Wie ge­fähr­lich sind Schmerz­mit­tel?

Ei­ne Stu­die zeigt: Ei­ni­ge Mit­tel kön­nen bei häu­fi­ger Ein­nah­me u. a. das Herz an­grei­fen

Das Neue - - ME­DI­ZIN -

Re­gel­schmer­zen, Kopf­weh oder ­Rü­cken­be­schwer­den – Mil­lio­nen Deut­sche grei­fen re­gel­mä­ßig zu Schmerz­ta­blet­ten. Am be­lieb­tes­ten sind Prä­pa­ra­te mit Par­acet­amol, Ibu­pro­fen und Ace­tyl­sa­li­zyl­säu­re (ASS) – al­le­samt ­re­zept­frei in der Apo­the­ke er­hält­lich.

Frei ver­käuf­lich, aber al­les an­de­re als harm­los

Der Kar­dio­lo­ge Prof. Gun­nar Gis­la­son und sei­ne Kol­le­gen vom dä­ni­schen Uni­ver­si­täts­kran­ken­haus in Gen­tof­te war­nen jetzt ex­pli­zit vor ei­ner be­stimm­ten Me­di­ka­men­ten­fa­mi­lie: den nicht­ste­ro­ida­len An­ti­rheu­ma­ti­ka (NSAR), zu de­nen un­ter an­de­rem Ibu­pro­fen, ASS und das ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Di­clo­fe­nac ge­hö­ren. Was die­se Wirk­stof­fe aus­zeich­net: Sie be­kämp­fen nicht nur Schmer­zen, son­dern hem­men auch Ent­zün­dun­gen und kön­nen da­her auch bei

Rheu­ma ein­ge­setzt wer­den. Dass die Prä­pa­ra­te die Ma­gen­und Darm­schleim­haut schä­di­gen und zu Ge­schwü­ren und Blu­tun­gen füh­ren kön­nen, ist schon län­ger als Ne­ben­wir­kung be­kannt. Doch die dä­ni­schen For­scher konn­ten in ­ih­rer neu­en Stu­die jetzt noch et­was an­de­res zei­gen: NSARMe­di­ka­men­te grei­fen auch un­ser Herz an! So er­höht Ibu­pro­fen das ­Ri­si­ko ei­nes Herz­still­stands um 31 Pro­zent, Di­clofe­nac so­gar um 50 Pro­zent.

Müs­sen wir jetzt kom­plett auf Ibu­pro­fen und Co. ver­zich­ten?

Nein, Ex­per­ten ra­ten je­doch zu ei­nem ver­ant­wor­tungs­vol­len Um­gang mit den Prä­pa­ra­ten: Ibu­pro­fen soll­te aus­schließ­lich nach Rück­spra­che mit dem Arzt ein­ge­nom­men wer­den. Und: Die emp­foh­le­ne Höchst­do­sis von 1200 mg pro Tag darf nicht über­schrit­ten wer­den. Ei­ne War­nung soll­te die Stu­die vor al­lem für Län­der sein, in de­nen Schmerz­mit­tel nicht nur in Apo­the­ken, son­dern auch in Su­per­märk­ten – und so­mit völ­lig oh­ne Be­ra­tung – ver­kauft wer­den.

Ist Par­acet­amol denn ei­ne gu­te Al­ter­na­ti­ve?

Par­acet­amol greift zwar we­der den Ma­gen-Darm-Trakt noch das Herz an – da­für ­schä­digt der Wirk­stoff aber die Le­ber: In hö­he­rer Do­sie­rung (6–8 Ta­blet­ten à 500 mg) kann Par­acet­amol so­gar zu aku­tem Le­ber­ver­sa­gen und so­mit zum Tod füh­ren. Und in Kom­bi­na­ti­on mit Al­ko­hol kann es das Ent­gif­tungs­or­gan schon in ge­rin­ge­ren ­Do­sie­run­gen schä­di­gen. Da­her gilt: Pa­ra­cet­amol nie­mals als Ka­ter-Schmerz­stil­ler ver­wen­den und be­son­ders ei­ne Ta­ges­do­sis von 1000 mg nicht über­schrei­ten.

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Die emp­foh­le­ne Höchst­do­sis von Schmer­mit­teln soll­te nicht über­schrit­ten wer­den.

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