eu­ro liegt, soll­te ein An­trag auf Grund­si­che­rung ge­stellt wer­den. Kei­nen An­spruch hat, wer die Be­dürf­tig­keit in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren selbst her­bei­ge­führt hat, et­wa Kin­der­be­treue­rin ist ei­ner der be­lieb­tes­ten Ne­ben­jobs. weil er sein Ver­mö­gen leicht­fer­tig ver­prasst hat. Denn: Die Grund­si­che­rung ist kei­ne Ren­te, son­dern wird aus Steu­er­mit­teln fi­nan­ziert und vom So­zi­al­hil­fe­trä­ger ge­zahlt.

Wer hat An­spruch dar­auf? Wie wird der An­spruch genau be­rech­net?

Für je­den in Deutsch­land gilt der so­ge­nann­te Re­gel­be­darf. Bei Al­lein­ste­hen­den sind das 404 Eu­ro pro Mo­nat, bei Paa­ren je 364 Eu­ro. Zu die­ser Sum­me wer­den Aus­ga­ben für Mie­te, Heiz- und Ne­ben­kos­ten hin­zu­ge­rech­net. Liegt der so er­mit­tel­te Be­darf über dem Ein­kom­men, wird die Lü­cke per Grund­si­che­rung ge­füllt. Je­de Art von Geld­ein­gang – vom Ge­halt des Ehe­part­ners bis hin zum Lot­to­ge­winn. Auch das so­ge­nann­te ver­wert­ba­re Ver­mö­gen wird her­an­ge­zo­gen, sprich: Al­les, was sich zu Geld ma­chen lässt, müs­sen Sie ver­kau­fen, ehe Grund­si­che­rung ge­zahlt wird. Nur das Schon­ver­mö­gen ist ge­schützt: Er­spar­tes bis 2 600 Eu­ro (bei Paa­ren 3 214 Eu­ro) oder ein Haus samt Grund­stück so­wie Haus­rat in an­ge­mes­se­ner Grö­ße wer­den nicht an­ge­tas­tet. Und von dem Ein­kom- Kom­men wir mit un­se­rem Geld aus? Im Al­ter wird es oft knapp. men kön­nen die Kos­ten für not­wen­di­ge Ver­si­che­run­gen ab­ge­zo­gen wer­den. Bei Ren­ten bis zur­zeit 773 Eu­ro legt die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung das An­trags­for­mu­lar dem jähr­li­chen Be­scheid bei. Al­ter­na­tiv er­hal­ten Sie ihn beim So­zi­al­amt oder der Ren­ten­ver­si­che­rung (deut­sche-ren­ten­ver­si­che­rung.de, kos­ten­lo­ses Ser­vice- Te­le­fon: 08 00/10 00 48 00). Bei die­sen Stel­len kön­nen Sie das For­mu­lar auch wie­der ein­rei­chen. Der An­trag muss al­le zwölf Mo­na­te neu ge­stellt wer­den.

Was gilt als Ein­kom­men? Wie stel­le ich den An­trag?

Wie viel dür­fen Rent­ner hin­zu­ver­die­nen?

Wer sich noch rich­tig fit fühlt, sucht oft nach ei­ner Be­schäf­ti­gung – die im Ide­al­fall auch die Ren­te auf­bes­sert. Wer al­ler­dings Grund­si­che­rung be­zieht und ne­ben­bei ei­ne Ar­beit auf­nimmt (ge­eig­ne­te Jobs sie­he links), muss sei­nen An­spruch neu be­rech­nen las­sen. Die So­zi­al­leis­tung wird je nach Ver­dienst ge­kürzt. Ein­bu­ßen müs­sen auch Früh­rent­ner hin­neh­men. Ver­die­nen sie mehr als 450 Eu­ro im Mo­nat hin­zu (Mi­ni­job), fällt die Ren­te um min­des­tens ein Drit­tel nied­ri­ger aus. Au­ßer­dem müs­sen Früh­rent­ner vom Zu­ver­dienst, der über Mi­ni­job-Ni­veau liegt, Bei­trä­ge für die Ren­ten­ver­si­che­rung zah­len, und der Bei­trags­satz für die Kran­ken­ver­si­che­rung steigt. Oh­ne Ab­zü­ge un­be­grenzt hin­zu­ver­die­nen darf nur, wer die Re­gel­al­ters­gren­ze er­reicht hat. Al­ler­dings muss der Ver­dienst je nach Ren­ten­jahr­gang und Hö­he der Ren­te ver­steu­ert wer­den. Und der Steu­er­satz steigt mit dem Ver­dienst. Buch: „Wenn die Ren­te nicht reicht“von Andreas Hö­nin­ger, 12,90 Eu­ro, hg. von der Ver­brau­cher­zen­tra­le NRW.

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