– Wohl­fühl-Tipps für Ih­re Le­ber

War­um sie über­le­bens­wich­tig für uns ist, wie wir sie schüt­zen und un­ter­stüt­zen kön­nen, woran wir ei­ne Le­ber­er­kran­kung er­ken­nen

Das Neue - - DIESE WOCHE IN -

Me­di­zi­ner spre­chen von ei­ner neu­en Volks­krank­heit: die Fett­le­ber. Fast je­der drit­te Deut­sche ist be­reits da­von be­trof­fen – oft oh­ne es zu mer­ken. Denn das Or­gan lei­det still, die Krank­heit ver­ur­sacht im An­fangs­sta­di­um kei­ne ein­deu­ti­gen, son­dern al­len­falls all­ge­mei­ne Sym­pto­me wie et­wa Mü­dig­keit. Lang­fris­tig aber kön­nen sich ei­ne Le­ber­zir­rho­se und Dia­be­tes vom Typ 2 ent­wi­ckeln. Aus die­sem Grund soll­ten wir un­ser größ­tes in­ne­res Or­gan vor Schä­den schüt­zen und es bei sei­ner Ar­beit un­ter­stüt­zen.

Im­mer­hin fil­tert die Le­ber täg­lich rund 2000 Li­ter Blut, schleust Schad­stof­fe aus dem Kör­per und re­gu­liert zu­dem den Fett- und Zu­cker­stoff­wech­sel so­wie den Mi­ne­ral- und Vit­amin­haus­halt. Er­kran­kun­gen, aus­ge­löst z. B. auch durch Me­di­ka­men­te oder zu viel Al­ko­hol, steckt sie erst mal stumm weg. Lan­ge Zeit tre­ten nur schwa­che und un­spe­zi­fi­sche Sym­pto­me auf (sie­he Kas­ten rechts), et­wa

Ap­pe­tit­ver­lust, Übel­keit und Er­bre­chen, Kon­zen­tra­ti­ons­stö­run­gen so­wie ein Druck­ge­fühl im rech­ten Ober­bauch.

Die gu­te Nach­richt: Die Le­ber kann sich als ei­nes der we­ni­gen Or­ga­ne re­ge­ne­rie­ren und Schä­den re­pa­rie­ren, so­lan­ge noch ge­nü­gend ge­sun­de Zel­len vor­han­den sind. Da­mit es aber gar nicht erst zu ei­ner Er­kran­kung kommt, kön­nen Sie das Or­gan mit ein paar Maß­nah­men bei sei­ner täg­li­chen Ar­beit un­ter­stüt­zen:

1 Bit­ter­stof­fe es­sen Pflanz­li­che Le­bens­mit­tel mit vie­len Bit­ter­stof­fen sor­gen da­für, dass die Gal­len­pro­duk­ti­on an­ge­kur­belt wird. Da­durch kann das in der Nah­rung ent­hal­te­ne Fett bes­ser ver­daut wer­den – das ent­las­tet die Le­ber. Emp­feh­lens­wert sind Ar­ti­scho­cken, En­di­vi­en, Chi­co­rée, Lö­wen­zahn und Ro­sen­kohl. Le­cker ist zum Bei­spiel ein Saft mit Lö­wen­zahn. Da­für ei­ne Hand­voll Lö­wen­zahn, ei­ne Bir­ne und ei­ne Ba­na­ne mit 200 ml Was­ser pü­rie­ren – schon fer­tig! Am bes­ten ein­mal täg­lich trin­ken.

2 Le­ber­wi­ckel ma­chen Nach fett­rei­chem Es­sen kann ein Le­ber­wi­ckel die Ver­dau­ung an­re­gen. Da­für ein klei­nes Hand­tuch in hei­ßes Salz­was­ser tau­chen, aus­wrin­gen und auf die Le­ber le­gen. An­schlie­ßend ei­ne Wärm­fla­sche auf das Hand­tuch pa­cken und den Wi­ckel 30 Mi­nu­ten lang ein­wir­ken las­sen. Durch die Wär­me wird die Le­ber bes­ser durch­blu- tet und der Ent­gif­tungs­pro­zess be­schleu­nigt sich.

3 Mit Kräu­tern wür­zen Fri­sche Kräu­ter schme­cken nicht nur le­cker, sie tun auch der Le­ber be­son­ders gut. So ent­hält et­wa Ros­ma­rin so­ge­nann­te Po­ly­phe­n­o­le, äthe­ri­sche Öle und Mi­ne­ral­stof­fe, die den Gal­len­fluss ak­ti­vie­ren, die Durch­blu­tung stei­gern und die Le­ber bei der Ent­gif­tung un­ter­stüt­zen. Es ge­nügt, wenn Sie das Kraut et­wa drei­mal pro Wo­che ein­set­zen. Auch Sal­bei ist gut für die Le­ber. Er wirkt krampf­lö­send, ent­zün­dungs­hem­mend und re­ge­ne­ra­ti­ons­för­dernd. Für ei­ne klei­ne Kur ei­ne Wo­che je­den Tag ei­nen hal­ben Li­ter Tee aus ge­trock­ne­ten Sal­beiblät­tern (Apo­the­ke) trin­ken.

4 Ei­ne Kur zur Ent­las­tung Auch an­de­re Heil­pflan­zen sind ei­ne Wohl­tat für die Le­ber. Ein be­währ­tes Kraut ist die Ma­ri­en­dis­tel. Sie un­ter­stützt das Or­gan bei sei­ner Ent­gif­tungs­und Ver­dau­ungs­ar­beit und för­dert die Re­ge­ne­ra­ti­on bei Über­las­tung. Lö­wen­zahn und Schöll­kraut stei­gern die Gal­len­pro­duk­ti­on und wir­ken krampf­lö­send, Eh­ren­preis hemmt Ent­zün­dun­gen.

Um be­ste­hen­de Be­schwer­den wie Ma­gen­krämp­fe, Ver­stop­fung so­wie Völ­le­ge­fühl sanft zu lin­dern und auch um vor­beu­gend die Le­ber zu ent­las­ten, emp­feh­len Ex­per­ten ei­ne 3- bis 4-wö­chi­ge Kur mit die­sen Heil­kräu­tern. Am ein­fachs­ten ist die Ein­nah­me ei­nes pflanz­li­chen Prä­pa­rats, das die Pflan­zen­ex­trak­te in op­ti­ma­ler Do­sie­rung ent­hält (z. B. „He­par-He­vert Le­ber­ta­blet­ten SL“, re­zept­frei in der Apo­the­ke).

5 Aus­rei­chend trin­ken Auch wer täg­lich min­des­tens zwei Li­ter Was­ser, un­ge­süß­ten Tee oder Saft­schor­len zu sich nimmt, hilft sei­ner Le­ber beim Ent­gif­ten. Denn nur wenn aus­rei­chend Flüs­sig­keit im Kör­per vor­han­den ist, kön­nen die Gift­stof­fe schnel­ler zur Le­ber trans­por­tiert und der Kör­per bes­ser ge­rei­nigt wer­den.

6 Re­gel­mä­ßig ent­span­nen Bei dau­er­haf­tem Stress schüt­tet der Kör­per ver­mehrt das Hor­mon Cor­ti­sol aus, das die Le­ber be­las­tet. Ent­span­nungs­übun­gen, z. B. au­to­ge­nes Trai­ning, kön­nen stress­be­ding­ten Le­ber­er­kran­kun­gen vor­beu­gen. Auch Sport wie Schwim­men oder Rad­fah­ren (mal pro Wo­che 30 Mi­nu­ten) baut Stress ab.

7 Al­ko­hol in Ma­ßen Trin­ken wir Al­ko­hol, ar­bei­tet die Le­ber auf Hoch­tou­ren. Da­mit sie sich re­ge­ne­rie­ren kann, braucht sie Pau­sen. Me­di­zi­ner ra­ten des­halb, so we­nig Al­ko­hol wie mög­lich zu trin­ken. Wem das schwer­fällt: Män­ner soll­ten höchs­tens an fünf Ta­gen pro Wo­che ein gro­ßes Glas Bier (0,5 Li­ter) oder ein Glas Wein (0,25 Li­ter) pro Tag trin­ken, Frau­en da­ge­gen nur die Hälf­te die­ser Men­ge.

Der Arzt kann mit ei­nem Blut­test klä­ren, ob die Le­ber ge­sund ist

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