Ha­rald Krass­nit­zer:

„Ko­se­na­men fin­de ich blöd“

Das Neue - - DIESE WOCHE IN - Ha­rald Krass­nit­zer Klaus Mül­ler

Bei Dreh­ar­bei­ten hat er sie 1998 ken­nen­ge­lernt. Nun stand Ha­rald Krass­nit­zer (56) er­neut mit Ehe­frau Ann-Kath­rin Kra­mer (50) vor der Ka­me­ra. Doch von Tur­te­lei­en am Set kei­ne Spur. Er sagt: „Ko­se­na­men fin­den mei­ne Frau und ich blöd.“

Wie es statt­des­sen zwi­schen ih­nen lief und was ih­re Lie­be frisch hält, ver­riet uns der Schau­spie­ler im In­ter­view. Ist Ih­re Frau ei­gent­lich auch Ih­re liebs­te Kol­le­gin?

Ich ar­bei­te ger­ne mit ihr, aber nicht lie­ber als mit an­de­ren. Wie ge­hen Sie am Set mit­ein­an­der um?

Am Set be­neh­men wir uns nicht wie ein Lie­bes­paar, son- dern wie pro­fes­sio­nel­le Schau­spie­ler. Wir ha­ben auch gar kei­ne Ko­se­na­men, die fin­den wir bei­de blöd. Mit „Mäu­schen“und „Bär­chen“drückt man nur aus, dass man sei­nen Part­ner nicht für voll nimmt. Mei­ne Frau ist doch kein Ku­schel­tier. Ich ha­be Ach­tung und Re­spekt vor ihr. Des­halb wür­de ich ihr nie ei­nen Ko­se­na­men ver­pas­sen, sie mir auch nicht. Und was ist mit Kuss­sze­nen? Die ma­chen doch be­stimmt mehr Spaß als mit Kol­le­gen …

Ge­mein­sa­me Kuss­sze­nen mö­gen wir über­haupt nicht. Sie ner­ven uns fast ein biss­chen. Das müs­sen Sie bit­te er­klä­ren!

Kuss­sze­nen mit Kol­le­gen sind ein­fa­cher, weil sie nur ge­spielt sind. Aber wie soll ich mei­ne

Frau als Film­part­ne­rin küs­sen? Die­se Dis­kre­panz, wie man es hin­be­kommt, vor der Ka­me­ra Zärt­lich­kei­ten dar­zu­stel­len, die man sonst nur pri­vat aus­tauscht, fühlt sich ko­misch an. Man hat das Ge­fühl, al­le gu­cken zu und den­ken sich: ‚Aha, so läuft es bei den bei­den pri­vat.‘ Wor­auf kommt es Ih­rer Mei­nung nach an, da­mit es pri­vat gut läuft?

Wich­tig ist, dass man viel mit­ein­an­der spricht, auf die Be- dürf­nis­se des an­de­ren ein­geht. Bei uns gibt es kein Re­gle­ment. Man muss auf­merk­sam und wach sein. Auf­merk­sam­keit ist wie ein Ver­bin­dungs­stück, zu­dem sehr viel­fäl­tig – mal ist es die Hand auf dem Rü­cken oder dem Po, mal ein Kuss in den Na­cken, mal ein Glas Wein, mal ein blö­der Spruch oder so­gar ein Streit.

Seit 17 Jah­ren ist er mit Schau­spiel­kol­le­gin Ann-Kath­rin Kra­mer li­iert, seit 2009 ver­hei­ra­tet. Für Ha­rald Krass­nit­zer sind ge­gen­sei­ti­ger Re­spekt und Ach­tung vor­ein­an­der mit das Wich­tigs­te in ei­ner Be­zie­hung.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.