Wenn die Haut SOS funkt

Sie ist ein Früh­warn­sys­tem un­se­rer See­le und kann uns auf Pro­ble­me der in­ne­ren Or­ga­ne hin­wei­sen

Das Neue - - MEDIZIN -

Ein Blick in den Spie­gel ver­rät viel über un­se­ren Ge­sund­heits­zu­stand: Pus­teln und Rö­tun­gen, aber auch ein fah­ler Teint kön­nen Warn­si­gna­le für see­li­sche oder kör­per­li­che Lei­den sein – und das lan­ge be­vor wei­te­re Be­schwer­den auf­tre­ten. Denn un­se­re Haut lei­tet nicht nur äu­ße­re Im­pul­se – et­wa Käl­te oder Wär­me – an das Ge­hirn wei­ter, son­dern re­agiert um­ge­kehrt auch auf Si­gna­le, die es von un­se­ren in­ne­ren Or­ga­nen er­hält. Des­halb ist für vie­le Me­di­zi­ner ein Blick auf das Haut­bild heu­te fes­ter Be­stand­teil je­der Un­ter­su­chung:

Was der Teint über uns ver­rät

So kann bei­spiels­wei­se ei­ne fah­le Ge­sichts­far­be mit tro­cke­ner, ju­cken­der Haut auf ei­ne Nie­ren­er­kran­kung hin­wei­sen. Hin­ter ein­ge­ris­se­nen Mund­win­keln kann ein Dia­be­tes ste­cken, hin­ter Au­gen­rin­gen und Trä­nen­sä­cken ei­ne Bla­sen­stö­rung. Bei ei­nem nied­ri­gen Sau­er­stoff­ge­halt des Blu­tes ver­fär­ben sich Haut und Nä­gel bläu­lich. Da­hin­ter ver­ber­gen sich oft Durch­blu­tungs­stö­run­gen, die auf ei­ne Herz- oder Lun­gen­er­kran­kung hin­deu­ten kön­nen. Ent­zün­dun­gen des Herz­mus­kels ge­hen oft mit win­zi­gen Ein­blu­tun­gen ein­her: Die steck­na­del­kopf­klei­nen ro­ten Pünkt­chen ver­tei­len sich meist am Ober­kör­per oder den Bei­nen.

War­um Haut und Ge­hirn ver­wandt sind

Dass un­se­re Haut kör­per­li­che Pro­ble­me si­gna­li­siert, hat ei­nen Grund: Beim Em­bryo bil­den sich Haut und Ge­hirn aus den­sel­ben Zel­len. We­gen die­ser na­hen Ver­wandt­schaft be­tref­fen Krank­hei­ten nicht sel­ten bei­de Or­gan­sys­te­me: das zen­tra­le Ner­ven­sys­tem und die Haut. Kein Wun­der al­so, dass sich see­li­sche Pro­ble­me oft an un­se­rem Haut­zu­stand ab­le­sen las­sen – und um­ge­kehrt chro­ni­sche Lei­den wie Schup­pen­flech­te und Neu­ro­der­mi­tis die Psy­che stark be­las­ten. For­scher spre­chen da­bei vom so­ge­nann­ten Haut-Ich.

Wie Ge­füh­le die Haut ver­än­dern kön­nen

Ex­tre­mer Stress et­wa lässt bei man­chen Men­schen Pi­ckel sprie­ßen oder Her­pes-Bläs­chen an der Lip­pe ent­ste­hen. Die­ser so­ge­nann­te Her­pes la­bia­lis zählt zu den häu­figs­ten Hau­ter­kran­kun­gen – 95 Pro­zent der Be­völ­ke­rung tra­gen das Vi­rus in sich. Neu­en For­schun­gen zu­fol­ge soll­te be­reits das ers­te Krib­beln ge­stoppt wer­den: Sehr gu­te Er­fol­ge wer­den mit ei­ner Wär­meBe­hand­lung (et­wa mit dem „Her­po­therm“-Wär­me­stift, re­zept­frei, Apo­the­ke) er­zielt. Der Lip­pen­stift gibt et­wa 3 Se­kun­den kon­zen­trier­te Wär­me ab (50° C). Da­durch wird ein spe­zi­el­les Pro­te­in, das den Her­pesVi­ren als An­dock­stel­le dient, zer­stört, und die Ent­ste­hung von Bläs­chen ver­hin­dert.

Wann Sie den Arzt auf­su­chen soll­ten

Grund­sätz­lich gilt: Ach­ten Sie auf das, was Ih­re Haut Ih­nen si­gna­li­siert. Und wenn Sie sich nicht „ganz wohl in Ih­rer Haut“füh­len, zö­gern Sie nicht und las­sen Sie die Sym­pto­me lie­ber ärzt­lich ab­che­cken.

Ein fah­ler Teint kann auf ein Nie­ren­lei­den hin­wei­sen.

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