Vor­sicht, wenn die Fü­ße krib­beln

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Ob­wohl sie in So­cken ste­cken, füh­len sich die Fü­ße eis­kalt an. Die Soh­len krib­beln, die Bei­ne sind taub: Ty­pi­sche An­zei­chen für ei­ne dia­be­ti­sche Ner­ven­stö­rung, auch Neu­ro­pa­thie ge­nannt. Et­wa 30 Pro­zent al­ler Zu­cker­kran­ken ent­wi­ckeln das Ner­ven­lei­den.

Sym­pto­me wahr­neh­men und ab­klä­ren las­sen

Wenn die Fü­ße im­mer wie­der brennen oder schmer­zen, ra­ten Neu­ro­lo­gen da­zu, un­be­dingt ei­nen Arzt auf­zu­su­chen. Denn un­be­han­delt kann die Neu­ro­pa­thie die Ner­ven in den Bei­nen, Hän­den und so­gar Au­gen schä­di­gen. Dia­be­ti­ker soll­ten da­her mög­lichst auf­merk­sam ih­ren Kör­per wahr­neh­men, um An­zei­chen früh zu er­ken­nen. An­schlie­ßend kann ein Arzt mit ei­nem spe­zi­el­len Ge­rät mes­sen, wie schnell die Ner­ven Si­gna­le über­tra­gen – und so ei­ne Stö­rung zwei­fels­frei er­ken­nen.

Wenn der Blut­zu­cker die Ner­ven schä­digt

Die Ur­sa­chen für ei­ne Neu­ro­pa­thie sind vor al­lem ein schlecht ein­ge­stell­ter Blut­zu­cker so­wie ein Man­gel an Vit­amin B1 (Thia­min). Die Er­klä­rung: Der er­höh­te Zu­cker­spie­gel greift die Ner­ven an. Nor­ma­ler­wei­se kann Vit­amin B1 die­se Wir­kung be­kämp­fen. Doch bei Dia­be­ti­kern wird mehr Thia­min über die Nie­ren aus­ge­schie­den als bei Ge­sun­den – der Vit­amin-B1- Ge­halt ist so­mit um et­wa 75 Pro­zent nied­ri­ger.

Die bes­ten Me­tho­den zur Vor­sor­ge

Zur Vor­beu­gung soll­ten Be­trof­fe­ne des­halb aus­rei­chen­de Men­gen an Vit­amin B1 auf­neh­men. Al­lein über die Er­näh­rung ist das je­doch nicht mög­lich. Ex­per­ten wie der Dia­be­to­lo­ge Prof. Dr. Burk­hard Herrmann aus Bochum emp­feh­len da­her Prä­pa­ra­te, die ei­ne Vor­stu­fe des Vit­amins B1 ent­hal­ten: das vit­ami­n­ähn­li­che Ben­fo­ti­amin (z. B. „mil­gam­ma pro­tekt, re­zept­frei, Apo­the­ke). Mit der Ein­nah­me die­ses Bio­stof­fes steigt der Thia­min-Ge­halt im Blut um das Sie­ben­fa­che. Die bes­te Vor­beu­gung bleibt je­doch ein ge­sun­der Le­bens­stil – mit ge­nü­gend Be­we­gung und ei­ner aus­ge­wo­ge­nen Er­näh­rung.

Dia­be­ti­ker soll­ten täg­lich die Fü­ße ein­cre­men. Auch das schützt die Haut.

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