Ver­si­che­rung nach Maß

Un­ver­ständ­li­che Klau­seln – da­mit schla­gen sich vie­le Ver­si­che­rungs­neh­mer her­um. Wir klä­ren auf

Das Neue - - RATGEBER -

Mehr als 2200 Eu­ro gibt je­der Deut­sche im Schnitt pro Jahr für Ver­si­che­run­gen aus. Doch kaum ei­ner liest sich das schwer ver­ständ­li­che Klein­ge­druck­te ge­nau durch. Da­bei lau­ern dort Tü­cken, die teu­er wer­den kön­nen. Denn die An­bie­ter las­sen sich wirk­lich viel ein­fal­len, um sich vor Zah­lun­gen zu drü­cken. Wel­che sie­ben Fal­len Sie ken­nen soll­ten, um Ih­ren Ver­si­che­rungs­ver­trag – bei Be­darf – recht­zei­tig nach­bes­sern zu las­sen.

Haus­rat

Die­se Ver­si­che­rung ist ein Muss. Ei­ne der größ­ten Fal­len hier­bei ver­steckt sich im Fach-Chi­ne­sisch: „Ein­re­de der gro­ben Fahr­läs­sig­keit“heißt die­ser Punkt. Er be­deu­tet, dass sich die Ver­si­che­rung her­aus­re­den kann, wenn der Kun­de grob fahr­läs­sig han­delt. Das tut er z. B., wenn er die Wasch­ma­schi­ne an­stellt und das Haus ver­lässt. Setzt die Ma­schi­ne die Woh­nung un­ter Was­ser, zahlt die Ver­si­che­rung nicht – es sei denn, sie hat vor­her auf die oben ge­nann­te „Ein­re­de“aus­drück­lich ver­zich­tet.

Kfz- Haft­pflicht

Sie muss laut Ge­setz min­des­tens 7,5 Mil­lio­nen Eu­ro für Per­so­nen­schä­den und 1,12 Mil­lio­nen Eu­ro für Sach­schä­den ab­de­cken. Laut Ver­brau­cher­schüt­zern ist das längst nicht ge­nug. Sie ra­ten, nur Ver­trä­ge mit min­des­tens 100 Mil­lio­nen Eu­ro Scha­dens­de­ckung ab­zu­schlie­ßen. Denn nach ei­nem Un­fall kön­nen die Kos­ten ex­plo­die­ren. Au­ßer­dem soll­te auch die Kfz-Haft­pflicht auf die „Ein­re­de der gro­ben Fahr­läs­sig­keit“(sie­he Haus­rat) ver­zich­ten.

Haft­pflicht

Sie zer­bre­chen Nach­bars Va­se? Dann ist das hof­fent­lich beim Be­such pas­siert und nicht, als Sie beim Um­zug ge­hol­fen ha­ben. Für so­ge­nann­te „Ge­fäl­lig­keits­schä­den“zahlt die Ver­si­che­rung näm­lich meist nicht. Es sei denn, der Ver­trag schließt die­se aus­drück­lich mit ein.

Ele­men­tar­schä­den

Haus­rat und Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­run­gen de­cken meist kei­ne Schä­den durch Über­schwem­mun­gen, Rück­stau oder Schnee­druck ab. Da­für ist ei­ne Zu­satz­ver­si­che­rung ge­gen Ele­men­tar­schä­den nö­tig. Wer sie ab­schließt, soll­te auf den Punkt „Nicht ver­si­chert sind: ...“ach­ten. Denn dort wer­den oft vie­le Aus­nah­men auf­ge­lis­tet.

Rei­se­rück­tritt

Der Ver­si­che­rer zahlt nicht, wenn der Grund für die Stor­nie­rung des Ur­laubs ei­ne be­kann­te Vo­r­er­kran- kung ist, zum Bei­spiel ei­ne chro­ni­sche Bron­chi­tis. Fra­gen Sie au­ßer­dem ge­nau nach, ob In­fek­tio­nen ab­ge­deckt sind! Denn vie­le Ver­si­che­run­gen zah­len zwar nach Un­fäl­len, nicht aber nach In­fek­ti­ons­krank­hei­ten.

Rechts­schutz

Über­nimmt die Kos­ten für An­walt, Ge­richt und Sach­ver­stän­di­ge für ver­schie­de­ne Rechts­ge­bie­te. Doch bei al­len ste­hen im Klein­ge­druck­ten je­de Men­ge Fäl­le­, bei de­nen die Kos­ten nicht über­nom­men wer­den. Häu­fig sind das Schei­dungs- und Un­ter­halts­kla­gen so­wie Streit um Steu­ern und Ka­pi­tal­an­la­gen. Nie­mals ver­si­chert sind Kos­ten, die bei Ge­richts­pro­zes­sen um den Kauf, Bau oder Um­bau von Im­mo­bi­li­en ent­ste­hen.

Be­rufs­un­fä­hig­keit

Die Ver­si­che­rung darf al­le ärzt­li­chen Un­ter­la­gen ein­se­hen, be­vor sie ei­ne Ren­te zahlt. Kommt da­bei her­aus, dass Sie ei­ne der Ge­sund­heits­fra­gen im Ver­trag falsch be­ant­wor­tet ha­ben, be­kom­men Sie kein Geld. Fra­gen Sie des­halb vor dem Aus­fül­len des Fra­ge­bo­gens auch bei Ih­rem Arzt nach.

Auch wenn es müh­sam ist: Ar­bei­ten Sie sich durch das Klein­ge­druck­te.

Zahlt mei­ne Ver­si­che­rung für Nach­bars ka­put­te Va­se?

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