Das rich­ti­ge Tes­ta­ment

Ein To­des­fall hat schon vie­le Fa­mi­li­en ent­zweit – dem kann man vor­beu­gen

Das Neue - - ERGREIFEND -

Wer et­was zu ver­er­ben hat, hin­ter­lässt oft zu­gleich ein Schlacht­feld – meist un­be­ab­sich­tigt. Kein Wun­der, nicht sel­ten geht es um viel Geld: Rund drei Bil­lio­nen Eu­ro wer­den im nächs­ten Jahr­zehnt ver­erbt. Um­so wich­ti­ger ist es, den Nach­lass recht­zei­tig zu re­geln:

Recht­zei­tig pla­nen

Schon ein Schlag­an­fall kann be­wir­ken, dass man nicht mehr tes­tier­fä­hig ist. Das soll­ten Sie nicht ris­kie­ren. Ist kein Tes­ta­ment da, greift au­to­ma­tisch die ge­setz­li­che Erb­fol­ge – und plötz­lich hat die Schwie­ger­mut­ter des kin­der­lo­sen Wit­wers auch An­spruch auf das ge­mein­sa­me Haus.

De­tails be­den­ken

Ehe­part­ner set­zen sich in ei­nem ge­mein­schaft­li­chen Tes­ta­ment häu­fig ge­gen­sei­tig als Er­ben ein, die Kin­der als Er­ben des län­ger Le­ben­den. Er­klä­ren sie da­rin nicht, dass der ver­wit­we­te Part­ner das so­ge­nann­te Ber­li­ner Tes­ta­ment al­lein än­dern darf, kann die­ser den Rest nicht zu Leb­zei­ten um­ver­tei­len. Lebt der ver­wit­we­te Part­ner 20 oder gar 30 Jah­re län­ger, ist der al­te Wil­le wo­mög­lich über­holt.

An­sprü­che be­ach­ten

Auch wenn Sie nur ei­nem Ih­rer Kin­der das Haus ver­er­ben wol­len, ha­ben die Ge­schwis­ter das Recht auf ei­nen Pflicht­teil. Wer­den sol­che De­tails nicht früh­zei­tig be­spro­chen, ist Streit pro­gram­miert. Der Er­be muss sei­nen Ge­schwis­tern de­ren An­teil aus­zah­len – das kann den fi­nan­zi­el­len Ru­in be­deu­ten.

Re­gel­mä­ßig ak­tua­li­sie­ren

Den­ken Sie dar­an, Ih­ren Wil­len bei Be­darf zu ak­tua­li­sie­ren. Ver­stirbt et­wa ei­ner der ge­plan­ten Er­ben noch vor Ih­nen, rü­cken even­tu­ell des­sen Ab­kömm­lin­ge nach. So könn­ten Men­schen, mit de­nen Sie ei­gent­lich nie sehr viel zu tun hat­ten, Tei­le Ih­res Nach­las­ses be­an­spru­chen – völ­lig le­gal und von Ih­nen zu Leb­zei­ten be­sie­gelt.

Hand­schrift­lich ver­fas­sen

Was am Rech­ner ver­fasst wur­de, ist be­son­ders gut les­bar, den­ken vie­le. Doch lei­der gilt für Tes­ta­men­te: Sind sie nicht hand­ge­schrie­ben, sind sie un­gül­tig. Hat Ih­res ein No­tar auf­ge­setzt, reicht aber ei­ne Un­ter­schrift. Wich­tig: nie das Da­tum ver­ges­sen!

Ei­ne un­be­dach­te For­mu­lie­rung kann den Er­ben gro­ße Pro­ble­me be­rei­ten.

Bei Un­stim­mig­kei­ten kommt es schnell zum Pro­zess.

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