Till Dem­trø­der: Ge­burts­tags-In­ter­view zum 50.

Das Neue - - DISE WOCHE IN -

Es kommt im­mer al­les an­ders, als man denkt. Die­se Er­fah­rung hat auch Till Dem­trø­der ge­macht. Kar­rie­re, Ehe und am Schluss die Kin­der – so stell­te sich der Schau­spie­ler ur­sprüng­lich sein Le­ben vor. Zu sei­nem 50. Ge­burts­tag zieht der ge­bür­ti­ge Ham­bur­ger Bi­lanz und stellt über­ra­schend fest. „Bei mir lief’s ge­nau an­ders­rum!“

Sie ha­ben schon mit 23 Jah­ren ge­hei­ra­tet. Wa­ren Sie im­mer ein Be­für­wor­ter der Ehe?

Nein, gar nicht. Ich bin eher ein Mann der Idea­le. Ich ha­be sehr jung ge­hei­ra­tet. Da hat man erst ein­mal an­de­re Plä­ne. Ich woll­te Thea­ter-En­ga­ge­ments an­neh­men. Mit 25 kam dann schon un­se­re ers­te Toch­ter zur Welt. Heu­te bin ich heil­froh, dass al­les so ge­kom­men ist, wie es ist.

War die Dreh­zeit in der Fer­ne auch ei­ne neue Er­fah­rung für Ih­re Be­zie­hung?

Nicht wirk­lich. Ich ha­be im­mer schon mei­ne Film-Part­ne­rin­nen öf­ter ge­se­hen als mei­ne Ehe­frau (lacht). Ich fin­de aber, Tren­nun­gen auf Zeit be­le­ben ei­ne Part­ner­schaft und man freut sich dann wie­der auf­ein­an­der.

Be­sucht Ih­re Ju­lia Sie re­gel­mä­ßig bei der Ar­beit?

Nein. Ich bin in an­de­ren Städ­ten in ers­ter Li­nie zum Ar­bei­ten, ha­be nach Dreh­schluss noch ein bis zwei St­un­den Rol­len-Stu­di­um zu er­le­di­gen und auch al­le mei­ne an­de­ren Ar­bei­ten. Ich ma­che noch an­de­re Pro­jek­te und sol­che Ver­an­stal­tun­gen be­rei­ten sich nicht von selbst vor. Für mich geht nach der Ar­beit die Ar­beit erst los und so bin ich zum Nacht­men­schen ge­wor­den.

Gibt es Sie auch ent­spannt?

Ja, ob­wohl die Leu­te, die mit mir ver­rei­sen, schon manch­mal sa­gen: „Ach, das ist aber an­stren­gend mit dir! Lass uns doch mal an den Strand le­gen.“

Und Sie?

Ich pla­ne und ter­mi­nie­re ger­ne und ma­che kei­ne lee­ren We­ge. Ich sa­ge dann meis­tens: „Nein, aber wenn wir schon da sind, dann kön­nen wir auf dem Rück­weg dies noch ma­chen und dort noch vor­bei­schau­en.“

Wie hal­ten Sie sich fit?

Mein Kör­per ist mein Ar­beits­ma­te­ri­al und das muss ich in Form hal­ten. Des­halb ha­be ich im­mer Sport ge­trie­ben und le­be re­la­tiv ge­sund. Auch in Köln hat­te ich mei­ne Lauf­stre­cken schnell ge­fun­den und hat­te auch mein Pferd nach­ge­holt. Das muss für mich al­les stim­men. Man muss sich wohl­füh­len im ei­ge­nen Kör­per.

Wie den­ken Sie über Ih­ren run­den Ge­burts­tag?

Die Zeit dreht sich für mich ein­fach viel zu schnell. Ich muss noch mehr ler­nen, sie an­zu­hal­ten und die klei­nen Mo­men­te zu ge­nie­ßen. Ich bin doch ge­ra­de erst 40 ge­wor­den – zack, kommt schon die 50 (lacht). Wie füh­len Sie sich mit 50 und was neh­men Sie sich vor?

Ir­gend­wie an­ders als ich bin. Mein Herz und mei­ne Ener­gie füh­len sich an wie mit 30, vol­ler Ta­ten­drang und Auf­bruch­stim­mung. Aber so wird es al­len an­de­ren auch ge­hen, die die­se ma­gi­sche 50 über­schrei­ten. Wie se­hen Sie die­ses Al­ter?

Ich be­trach­te die­se Zahl als „Halb­zeit“, nicht als „Auf­bruch ins letz­te Drit­tel“. Im Fern­seh­ge­schäft bin ich seit mei­nem zwölf­ten Le­bens­jahr und durf­te vie­les spie­len. Oft­mals war ich da­mals aber zu jung für ge­wis­se Rol­len, dann ir­gend­wann zu alt für die an­de­ren Fi­gu­ren. Ich fin­de, jetzt ha­be ich das per­fek­te Al­ter für die bes­ten Rol­len für Män­ner im bes­ten Al­ter. Sie woh­nen in ei­nem Wohn­mo­bil, wenn Sie dre­hen?

Ich fin­de es wich­tig, dass man es et­was nett hat, wenn man von der Ar­beit kommt. Pri­vat­sphä­re ist mir wich­tig. Des­we­gen ha­be ich mein Rei­se­mo­bil, da ha­be ich im­mer mei­ne ei­ge­nen vier Wän­de um mich her­um. W. W

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