La­ven­del Das vio­let­te Mul­ti­ta­lent

Ru­hi­ger Schlaf, star­ke Ner­ven, Ge­las­sen­heit – kaum ei­ne an­de­re Pflan­ze schenkt uns so viel Wohl­ge­fühl wie der duf­ten­de La­ven­del

Das Neue - - RÄTSELSPAß -

Vio­let­te Fel­der, so weit man se­hen kann. Wür­zi­ger Duft, der über die Land­schaft bis auf Ter­ras­sen der Bis­tros zieht. Was Pro­vence- Ur­lau­ber zum Schwär­men bringt, ist weit­aus mehr als nur ein wohl­rie­chen­des Sou­ve­nir für den Klei­der­schrank: La­ven­del ist ei­ne hoch­wirk­sa­me Me­di­zin­pflan­ze. Das konn­te An­fang des 20. Jahr­hun­derts auch der fran­zö­si­sche Che­mi­ker Re­né Gat­te­fos­sé nach­wei­sen: 1910 hat­te er sich bei ei­ner Ex­plo­si­on in sei­nem La­bor schwe­re Ver­bren­nun­gen zu­ge­zo­gen. Gat­te­fos­sé, der

aus ei­ner Fa­mi­lie von Par­fü­meu­ren stamm­te, hat­te von den La­ven­del­bau­ern der Pro­vence viel über die Heil­kraft äthe­ri­scher Öle ge­lernt. Das kam ihm jetzt zu­gu­te: Als es in sei­nen Brand­wun­den zu In­fek­tio­nen kam, strich er La­ven­del­öl dar­auf. Be­reits nach kur­zer Zeit be­ob­ach­te­te er, wie es den Wund­brand stopp­te. Fas­zi­niert führ­te er wei­te­re Stu­di­en durch – und wur­de da­mit zum „Ur­va­ter“der Aro­ma­the­ra­pie: der An­wen­dung von äthe­ri­schen Ölen zur Lin­de­rung von Krank­hei­ten und zur Stei­ge­rung des Wohl­be­fin­dens. Und für bei­des hat das Mul­ti­ta­lent La­ven­del ei­ni­ges zu bie­ten:

Wie der zar­te Duft uns in den Schlaf wiegt

So zei­gen Mes­sun­gen von Ge­hirn­strö­men, dass die Bäue­rin­nen der Pro­vence sich nicht um­sonst seit Jahr­hun­der­ten Duft­säck­chen un­ters Kopf­kis­sen leg­ten. La­ven­del-Aro­ma er­höht im Ge­hirn die Ak­ti­vi­tät der Al­pha­wel­len – was ty­pisch ist für ei­nen ent­spann­ten, ge­lös­ten Zu­stand. Für al­le, die oft wach lie­gen, ist La­ven­del da­her ein idea­les Schlaf­mit­tel. Das be­legt auch ei­ne Stu­die aus Tai­wan: Bei Per­so­nen, die über zwölf Wo­chen zwei­mal pro Wo­che mit La­ven­del in­ha­lier­ten, bes­ser­ten sich Dau­er und Qua­li­tät des Schla­fes. Für die An­wen­dung zu Hau­se ein Duft­säck­chen (s. rechts) un­ters Kopf­kis­sen le­gen oder ei­ni­ge Trop­fen La­ven­del­öl dar­auf ge­ben. Noch ge­ziel­ter hilft ein Prä­pa­rat (z. B. La­sea®, Apo­the­ke), das aus Arz­nei-La­ven­del ge­won­nen wird.

War­um un­ser Ge­hirn das La­ven­del­öl liebt

Die­ser spe­zi­el­le La­ven­del kann uns mit sei­nen In­halts­stof­fen Li­na­lool und Lina­ly­lace­tat nicht nur be­ru­hi­gen, son­dern nach­weis­lich auch Angst lö­sen. Denn er wirkt der Übe­r­er­re­gung von Ner­ven­zel­len ent­ge­gen, in­dem er die für die Reiz­wahr­neh­mung und -ver­ar­bei­tung zu­stän­di­gen Bo­ten­stof­fe wie­der in Ba­lan­ce bringt. Und das mit er­staun­li­chen Er­geb­nis­sen: Gleich drei kli­ni­sche Stu­di­en konn­ten be­le­gen, dass ein La­ven­del­öl-Prä­pa­rat bei Angst­stö­run­gen eben­so gut wirk­te wie ein angst­lö­sen­des Psy­cho­phar­ma­kon. Es tra­ten auch kei­ne der üb­li­chen Ne­ben­wir­kun­gen wie et­wa Mü­dig­keit auf.

Mi­grä­ne lin­dern und Wun­den hei­len

Kaum über­rascht dann noch, dass das vio­let­te Ge­sund­heits- und Duft-Wun­der auch Schmer­zen ef­fek­tiv lin­dern kann: Bei ei­ner Un­ter­su­chung deut­scher und ira­ni­scher For­scher soll­ten Mi­grä­ne-Pa­ti­en­ten bei den ers­ten An­zei­chen ei­ner Kopf­schmerz-Atta­cke 2 bis 3 Trop­fen La­ven­del­öl auf ih­rer Ober­lip­pe ver­rei­ben und den Duft 15 Mi­nu­ten in­ha­lie­ren. Das er­staun­li­che Er­geb­nis: Die Be­schwer­den wa­ren bei fast 80 Pro­zent der Test­per­so­nen deut­lich ab­ge­mil­dert. Das ät­he­ri­sche Öl ist al­so ein hoch­wirk­sa­mes Heil­mit­tel – und soll­te da­her auch ent­spre­chend be­han­delt wer­den. Da­her gilt: Im­mer spar­sam und nicht bei Klein­kin­dern oder Ba­bys an­wen­den, nie­mals in Kon­takt mit Au­gen oder Schleim­häu­ten kom­men las­sen. Ei­ne in­ner­li­che An­wen­dung soll­te au­ßer­dem grund­sätz­lich mit ei­nem Fach­arzt ab­ge­spro­chen wer­den.

Ät­he­ri­sches La­ven­del­öl wirkt be­ru­hi­gend und ent­span­nend – für see­li­sche Aus­ge­gli­chen­heit und Le­bens­freu­de

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