–Die Vit­amin kur für den Rü­cken

War­um ein Vi­tal­stoff-Man­gel in vie­len Fäl­len zu Schmer­zen führt, was Me­di­zi­ner da­ge­gen un­ter­neh­men – und wie je­der von uns auch selbst vor­beu­gen kann

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Wenn der Rü­cken schmerzt, wird der All­tag für vie­le Be­trof­fe­ne zur Qu­al. Wie für Hel­ga K. Wo­chen­lang spür­te die 63-Jäh­ri­ge je­de Be­we­gung. Ihr Haus­arzt ver­ord­ne­te Schmerz­mit­tel und schick­te sie zum Or­tho­pä­den. Mas­sa­gen und ein Rü­cken­trai­ning soll­ten die Be­schwer­den lin­dern, doch sie wur­den im­mer schlim­mer.

Mus­keln ver­kramp­fen, wenn das Vit­amin fehlt

Als Hel­ga K. sich kaum noch be­we­gen konn­te, such­te sie ei­nen Wir­bel­säu­len-Spe­zia­lis­ten auf. Der Ver­dacht des Ex­per­ten: ein Vit­amin-D-Man­gel.

Es ge­hört zu den jün­ge­ren Er­kennt­nis­sen der Wis­sen­schaft, dass es bei ei­nem Man­gel zu ei- ner Art Fehl­funk­ti­on in den Mus­keln kommt: Die Si­gnal­über­tra­gung zwi­schen Ner­ven­zel­len wird ge­stört. „Als Fol­ge be­kom­men die Mus­keln das fal­sche Si­gnal, sich an­zu­span­nen und zu ver­kramp­fen“, er­klärt Dr. Ni­co­lai Bor­kow­ski, Fach­arzt für Or­tho­pä­die und Chi­ro­the­ra­pie vom Rü­cken­zen­trum am Mi­chel in Ham­burg. „Zu­dem wird mit der Zeit auch die Bil­dung von Mus­kel­zel­len und -fa­sern be­ein­träch­tigt.“

Ge­ra­de nach dem Win­ter sind un­se­re Vit­amin-D-De­pots qua­si leer. Rund 80 Pro­zent der Deut­schen lei­den im Win­ter an ei­nem Man­gel – und der er­höht das Ri­si­ko von Rü­cken­be­schwer­den. „Un­ser Kör­per ist zwar in der La­ge, Vit­amin D selbst zu bil­den. Al­ler­dings nur

Hoch­do­sier­te Vit­amin-DPrä­pa­ra­te kann Ih­nen nur ein Arzt ver­schrei­ben. bei den rich­ti­gen Licht­ver­hält­nis­sen“, so Dr. Bor­kow­ski. Zwi­schen Ok­to­ber und Os­tern steht die Son­ne der­art schlecht für uns, dass nur sehr we­ni­ge der für die Vit­amin-D-Pro­duk­ti­on be­nö­tig­ten UVB-Strah­len zu uns durch­drin­gen.

Mit ho­hen Do­sen den Spei­cher wie­der fül­len

Von vie­len Spe­zia­lis­ten wer­den Rü­cken­pa­ti­en­ten in­zwi­schen ge­ra­de im Früh­ling auf ei­nen Vit­amin-D-Man­gel un­ter­sucht. Da­zu wird Blut ab­ge­nom­men und im La­bor ana­ly­siert. Für Selbst­zah­ler kos­tet ei­ne Vit­amin-D-Be­stim­mung et­wa 25 bis 50 Eu­ro. Für vie­le Pa­ti­en­ten ist das aber ei­ne loh­nen­de In­ves­ti­ti­on – so wie für Hel­ga K.: Ihr Wert lag nur bei ei­nem Drit­tel des Op­ti­mums.

In sol­chen Fäl­len ver­schrei- ben Ärz­te oft ei­ne Vit­amin­kur. Da­bei wird, je nach Dia­gno­se, täg­lich ein Prä­pa­rat mit bis zu 20 000 Ein­hei­ten Vit­amin D ein­ge­nom­men. Nach sie­ben bis 14 Ta­gen wird die Do­sis auf wö­chent­lich 20 000 Ein­hei­ten re­du­ziert. So ge­lingt es den Ärz­ten, die lee­ren Spei­cher in­ner­halb von ein bis zwei Mo­na­ten wie­der zu fül­len. Ei­ne sol­che Be­hand­lung soll­te nie in Ei­gen­re­gie, son­dern nur un­ter me­di­zi­ni­scher Kon­trol­le durch­ge­führt wer­den. Ei­ner­seits müs­sen Vo­r­er­kran­kun­gen wie Schild­drü­sen­pro­ble­me be­rück­sich­tigt wer­den. An­de­rer­seits kann ei­ne Über­do­sie­rung zu Übel­keit, Durch­fall, Mus­ke­lund Ge­lenk­schmer­zen und Herz­rhyth­mus­stö­run­gen füh­ren. Zu­dem sind die hoch­do­sier­ten Prä­pa­ra­te re­zept­pflich­tig.

Vit­amin D im­mer zum Es­sen ein­neh­men

Un­ter­stüt­zend er­hal­ten Pa­ti­en­ten wie Hel­ga K. Schmerz­mit­tel und den ärzt­li­chen Rat, mög­lichst in Be­we­gung zu blei­ben. Denn in­ak­ti­ve Mus­keln ver­här­ten sich im­mer wei­ter. Schlägt die The­ra­pie gut an, kön­nen die Schmerz­mit­tel nach und nach re­du­ziert wer­den, bis man kom­plett schmerz­frei ist.

Dann ist es wich­tig, ei­nen er­neu­ten Man­gel zu ver­hin­dern. Da­durch kön­nen Sie auch Rü­cken­schmer­zen vor­beu­gen. Die Deut­sche Ge­sell­schaft für Er­näh­rung emp­fiehlt 800 Ein­hei­ten Vit­amin D täg­lich, doch Ex­per­ten ra­ten eher zu 1000–2000 Ein­hei­ten. „Das kön­nen Sie be­den­ken­los zu sich neh­men“, er­klärt Dr. Bor­kow­ski.

Tipp: Neh­men Sie die Ta­blet­ten im­mer zur Haupt­mahl­zeit ein. Weil Vit­amin D fett­lös­lich ist, kann der Kör­per es nur dann op­ti­mal auf­neh­men.

Au­ßer Vit­amin D braucht un­ser Rü­cken auch vie­le an­de­re Vi­tal- und Mi­ne­ral­stof­fe.

Ei­ne Blut­pro­be zeigt, ob ein Vit­amin-D-Man­gel vor­liegt.

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