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Die wich­tigs­ten Ant­wor­ten zu Or­gan- und Blut­spen­de

Bis zu acht Men­schen­le­ben kann ein Or­gan­spen­der im Ide­al­fall ret­ten. Trotz­dem ster­ben bun­des­weit je­den Tag durch­schnitt­lich drei Men­schen, weil es zu we­nig Spen­den gibt. Das Pro­blem: Nach den Skan­da­len aus dem Jahr 2013 sind vie­le vor­sich­tig ge­wor­den. Oft sind es aber auch ein­fach man­geln­de In­for­ma­ti­on oder fal­sche Vor­stel­lun­gen, die uns un­si­cher ma­chen und das The­ma mei­den las­sen. Wir klä­ren die wich­tigs­ten Fragen:

Kann ich be­stimm­te Or­ga­ne spen­den?

Ja, auf dem Spen­der-Aus­weis ver­mer­ken Sie nicht nur Ih­re grund­sätz­li­che Ent­schei­dung für oder ge­gen ei­ne Or­gan­spen­de. Sie kön­nen auch ge­nau ein­tra­gen, wel­che Or­ga­ne und Ge­we­be Sie spen­den möch­ten – und wel­che nicht.

Was wird ei­gent­lich trans­plan­tiert?

Herz, Lun­ge, Le­ber und Nie­ren so­wie Bauch­spei­chel­drü­se und Darm sind über­trag­bar. Aber auch Ge­we­be (Seh­nen, Knor­pel), Tei­le der Haut, Herz­klap­pen und Blut­ge­fä­ße.

Wann darf ein Or­gan ent­nom­men wer­den?

Nur, wenn ei­ne Ein­wil­li­gung vor­liegt und zwei Ärz­te un­ab­hän­gig von­ein­an­der den Hirn­tod fest­ge­stellt ha­ben. Da­bei muss ei­ner der Me­di­zi­ner ein Fach­arzt für Neu­ro­lo­gie oder Neu­ro­chir­ur­gie sein.

Wie wird Miss­brauch ver­hin­dert?

Die Ärz­te, die den Hirn­tod fest­stel­len, dür­fen in kei- nem Sta­di­um an der Trans­plan­ta­ti­on be­tei­ligt sein – al­so we­der bei der Ent­nah­me noch bei der Über­tra­gung der Or­ga­ne.

Was be­deu­tet Le­bend­spen­de?

Hier­bei ent­nimmt man die Or­ga­ne zu Leb­zei­ten. Ein ge­sun­der Mensch kann z. B. ei­ne Nie­re oder ei­nen Teil der Le­ber spen­den. Da­bei kann es vor al­lem beim Ein­griff an der Le­ber zu Kom­pli­ka­tio­nen (z. B. mit der Gal­le) kom­men, bei Nie­ren­spen­den eher zu Spät­fol­gen wie chro­ni­scher Mü­dig­keit.

Wo er­hal­te ich den Spen­der- Aus­weis?

Ärz­te und Apo­the­ken stel­len Aus­wei­se zur Ver­fü­gung. Sie kön­nen ihn auch kos­ten­los un­ter Tel.: 08 00/ 90 40 400 be­stel­len. Ih­ren Aus­weis soll­ten Sie stets bei sich tra­gen und An­ge­hö­ri­ge dar­über in­for­mie­ren. Wenn Sie Ih­re Ent­schei­dung än­dern, ein­fach ei­nen neu­en Aus­weis aus­fül­len und den al­ten ver­nich­ten.

Ist der Aus­weis wirk­lich wich­tig?

Ja. Liegt kein Pass vor, müs­sen im To­des­fall die An­ge­hö­ri­gen die­se schwe­re Ent­schei­dung tref­fen. Das Pro­blem: In der Hälf­te al­ler Fäl­le ent­schei­den die­se sich ge­gen ei­ne Or­gan­spen­de – und das, ob­wohl der Pa­ti­ent sich vi­el­leicht zu Leb­zei­ten da­für aus­ge­spro­chen hat­te.

Der Spen­derAus­weis ist in vie­len Arzt­pra­xen oder auch in Apo­the­ken er­hält­lich.

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