Die Fa­mi­lie war ihm im­mer das Wich­tigs­te

Vor 30 Jah­ren starb der be­lieb­te Mo­de­ra­tor („Dal­li Dal­li“)

Das Neue - - ERINNERUNG -

Sie sind der Mei­nung, das war … spit­ze!“Mit „Dal­li Dal­li“hat sich Hans Ro­sen­thal († 61) auch 30 Jah­re nach sei­nem Tod un­ver­ges­sen ge­macht. Da­bei war die Kar­rie­re ihm nie wich­tig ge­we­sen. An ers­ter Stel­le stand für den Mo­de­ra­tor im­mer die Fa­mi­lie. Es war 1946, als der da­mals 22-Jäh­ri­ge beim Ber­li­ner Rund­funk ei­nen Mäd­chen-für-Al­lesJob mach­te – und die 18-jäh­ri­ge Traudl († 88) in der Kan­ti­ne ken­nen­lern­te. Nur ein Jahr spä­ter hielt er im ge­lie­he­nen Smo­king um ih­re Hand an. Mit Toch­ter Bir­git (heu­te 66) und Sohn Gert (heu­te 58) wur­den sie zum Bil­der­buch­paar der 50er. Hans mach­te Kar­rie­re, Traudl stärk­te ihm den Rü­cken. Am 13. Mai 1971 star­te­te er schließ­lich mit „Dal­li Dal­li“die Sen­dung, mit der er über Nacht zum Fern­sehlieb­ling wur­de. 1977 wähl­te ihn das Pu­bli­kum zum be­lieb­tes­ten

deut­schen Mo­de­ra­tor. „Ich glau­be, der Grund liegt da­rin, dass ich, wenn ich auf der Stra­ße bin, ei­ner wie sie bin – kein Star“, kom­men­tier­te Hans Ro­sen­thal da­mals die Aus­zeich­nung in ge­wohn­ter Be­schei­den­heit. Er, der als Sohn jü­di­scher El­tern nur knapp dem Tod durch die Na­tio­nal­so­zia­lis­ten ent­kom­men war, er, des­sen Fa­mi­lie im Ho­lo­caust er­mor­det wur­de, weiß den Rum­mel um sei­ne Per­son ein­zu­ord­nen. Er hat zu viel er­lebt, um ab­zu­he­ben. Im Ge­gen­teil: Sei­ne Stif­tung un­ter­stützt bis heu­te Men­schen, die un­schul­dig in Not ge­ra­ten sind. Nur sich selbst konn­te Hans nicht ret­ten, der Ma­gen­krebs war zu stark. Nach sei­nem Tod sag­te Wit­we Traudl, wie sehr sie ihn ver­misst: „Aber wenn ich an ihn den­ke, muss ich eher la­chen als wei­nen.“Das hät­te Hans auch so ge­wollt.

Un­ver­ges­sen! 15 Jah­re lang spiel­te er sich mit dem „Dal­li Dal­li“Quiz in die Her­zen der Men­schen.

Ein Foto aus Grund­schul-Ta­gen. Nur ein paar Jah­re spä­ter be­gann die Ver­fol­gung der Ju­den. Hans über­leb­te nur knapp.

„Opa­sein ist spit­ze!“Mit En­kel Fe­lix beim Luft­sprung. Mit Re­bec­ca und De­bo­ra hat er noch zwei En­ke­lin­nen.

Gro­ße Lie­be: 40 glück­li­che Jah­re wa­ren er und Edel­traud ver­hei­ra­tet. Skan­da­le? Gab es kei­ne!

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