Rat­ge­ber:

Rech­te & Pflich­ten im Win­ter

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Rut­schi­ge Stra­ßen, ver­eis­te Geh­we­ge, de­fek­te Hei­zun­gen – die kal­te Jah­res­zeit birgt lei­der vie­le Schat­ten­sei­ten und Ge­fah­ren. Hier klä­ren wir die wich­tigs­ten Rechts­fra­gen zum Win­ter:

Die Schei­be ist ver­eist – reicht beim Los­fah­ren ein Guck­loch?

Nein, laut ADAC reicht es nicht. Wer nur ei­ne klei­ne Flä­che freik­ratzt, ris­kiert ein Buß­geld von 10 Eu­ro. Da­zu droht bei ei­nem Un­fall Är­ger mit der Ver­si­che­rung – we­gen gro­ber Fahr­läs­sig­keit. Wich­tig: Auch Blin­ker, Rück­lich­ter, Schein­wer­fer, das Kenn­zei­chen so­wie das Dach müs­sen von Schnee und Eis be­freit wer­den.

Darf man den Mo­tor warm­lau­fen las­sen, be­vor man tat­säch­lich los­fährt?

Nein, das ist so­gar ver­bo­ten und kann eben­falls mit 10 Eu­ro ab­ge­mahnt wer­den.

Was gilt für die Be­nut­zung der Ne­bel­schluss­leuch­te?

Die Ne­bel­schluss­leuch­te dür­fen Sie erst bei ei­ner Sicht­wei­te von un­ter 50 Me­tern ein­schal­ten, sonst blen­den Sie nach­fol­gen­de Fahr­zeu­ge. Die zu­läs­si­ge Höchst­ge­schwin­dig­keit be­trägt dann 50 St­un­den­ki­lo­me­ter.

Wer muss bei Schnee­fall die Geh­we­ge räu­men?

Stra­ßen und We­ge frei zu hal­ten, ist Auf­ga­be der Kom­mu­nen. Doch bei Geh­we­gen dür­fen sie die­se Pflicht auf die Grund- stücks­ei­gen­tü­mer ab­wäl­zen – und die­se wie­der­um per Miet­ver­trag auf ih­re Mie­ter. Wer das ver­säumt, haf­tet für des­halb er­folg­te Un­fäl­le (OLG Frank­furt am Main, Az.: 16 U 123/87).

Wann und in wel­chem Um­fang muss ge­räumt wer­den?

Bür­ger­stei­ge in der Re­gel werk­tags von 7 bis 20 Uhr, an Son­nund Fei­er­ta­gen von 9 bis 20 Uhr. Da­bei muss der Geh­weg nicht in sei­ner ge­sam­ten Brei­te ge­räumt wer­den. Es ge­nügt meist ein Strei­fen von 80 bis 120 Zen­ti- me­tern, so­dass zwei Per­so­nen an­ein­an­der vor­bei­ge­hen kön­nen (BGH, Az.: III ZR 8/03).

Wie oft muss man denn am Tag Schnee schip­pen?

Der BGH hat ent­schie­den: Bei star­kem Schnee­fall sind An­lie­ger so­gar mehr­mals pro Tag in der Pflicht. Be­rufs­tä­ti­ge müs­sen dann im Zwei­fel ei­ne Er­satz­per­son stel­len oder ei­nen Win­ter­dienst be­auf­tra­gen (BGH, Az.: VI ZR 49/83). Tipp: Kos­ten für ei­nen pro­fes­sio­nel­len Win­ter­dienst kön­nen Sie als „haus­halts­na­he Di­enst­leis­tung“steu­er­lich gel­tend ma­chen.

Ist Salz­streu­en über­haupt noch er­laubt?

Auch wenn über­all Ber­ge von Streu­salz zum Kauf an­ge­bo­ten wer­den: Vie­le Kom­mu­nen ver­bie­ten durch Sat­zun­gen den pri­va­ten Ge­brauch von Salz oder er­lau­ben ihn nur bei ex­tre­mer Eis­glät­te. Wer da­ge­gen ver­stößt, ris­kiert zum Teil emp­find­li­che Geld­stra­fen – in Ber­lin zum Bei­spiel bis zu 10 000 Eu­ro. Mit die­sem Vor­ge­hen sol­len vor al­lem die Bäu­me ge­schützt wer­den. Denn Streu­salz rei­chert sich im Bo­den an und zer­stört die Wur­zeln der Bäu­me, so­dass die­se abst­er­ben.

Die Woh­nung wird nicht rich­tig warm – was kann man tun?

Laut Deut­schem Mie­ter­bund muss ei­ne Woh­nung im Win­ter min­des­tens 20 bis 22 Grad warm wer­den. Wird die­se Tem­pe­ra­tur nicht er­reicht, liegt ein Man­gel vor, den der Ver­mie­ter be­he­ben muss. Han­delt er auch nach Auf­for­de­rung nicht, dür­fen Sie Ih­re Mie­te min­dern.

Um wie viel darf man in so ei­nem Fall min­dern?

Wird es in­der W oh nungz.B. nur noch 18 Grad warm, ist ei­ne Min­de­rung bis zu 20 Pro­zent mög­lich. Bei ei­nem völ­li­gen Hei­zungs­aus­fall kön­nen Sie die Miet­zah­lung so­gar zu 100 Pro­zent aus­set­zen – an­tei­lig für je­den Tag des Aus­falls (LG Ber­lin, Az.: 65 S 70/92). Ex­tra-Tipp: Auch wenn die Min­dest­warm­was­ser­tem­pe­ra­tur zwi­schen 40 und 50 Grad Cel­si­us nicht er­reicht wird, be­rech­tigt Sie das zu ei­ner Miet­min­de­rung (AG Schö­ne­berg, Az.: 102 C 55/94).

Bit­te vor der Fahrt die gan­ze Schei­be freik­rat­zen.

Das Räu­men des Geh­wegs muss meis­tens der Mie­ter über­neh­men.

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