Ur­tei­le

Das Neue - - RATGEBER -

Kei­ne Kür­zung

Be­zie­her ei­ner Ver­letz­ten­ren­te müs­sen ei­ne Kür­zung nur hin­neh­men, wenn me­di­zi­ni­scher Fort­schritt ih­re Er­werbs­fä­hig­keit ver­bes­sert. Im ver­han­del­ten Fall hat­te ein bein­am­pu­tier­ter Mann ei­ne neu­ar­ti­ge Pro­the­se be­kom­men. Dar­auf­hin kürz­te die Kas­se sei­ne Ren­te. Zu Un­recht: Die Pro­the­se stei­ger­te nicht sei­ne Job-Aus­sich­ten (BSG, Az. B 2 U 11/15 R).

Graf­fi­ti-Är­ger

Wenn Schmie­re­rei­en von Wän­den ent­fernt wer­den müs­sen, darf der Ver­mie­ter die Kos­ten da­für nicht ein­fach auf die Mie­ter um­le­gen. Das wä­re rech­tens, wenn die Rei­ni­gung re­gel­mä­ßig er­folgt. Wird sie nur un­re­gel­mä­ßig not­wen­dig, zählt sie nicht zu den Be­triebs­kos­ten (LG Kas­sel, Az. 1 S 352/ 15).

Man­gel­haf­te Wa­re

Ei­ne ge­lie­fer­te Wa­re muss nur dann um­ge­hend be­zahlt wer­den, wenn sie frei von Män­geln ist. Das gilt auch bei Ba­ga­tell­schä­den. In die­sem Fall wies ein Neu­wa­gen ei­nen klei­nen Krat­zer auf. Der Kun­de hielt den vol­len Kauf­preis zu­rück, bis der Scha­den be­ho­ben war – zu Recht (BGH, Az. VIII ZR 211/15).

Preis­er­hö­hung

Er­höht ein Strom­ver­sor­ger die Prei­se, han­delt es sich um ei­ne Ver­trags­än­de­rung. Laut Ge­setz ha­ben Kun­den dann ein Son­der­kün­di­gungs­recht. Und an­ders als ein Strom­an­bie­ter dach­te, gilt kei­ne Aus­nah­me von der Re­gel, wenn es die Er­hö­hung von Steu­ern und Ab­ga­ben war, die zu ei­nem hö­he­ren Ge­samt­preis ge­führt hat (OLG Düs­sel­dorf, Az. I-20 U 11/16).

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