Heu­schnup­fen: So stop­pen Sie das Krib­beln

Bis­her konn­te nur die lang­wie­ri­ge Impf­be­hand­lung vor­beu­gen – jetzt helfen auch Ta­blet­ten

Das Neue - - MEDIZIN -

Bei je­dem fünf­ten Deut­schen fängt im Früh­ling die Lei­dens­zeit an: trä­nen­de Au­gen, trie­fen­de Nase und ju­cken­der Gau­men – Heu­schnup­fen ist längst zum Volks­lei­den ge­wor­den. An ei­nen un­be­schwer­ten All­tag ist nicht zu den­ken. Doch ei­ne neue Imp­fung ver­spricht Hei­lung.

Her­kömm­li­che Sprit­zen­the­ra­pie

Bis­her half Pa­ti­en­ten ei­ne Im­mun­the­ra­pie zur Heu­schnup­fen-Vor­beu­gung: Bei der so­ge­nann­ten Hy­po­sen­si­bi­li­sie­rung wird der krank ma­chen­de Stoff in im­mer hö­he­rer Kon­zen­tra­ti­on ge­impft. Da­durch lernt das Im­mun­sys­tem, nicht mehr mit Hus­ten, Schnup­fen, Bin­de­haut­ent­zün­dung oder Haut­aus­schlag auf die All­er­gie­aus­lö­ser zu re­agie­ren.

An­fangs be­kommt der Pa­ti­ent ein­mal wö­chent­lich ei­ne Sprit­ze, spä­ter nur noch al­le vier bis sechs Wo­chen. Bei ei­ner sol­chen Be­hand­lung dau­ert es min­des­tens ein Jahr, bis ers­te Er­fol­ge spür­bar sind. Die ge­sam­te The­ra­pie dau­ert zwi­schen zwei und drei Jah­ren. Die Er­folgs­quo­te ist dann je­doch sehr hoch: Et­wa 90 Pro­zent der Pa­ti­en­ten sind nach der Im­mun­the­ra­pie be­schwer­de­frei.

Ta­blet­ten er­set­zen die Imp­fung

Nun gibt es ei­ne neue The­ra­pie in Ta­blet­ten­form, die nach dem glei­chen Prin­zip funk­tio­niert. Die so­ge­nann­te Grä­ser­ta­blet­te er­spart un­an­ge­neh­mes Sprit­zen. Die Kos­ten wer­den eben­falls von der Kas­se über­nom- men. Die ers­te Ein­nah­me fin­det noch im Bei­sein des Arz­tes statt. Da­nach muss der All­er­gi­ker zu Hau­se für min­des­tens drei Jah­re je­den Tag ei­ne Ta­blet­te schlu­cken. Das er­for­dert ein ho­hes Maß an Ei­gen­ver­ant­wor­tung auf der Sei­te des Pa­ti­en­ten. Denn wird die Ein­nah­me ver­ges­sen oder die Be­hand­lung früh­zei­tig ab­ge­bro­chen, kann der Heu­schnup­fen mit stär­ke­ren Sym­pto­men aus­bre­chen. Die Er­folgs­quo­te liegt auch hier bei 90 Pro­zent.

Leich­te Sym­pto­me eben­falls be­han­deln

Ist der Heu­schnup­fen nicht ganz so be­las­tend, kön­nen auch so­ge­nann­te An­ti­hist­ami­ni­ka (meist in Form von Na­sen­sprays oder Au­gen­trop­fen) vom Arzt ver­schrie­ben wer­den. Die­se be­kämp­fen die Sym­pto­me wäh­rend der Pol­len­flug­sai­son.

Auch bei leich­ten Heu­schnup­fen­be­schwer­den ist ein Arzt­be­such un­be­dingt rat­sam. Denn un­be­han­delt kann sich als Spät­fol­ge Asth­ma ent­wi­ckeln.

Rund zwölf Mil­lio­nen Deut­sche re­agie­ren all­er­gisch auf Blü­ten­pol­len.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.