Uli Ho­en­eß: Die „Ab­tei­lung Atta­cke“wird 65

Er mach­te sich vie­le Fein­de. Doch Freun­de lässt er nie im Stich

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Sein vor lau­ter Zorn hoch­ro­ter Kopf ge­hört ge­nau­so zu ihm wie sein gro­ßes Herz. Uli Ho­en­eß ist und bleibt ein Ge­fühls­mensch. Und so scharf er eben ge­gen sei­ne Geg­ner schießt, so loy­al ver­tei­digt er al­les, was ihm lieb und teu­er ist. Zum 65. Ge­burts­tag blickt die „Ab­tei­lung Atta­cke“auf ei­ne Traum­kar­rie­re zu­rück. Eins ist klar: Ge­schenkt wur­de ihm da­bei nichts.

„Ich ha­be mei­nen Va­ter er­lebt, wie der mor­gens um drei Uhr in un­se­rer klei­nen Metz­ge­rei schuf­te­te“, er­in­nert sich der Prä­si­dent des FC Bay­ern Mün­chen: „Das hat mich schon ge­prägt, die­ses Be­wusst­sein, dass man hart ar­bei­ten muss, wenn man et­was er­rei­chen will.“

Er­reicht hat Ho­en­eß viel. Als Spie­ler wur­de er Welt­meis­ter, als Bay­ern-Ma­na­ger zur Le­gen­de – auch au­ßer­halb des Plat­zes. Wer ein­mal in „sei­nen“Ver­ein auf­ge­nom­men wird, der kann be­din­gungs­los auf ihn zäh­len. So half er Gerd Mül­ler (71), die Al­ko­hol-

sucht zu be­sie­gen, hol­te Meh­met Scholl (46) zu sich in sein Haus, als es die­sem nicht gut ging, und or­ga­ni­sier­te für den an Leuk­ämie er­krank­ten Nach­wuchs­trai­ner Udo Bas­se­mir (57) ei­ne le­bens­ret­ten­de Kno­chen­mark-Spen­de. „Wenn du in der Son­ne stehst, so wie ich, dann musst du der Ge­sell­schaft et­was zu­rück­ge­ben“, ndet Uli Ho­en­eß.

Über al­lem steht der Ver­ein. „Wenn ir­gend­ein Pro­blem ent­steht, wür­de ich so­gar den Platz­wart ma­chen“, sagt er und meint es auch so. Uli Ho­en­eß ist ein Küm­me­rer, ein Ma­cher. An Ru­he­stand denkt er dar­um auch mit 65 nicht. Sehr zum Leid­we­sen sei­ner Frau, die sich sei­ne Nach-Ma­na­ger-Zeit wohl „ein biss­chen an­ders vor­ge­stellt“hat.

Zu­rück an der Macht: Mit 97 Pro­zent wur­de er jetzt wie­der zum FC-Bay­ernPrä­si­den­ten ge­wählt.

op U wie un­zer­stör­bar! 1982 über­leb­te Uli so­gar ei­nen Flug­zeug­ab­sturz, konn­te die In­ten­siv­sta­ti­on nach zwei Ta­gen ver­las­sen. Tra­gisch: In dem Wrack star­ben drei Men­schen.

Mit Leib und See­le ein ech­ter Bay­er: Uli liebt Weiß­bier, Rost­brat­würs­te und na­tür­lich sei­nen FC Bay­ern.

Tief­punkt: We­gen Steu­er­hin­ter­zie­hung von knapp 30 Mio. Eu­ro war der Bay­ern-Prä­si­dent zu drei­ein­halb Jah­ren Haft ver­ur­teilt wor­den. Auf ei­ne Re­vi­si­on ver­zich­te­te er, er­klär­te: „Den Kon­se­quen­zen die­ses Feh­lers stel­le ich mich!“

Uli mit Su­si und sei­nen bei­den Kin­dern Flo­ri­an (36) und Sa­bi­ne (40). „Fa­mi­lie ist hei­lig“, be­tont er.

Vor 50 (!) Jah­ren hat er sei­ne Frau Su­si (heu­te 64) ken­nen- und lie­ben­ge­lernt, Hoch­zeit 1973: „Oh­ne sie wä­re ich nichts.“

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