Neue Hoff­nung für Brust­krebs-Pa­ti­en­tin­nen

Wis­sen­schaft­ler ent­wi­ckeln im­mer bes­se­re Be­hand­lun­gen. Dies sind ih­re Er­geb­nis­se

Das Neue - - ERGREIFEND -

Mamma­kar­zi­nom, so wird Brust­krebs auch ge­nannt, ist die häu­figs­te Krebs­er­kran­kung bei Frau­en. Mehr als 75 000 Mal im Jahr stel­len Ärz­te in Deutsch­land die Dia­gno­se. Be­ru­hi­gend: Recht­zei­tig er­kannt und be­han­delt, ist Brust­krebs in vie­len Fäl­len heil­bar. Doch et­wa zehn Pro­zent der Pa­ti­en­tin­nen ha­ben bei der Erst­dia­gno­se be­reits Me­ta­sta­sen. Die Krebs­zel­len konn­ten sich al­so schon an an­de­ren Stel­len im Kör­per

ver­tei­len. Ei­ne voll­stän­di­ge Hei­lung ist dann nicht mehr mög­lich. Dank neu­er The­ra­pi­en kann die Le­bens­zeit in­zwi­schen aber deut­lich ver­län­gert wer­den.

Das Fort­schrei­ten hin­aus­zö­gern

Be­kommt ei­ne Frau die Dia­gno­se, ent­wi­ckeln sich schnell Ge­füh­le wie Angst, Hilf­lo­sig­keit und Ver­zweif­lung. Wird me­ta­st­a­sier­ter Brust­krebs fest­ge­stellt, ist die Furcht vor der Krank­heit und ih­ren Fol­gen noch grö­ßer. Es gibt ver­schie­de­ne Ar­ten von Me­ta­sta­sen: lo­ka­le, re­gio­nä­re und Fern­me­ta­sta­sen. Lo­ka­le Me­ta­sta­sen tre­ten in un­mit­tel­ba­rer Nä­he des Tu­mors auf, re­gio­nä­re in den Lymph­kno­ten im Be­reich des Tu­mors. Von Fern­me­ta­sta­sen spre­chen Ärz­te, wenn sich in an­de­ren Kör­per­be­rei­chen Ab­sied­lun­gen des Tu­mors ge­bil­det ha­ben. Letz­te­re ent­ste­hen bei Brust­krebs meist in den Kno­chen, der Le­ber so­wie der Lun­ge. Die gu­te Nach­richt: Trotz Me­ta­sta­sen kön­nen Ärz­te heu­te das Fort­schrei­ten der Er­kran­kung hin­aus­zö­gern und die Le­bens­qua­li­tät der Pa­ti­en­tin­nen lange er­hal­ten.

Ziel­ge­rich­tet und in­di­vi­du­ell be­han­deln

Tu­mo­re, die auf die Brust oder an­gren­zen­des Ge­we­be be­grenzt sind, ver­su­chen Me­di­zi­ner in der Re­gel durch ei­ne Ope­ra­ti­on voll­stän­dig zu ent­fer­nen. Ha­ben sich über den Brust­be­reich hin­aus Me­ta­sta­sen im Kör­per ge­bil­det, ist ei­ne kom­plet­te Tu­mor-Ent­fer­nung oft nicht mehr mög­lich. Bei Fern­me­ta­sta­sen wird fast im­mer me­di­ka­men­tös be­han­delt. Ziel ist, das Tu­mor­wachs­tum ein­zu­däm­men. Be­stimm­te Brust­krebs­ar­ten las­sen sich auch mit so­ge­nann­ten ziel­ge­rich­te­ten The­ra­pi­en be­han­deln. Da­für ste­hen in­zwi- schen neue, hoch­wirk­sa­me Me­di­ka­men­te zur Ver­fü­gung. Wich­tig: „Bei Brust­krebs gleicht kein Krank­heits­fall dem an­de­ren. Je­de Be­hand­lung soll­te in­di­vi­du­ell ge­plant und durch­ge­führt wer­den“, sagt Prof. Dr. Na­dia Harbeck. Die Ex­per­tin rät Be­trof­fe­nen, sich an ein Brust-Zen­trum zu wen­den.

Mög­lichst ein Brust­Zen­trum auf­su­chen

Von die­sen durch die Deut­sche Krebs­ge­sell­schaft zer­ti­fi­zier­ten Ein­rich­tun­gen gibt es rund 250 in Deutsch­land. Ihr gro­ßer Vor­teil: Dia­gnos­tik, The­ra­pie und Nach­sor­ge wer­den in den Zen­tren auf ei­nem be­son­ders ho­hen Ni­veau zur Ver­fü­gung ge­stellt. Al­le für die Be­hand­lung re­le­van­ten Fach­ärz­te (z. B. Ope­ra­teu­re, On­ko­lo­gen und Strah­len­the­ra­peu­ten) ar­bei­ten eng zu­sam­men. „Ich emp­feh­le Pa­ti­en­tin­nen, nach Rück­spra­che mit ih­rem Haus- oder Frau­en­arzt ein zer­ti­fi­zier­tes Brust-Zen­trum auf­zu­su­chen. Dort sind Be­trof­fe­ne gut auf­ge­ho­ben, da sie dort da­von aus­ge­hen kön­nen, die neu­es­ten und wirk­sams­ten The­ra­pi­en zu be­kom­men“, so Prof. Dr. Harbeck. Ei­ne Brust­krebs­er­kran­kung hat nicht nur kör­per­li­che Fol­gen. Meist lei­den Pa­ti­en­tin­nen auch psy­chisch. Da­her ist die see­li­sche Be­treu­ung eben­falls von gro­ßer Be­deu­tung. In Brust-Zen­tren bie­ten des­halb Psy­choon­ko­lo­gen ih­re Hil­fe an. Sie un­ter­stüt­zen Be­trof­fe­ne (und auch An­ge­hö­ri­ge) bei der Krank­heits­be­wäl­ti­gung.

Durch die Er­näh­rung vor­beu­gen

Seit mehr als 4 000 Jah­ren wird das Ge­würz Kur­ku­ma in In­di­en als Heil­mit­tel ge­nutzt. Wis­sen­schaft­lern ge­lang es so­gar, sei­ne Wir­kung ge­gen Krebs nach­zu­wei­sen: Die pflanz­li­chen In­halts­stof­fe kön­nen die Me­ta­sta­sen-Bil­dung bei Brust­krebs hem­men. Tipp: Täg­lich ei­nen Tee­löf­fel Kur­ku­ma auf den Spei­se­plan set­zen. Zu­dem soll­ten wir laut Ex­per­ten so­oft wie mög­lich grü­nes Ge­mü­se ge­nie­ßen. Brok­ko­li, Brun­nen­kres­se, Ro­sen­kohl, Kohlrabi und Ru­co­la er­wei­sen sich als be­son­ders wir­kungs­vol­les An­tiK­rebs-Es­sen. Be­reits ei­ne Por­ti­on pro Wo­che senkt das Ri­si­ko laut Wis­sen­schaft­lern um 17 Pro­zent.

Mo­der­ne Wirk­stof­fe sind ver­füg­bar

Wis­sen­schaft­lern ge­lingt es im­mer bes­ser, Krebs­zel­len von ge­sun­den Kör­per­zel­len zu un­ter­schei­den. Des­halb ist die Ent­wick­lung spe­zi­el­ler Me­di­ka­men­te mög­lich: Sie rich­ten sich ge­zielt ge­gen Tu­mor­zel­len, schä­di­gen ge­sun­des Ge­we­be aber we­nig bis gar nicht. Sol­che mo­der­nen, ziel­ge­rich­te­ten The­ra­pi­en grei­fen laut Stu­di­en tief in den Zell­zy­klus ein und stop­pen das Tu­mor­wachs­tum. Ein neu­er Wirk­stoff mit die­sen Ei­gen­schaf­ten ist Pal­boci­clib. Er wur­de En­de 2016 in Deutsch­land zu­ge­las­sen. Zwei wei­te­re wer­den in Kür­ze fol­gen.

Ab 50 Jah­ren soll­ten Frau­en al­le zwei Jah­re zur Vor­sor­ge­Un­ter­su­chung (Mam­mo­gra­fie) ge­hen.

Kur­ku­ma, auch Saf­ran-Wur­zel ge­nannt, ent­hält be­stimm­te Stof­fe, die Krebs­zel­len be­schä­di­gen und sie so an­greif­ba­rer ma­chen.

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