Rat­ge­ber: Ihr Recht bei Fern­bus­rei­sen .

Von der Ab­fahrt bis zum Ziel­bahn­hof sind die Fern­bus­se. Doch nicht bei je­der Fahrt läuft al­les rund. Was bei Pro­ble­men Ihr gu­tes Recht ist, er­fah­ren Sie hier

Das Neue - - DIESE WOCHE IN DAS NEUE -

Preis­wert und be­liebt Wie lan­ge darf sich die Ab­fahrt ver­zö­gern?

Ab ei­ner Stre­cke von über 250 Ki­lo­me­tern gilt: Ver­zö­gert sich die Ab­fahrt ei­ner min­des­tens drei­stün­di­gen Bus­rei­se um mehr als 90 Mi­nu­ten, muss der An­bie­ter Sie mit Ge­trän­ken und Snacks ver­sor­gen. Ab 120 Mi­nu­ten muss er Ih­nen die Wahl las­sen, ob Sie den Fahr­preis er­stat­tet ha­ben wol­len oder oh­ne Auf­preis ei­ne an­de­re Ver­bin­dung nut­zen wol­len. Tut er dies nicht, steht Ih­nen zu­sätz­lich ei­ne Ent­schä­di­gung von 50 Pro­zent des Fahr­prei­ses zu. Aus­nah­men be­ste­hen bei Un­wet­ter oder Na­tur­ka­ta­stro­phen.

Ste­he ich im Re­gen, wenn ei­ne Fahrt aus­fällt?

Auch hier muss der Fahr­preis er­stat­tet wer­den. Kön­nen Sie am sel­ben Tag auf kei­ne an­de­re Ver­bin­dung aus­wei­chen, ha­ben Sie An­spruch auf bis zu zwei Über­nach­tun­gen (im Wert von max. 80 Eu­ro pro Nacht).

Muss ich ste­hen, wenn je­der Platz be­setzt ist?

Dann muss der An­bie­ter Sie un­ter glei­chen Be­din­gun­gen auf an­de­re Wei­se ans Ziel brin­gen oder Ih­nen den Ti­cket­preis er­stat­ten. Ist ei­ne Wei­ter­fahrt nicht am glei­chen Tag mög­lich, muss der Ver­an­stal­ter max. zwei Über­nach­tun­gen zah­len.

Gibt es bei Ver­spä­tung ei­ne Ent­schä­di­gung?

Ist der Bus pünkt­lich ab­ge­fah­ren, ha­ben Sie kei­nen An­spruch auf Ent­schä­di­gung, falls er im Stau stand. Bei ei­ner Pan­ne muss der An­bie­ter ei­nen Er­satz­bus or­ga­ni­sie­ren, bei ei­nem Un­fall Ver­pfle­gung und Un­ter­brin­gung si­cher­stel­len.

Was pas­siert, wenn ich den An­schluss- Bus ver­pas­se?

Auch da­bei kommt es dar­auf an, war­um Ihr Bus zu spät am Um­stei­ge­punkt an­ge­kom­men ist. Bei Un­fall oder Pan­ne ha­ben Sie An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di- gung. Stand der Bus aber ein­fach nur im Stau, ha­ben die Fahr­gäs­te Pech ge­habt. Sie soll­ten al­so bei Rei­sen mit Um­stei­gen im­mer ge­nü­gend zeit­li­chen Puf­fer ein­bau­en.

Wer er­setzt mir mein be­schä­dig­tes Ge­päck?

Dann ha­ben Sie An­spruch auf ei­ne Ent­schä­di­gung. Das gilt auch, wenn das Ge­päck wäh­rend der Rei­se ab­han­den kommt. Die Hö­he des Scha­dens müs­sen Sie mit Rech­nun­gen oder ei­ner ei­des­statt­li­chen Er­klä­rung be­le­gen. Die Höchst­gren­ze liegt al­ler­dings bei 1 200 Eu­ro je Ge­päck­stück. Wem al­so die teu­re Fo­to­aus­rüs­tung oder der trag­ba­re Com­pu­ter ka­putt geht, der bleibt wo­mög­lich auf ei­nem Teil des Scha­dens sit­zen.

Wo kann ich mich be­schwe­ren?

Mit Be­schwer­den müs­sen Sie sich zu­erst an den An­bie­ter wen­den (er stellt auch das For­mu­lar). Da­für ha­ben Sie drei Mo­na­te Zeit. Das Un­ter­neh­men muss in­ner­halb von ei­nem Mo­nat auf Ih­re Be­schwer­de re­agie­ren und Ih­nen in­ner­halb von drei Mo­na­ten ei­ne ver­bind­li­che Ant­wort ge­ben. Ge­schieht das nicht oder sind Sie mit der Ant­wort un­zu­frie­den, kön­nen Sie sich an das Ei­sen­bahn-Bun­des­amt wen­den (Tel.: 02 28/30 79 54 00; In­ter­net: www.eba.bund.de)

Ei­ne Bus­fahrt, die ist lus­tig – so­lan­ge nichts schief­geht.

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