Carmen Han­ken: „Tam­me wä­re stolz auf mich“

Fünf Mo­na­te nach dem Tod des „Kno­chen­bre­chers“kämpft die Wit­we nun al­lei­ne für den Bau­ern­hof

Das Neue - - DIESE WOCHE IN - C. Je­nisch

Es sind har­te Zei­ten, die hin­ter Carmen Han­ken lie­gen. Im Ok­to­ber 2016 starb ihr Ehe­mann un­er­war­tet an Herz­in­suf­fi­zi­enz. Der be­lieb­te „TV-Kno­chen­bre­cher“hin­ter­ließ der 57-Jäh­ri­gen ne­ben der Trau­er auch ei­ne Men­ge Ar­beit. Im ex­klu­si­ven In­ter­view mit „das neue“ver­rät die Wit­we: „Mein Tam­me wä­re sehr stolz auf mich!“

Denn sie kämpft für sein Le­bens­werk, den Han­ken­hof,

wie ei­ne Lö­win. Im Ge­spräch er­zählt die ge­bür­ti­ge Rhein­län­de­rin au­ßer­dem, wie sie den Ver­lust ih­res Man­nes ver­ar­bei­tet. Wie geht es Ih­nen?

Mir geht es so weit gut. Ich bin grund­sätz­lich ein Mensch, der nach vor­ne schaut – so ho­le ich mir auch die Kraft für mei­ne Auf­ga­ben, die an­ste­hen. Ha­ben Sie nach dem Tod von Tam­me Han­ken mit fi­nan­zi­el­len Pro­ble­men zu kämp­fen?

Na­tür­lich müs­sen mei­ne Mit­ar­bei­ter und ich jetzt mehr um den Hof kämp­fen, aber wir sind flei­ßig und ar­bei­ten hart. Ich ha­be ja auch nicht mehr den fi­nan­zi­el­len Hin­ter­grund, den mein Mann hat­te. Trotz­dem steht das Un­ter­neh­men auf ge­sun­den Bei­nen. Da wir nicht mehr 50 Tie­re er­näh­ren kön­nen, ha­be ich die Zucht mitt­ler­wei­le ver­klei­nert. Stand Auf­ge­ben denn schon mal im Raum?

De­fi­ni­tiv nicht. Ich ha­be schon ei­ni­ge Si­tua­tio­nen in mei­nem

Le­ben meis­tern müs­sen, die mich auch ge­prägt ha­ben. Das The­ma „Auf­ge­ben“wä­re leicht ge­we­sen. Ich hät­te bis zu mei­nem Le­bens­en­de dann na­tür­lich gut le­ben kön­nen. Der Han­ken­hof ist je­doch mein Zu­hau­se. Au­ßer­dem wä­re das auch nicht im Sin­ne von Tam­me. Hal­ten Sie den Hof haupt­säch­lich Ih­rem Mann zu­lie­be?

Ich ha­be da­mals zu Tam­me ge­sagt, dass ich mir schon im­mer ei­nen Part­ner ge­wünscht ha­be, der mir ein „Nest“baut. Er woll­te mir da­nach im­mer al­les recht ma­chen und ein gu­ter Ehe­mann sein. So­mit hat es zwei Sei­ten: Ein­mal ma­che ich es für mei­nen Ehe­mann, um sein Le­bens­werk zu er­hal­ten, und zwei­tens füh­le ich mich hier auch wohl. Am 26. März hät­ten Sie Hoch­zeits­tag. Fürch­ten Sie sich ei­gent­lich vor die­sem Da­tum?

Ich ha­be zwar kei­ne Angst, ich wer­de aber dann mein in­ne­res Ich fra­gen, wie es den Tag ge­s­tal-

ten möch­te. Viel­leicht ge­he ich an die­sem Tag un­ter Men­schen oder ich blei­be zu Hau­se. Be­su­chen Sie re­gel­mä­ßig das Gr­ab?

Nein. Ich bin kein Mensch, der dort Halt fin­det. Ich füh­le mich Tam­me am Gr­ab nicht nah. Ich spü­re ihn nur am Hof. Glau­ben Sie dar­an, dass Sie sich ir­gend­wann doch wie­der ver­lie­ben kön­nen?

Es kann na­tür­lich sein, dass ich mich in ein paar Jah­ren ver­lie­be – man ist auch nur ein Mensch. Ich brau­che aber kei­nen Part­ner, um glück­lich zu sein. Tam­me Han­ken war mein Traum­mann. Es wird schwer, dass je­mand mein Herz noch mal so er­obern kann.

Tier­freund Tam­me Han­ken († 56) leb­te für sei­nen Hof und die sü­ßen Vier­bei­ner. Auf dem Pfer­de­hof hat Carmen Han­ken ei­ne Ge­denk­stät­te für ih­ren Mann er­rich­tet. Hier liegt auch ein Kon­do­lenz­buch aus.

Bei den Pfer­den kann die Blon­di­ne ih­re gro­ße Lie­be spü­ren.

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