Wie ge­fähr­lich ist Kor­ti­son?

Wun­der­mit­tel oder hoch ris­kant: Kaum ein an­de­res Me­di­ka­ment hat ei­nen so schlech­ten Ruf wie Kor­ti­son. Zu Recht?

Das Neue - - DIESE WOCHE IN -

Da­ge­gen ver­schrei­be ich ­Ih­nen Kor­ti­son“– bei die­sem Satz läu­ten schnell die Alarm­glo­cken. Kor­ti­son? Das ist doch der Wirk­stoff mit den vie­len Ne­ben­wir­kun­gen, oder? Rich­tig und falsch. Denn Kor­ti­son ist an sich ein le­bens­wich­ti­ges Hor­mon, das in der Ne­ben­nie­ren­rin­de ge­bil­det wird. Es sorgt da­für, dass im Or­ga­nis­mus Energie frei­ge­setzt wird. Bei Stress wird des­halb mehr da­von aus­ge­schüt­tet. Gleich­zei­tig senkt der Bo­ten­stoff aber auch die Ak­ti­vi­tät der wei­ßen Blut­kör­per­chen, die zum Im­mun­sys­tem ge­hö­ren.

Längere Ein­nah­me kann Fol­gen ha­ben

Da­her kommt Kor­ti­son als me­di­zi­ni­scher Wirk- stoff übe­r­all dort zum Ein­satz, wo sich un­se­re Ab­wehr mit Ent­zün­dungs­re­ak­tio­nen ge­gen den Kör­per rich­tet, z. B. bei Rheu­ma, Neu­ro­der­mi­tis oder Asth­ma. Lang­fris­tig und hoch do­siert ein­ge­nom­men, führt der Bo­ten­stoff je­doch oft zu gra­vie­ren­den Ne­ben­wir­kun­gen: Über­ge­wicht, er­höh­ter Blut­druck oder Os­teo­po­ro­se kön­nen vor al­lem dann die Fol­ge sein, wenn der Stoff über ­Ta­blet­ten oder Sprit­zen in grö­ße­ren Men­gen in die Blut­bahn ge­rät.

Über die Haut ge­langt kaum Kor­ti­son ins Blut

An­ders ist es bei Asth­maSprays: Hier wird der Stoff di­rekt in die Bron­chi­en trans­por­tiert – und wirkt haupt­säch­lich dort. Eben­so bei Sal­ben: Lokal auf­ge­tra­gen wirkt das ent­hal­te­ne Kor­ti­son nur auf der Haut und ge­langt nicht in den Blut­kreis­lauf – da­her gibt es kaum ­Ne­ben­wir­kun­gen.

Wich­tig: Bei Juck­reiz oder Ent­zün­dun­gen nur be­trof­fe­ne Stel­len mit der Kor­ti­son-Cre­me be­han­deln.

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