„Jetzt ko­che ich für mei­ne Ma­ma – ob­wohl ich es gar nicht kann!“

Das Neue - - RÜHREND -

Bei Mut­ti schmeckt’s am bes­ten! Doch was ist, wenn sie plötz­lich zu ei­nem Pfle­ge­fall wird? Han­nes Ja­e­ni­cke (57) hat sich mit der Si­tua­ti­on, dass sei­ne Mut­ter, ei­ne ehe­ma­li­ge Kla­vier­leh­re­rin, nun auf sei­ne Hil­fe an­ge­wie­sen ist, ar­ran­giert und ver­rät in „das neue“sei­ne Lö­sung: „Jetzt ko­che ich für mei­ne Ma­ma – ob­wohl ich es gar nicht kann!“

Was be­kommt Ma­ma Agathe (86) von Ih­nen auf den Tel­ler?

Ei­ne Kom­bi­na­ti­on aus ita­lie­nisch-grie­chi­schen Vor­spei­sen und Fer­tig­piz­za, ver­fei­nert mit fri­schem Ge­mü­se und Obst. Mei­ne Mut­ter hat sich ihr Le­ben lang näm­lich sehr un­ge­sund er­nährt. Das ha­be ich ge­än­dert.

Ist es für Sie selbst­ver­ständ­lich, dass Kin­der für ih­re El­tern im Al­ter da sind?

Al­les im Le­ben soll­te ein Kreis­lauf sein. El­tern päp­peln ei­nen als Ba­by groß, sie ge­ben ei­nem Mög­lich­kei­ten mit auf den Weg. Ir­gend­wann schließt sich der Kreis – und dann ist man für die El­tern da, so wie sie es für ei­nen vor­her wa­ren.

Sie neh­men ja Kla­vier­stun­den bei Ih­rer Mut­ter. Ha­ben Sie Fort­schrit­te ge­macht?

Ich be­herr­sche in­zwi­schen wie­der die ers­ten vier, fünf ein-

fa­chen Bach-Stü­cke, die man als An­fän­ger lernt. Ich übe na­tür­lich nur, wenn ich bei ihr bin. Sie ist streng mit mir und schimpft: „Run­ter vom Pe­dal! Du sollst die lin­ke Hand nicht lie­gen las­sen.“(lacht) Das ist groß­ar­tig!

Wie lan­ge sind Sie ma­xi­mal am Stück bei ihr?

In letz­ter Zeit ha­be ich viel ge­dreht. Da wa­ren es nur ein, zwei Ta­ge, ein bis zwei Näch­te oder ein ver­län­ger­tes Wo­che­n­en­de. An­sons­ten wech­seln sich mein Bru­der und mei­ne Schwes­ter ab. Die Schwä­ge­rin mei­ner Mut­ter kommt je­de Wo­che, es gibt ei­nen On­kel und ei­ne Cou­si­ne, die eben­falls re­gel­mä­ßig da sind.

Ha­ben Sie das The­ma Heim je­mals bei ihr an­ge­spro­chen?

Ja. Wir ha­ben es im ver­gan­ge­nen Jahr ein­mal vor­sich­tig ver­sucht. Sie woll­te je­doch nichts da­von hö­ren. Die­sen Wunsch muss man re­spek­tie­ren. Mei­ne El­tern ha­ben so viel für uns ge­tan – jetzt ist es Zeit, et­was zu­rück­zu­ge­ben.

Ha­ben Sie jetzt schon Angst, dass Ih­re Mut­ter bald stirbt?

Na­tür­lich. Trotz­dem ma­che ich mir über Pro­ble­me am liebs­ten erst dann Ge­dan­ken, wenn sie kon­kret auf­tau­chen.

Ihr Va­ter litt bis zu sei­nem Tod an De­menz. Ha­ben Sie die Sor­ge, selbst dar­an zu er­kran­ken?

De­menz und Alz­hei­mer kön­nen teil­wei­se auch ge­ne­tisch be­dingt sein. Ich den­ke aber, dass ich ver­rückt ge­nug ge­lebt und ge­nug ge­raucht ha­be, dass ich an et­was an­de­rem ster­ben wer­de.

Sie sind non­stop am Dre­hen, ha­ben ge­ra­de ein Buch ge­schrie­ben, pfle­gen Ih­re Mut­ter – ha­ben Sie kei­ne Angst da­vor, sich selbst zu über­for­dern?

Nein. Al­les, was ich trei­be, macht mir Spaß. Ich ha­be eher den Ver­dacht, dass mir der Chef da oben ir­gend­wann den Ste­cker zieht. Ich wun­de­re mich selbst, wie lan­ge man oh­ne Schlaf auf meh­re­ren Hoch­zei­ten rum­tan­zen kann, oh­ne um­zu­kip­pen.

Für Ma­ma Agathe nimmt Han­nes Ja­e­ni­cke sich Zeit. Sie bringt ihm Kla­vier­spie­len bei. „Ich bin kein Held. Ich darf in mei­nen Fil­men aber ge­le­gent­lich ei­nen spie­len“, lacht Han­nes Ja­e­ni­cke.

Sein ak­tu­el­les Buch „Wer der Her­de folgt, sieht nur Är­sche: War­um wir drin­gend Hel­den brau­chen“ist ab so­fort für 19,99 Eu­ro im Han­del er­hält­lich.

„das neue“- Mit­ar­bei­te­rin Chris­ti­ne Sta­ab sprach mit dem be­lieb­ten TV-Star.

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