„Mei­ne Fil­me schaue ich mir nie an!“

„Mei­ne Fil­me schaue ich mir nie an!“

Das Neue - - GLÜCKLICH - W. W.

Ei­gent­lich macht Gerd Ant­hoff (70) so­gar aus sei­nem Ge­burts­tag ein Staats­Ge­heim­nis. Wenn er wan­dern geht, dann nimmt der Mün­che­ner sei­ne Brot­zeit lie­ber selbst mit, da­mit er nicht Ge­fahr läuft, in ei­ner Berg­hüt­te er­kannt zu wer­den. Der TVS­tar möch­te ger­ne un­sicht­bar sein. In „das neue“zeigt er sich jetzt so of­fen wie nie zu­vor!

Sie ma­chen sich in der Öf­fent­lich­keit ger­ne rar. Schau­en Sie sich über­haupt die Fil­me an, in de­nen Sie selbst mit­spie­len?

Mei­ne Fil­me schaue ich mir nie an. Ich ha­be es ab­ge­lie­fert und das ge­nügt mir (lacht). Sie sind Schau­spie­ler, wol­len aber „un­sicht­bar“sein. Wie passt das zu­sam­men? Gar nicht.

War Ih­nen das im­mer be­wusst oder hat sich die­se Hal­tung ent­wi­ckelt?

Es war mir nicht be­wusst, aber es ist nun mal so. Der Wi­der­spruch ist ko­misch, das ist mir klar und vi­el­leicht für vie­le auch gar nicht er­klär­bar. Lan­ge ha­ben Sie so­gar Ih­ren Ge­burts­tag nicht ver­ra­ten ...

1946 ha­be ich ge­sagt, den Tag nicht, nein, nur, in der hei­ßen Som­mer­zeit (lacht). Ha­ben Sie den 12. Au­gust nicht ver­ra­ten, weil Sie sich nicht ger­ne fei­ern las­sen?

Schreck­lich! Wenn ich mir vor­stel­le, dass die Leu­te mich dann an­ru­fen, um mir zum Ge­burts­tag zu gra­tu­lie­ren. Das ist ein Alb­traum. Muss­ten Sie schon Op­fer für den Be­ruf brin­gen?

Ja. Es ist für mich ein Op­fer, dass ich über den Mün­che­ner Ma­ri­en­platz im­mer min­des­tens fünf­mal an­ge­spro­chen wer­de. Da emp­fin­de ich mich als Op­fer­lamm. Mö­gen Sie denn kei­ne Men­schen­mas­sen?

Nein. Ich fin­de sie schreck­lich!

Ist das aber nicht auch mal schön, wenn sich Leu­te für tol­le Fil­me be­dan­ken?

Ja. Aber es gibt Men­schen, die das Schul­ter­klop­fen an­fan­gen und mei­nen, sie müs­sen mich du­zen. Das ist un­an­ge­nehm. Sie ha­ben un­ter an­de­rem den „Adolf-Grim­me-Preis“ge­won­nen. Be­kom­men Ih­re Prei­se ei­nen Eh­ren­platz?

Nein. Hof­fent­lich ver­der­be ich es mir jetzt nicht auf end­gül­ti­ge Zeit mit al­len Prei­sen, denn ich weiß gar nicht, wo die Prei­se sind (lacht). Ha­ben Sie mit Kol­le­gen Freund­schaf­ten ge­schlos­sen?

Ich ge­he ger­ne mit ih­nen ein Bier trin­ken. Tie­fe­re Freund­schaf­ten ha­ben sich – zu­min­dest bei mir – nicht er­ge­ben. Spie­len Sie an­ders, wenn ver­trau­te Per­so­nen im Thea­ter­Zu­schau­er­raum sit­zen? Ja. Das stei­gert mei­ne Ner­vo­si­tät.

Vi­el­leicht soll­ten sich Ih­re Liebs­ten erst ab Rei­he 10 hin­set­zen, weil da das Licht von der Büh­ne nicht hin­kommt …

Das nicht. Mir wä­re es aber un­an­ge­nehm, wenn sie in der ers­ten Rei­he sä­ßen.

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