Har­ri­son Ford: Vom Zim­mer­mann zur Ki­no-Le­gen­de

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Er ist pünkt­lich und zu­ver­läs­sig wie ein Hand­wer­ker. Wort­karg, aber höf­lich. Und völ­lig frei von Al­lü­ren. „Für mich ist das Schau­spie­lern eben ge­nau­so ein Job wie das Schrei­nern. Ich ver­su­che, mei­ne Ar­beit or­dent­lich zu er­le­di­gen“, be­tont Har­ri­son Ford. Es ist die­ses herr­lich Nor­ma­le, dass die Men­schen so an ihm lie­ben und dass ihn zum Su­per­star mach­te – zur Le­gen­de. Jetzt wird er 75!

Wie sei­ne Kar­rie­re be­gann? Na­tür­lich mit Fleiß. Mit­te der 60er zieht Har­ri­son Ford zu­sam­men mit sei­ner Ju­gend­lie­be Ma­ry von Chi­ca­go nach Ka­li­for­ni­en. Er hat kei­nen Col­le­geAb­schluss, träumt aber von der Schau­spie­le­rei. Doch weil er sei­ne Fa­mi­lie mit Ne­ben­rol­len nicht er­näh­ren kann, jobbt der ge­lern­te Zim­mer­mann als Tisch­ler. Ei­nes Ta­ges wer­kelt er bei dem da­mals eben­falls noch un­be­kann­ten Re­gis­seur Ge­or­ge Lu­cas (73). Die­ser plant ei­nen Low-Bud­get-Film über sei­ne Kle­in­stadt­ju­gend, ist be­geis­tert vom Cha­ris­ma des Tisch­lers und heu­ert die­sen an: „Ame­ri­can Graf­fi­ti“wird zum Welter­folg, Lu­cas wird be­rühmt und Ford be­kannt. Vier Jah­re spä­ter dreht Lu­cas dann sei­nen „Star Wars“Film – wie­der mit Har­ri­son Ford. Und nur ein Jahr dar­auf schlüpft der frü­he­re Pfad­fin­der in die Rol­le des „In­dia­na Jo­nes“. Der Rest ist Ki­no­ge­schich­te.

Selbst­ver­ständ­lich hat Ford auch an­de­re gro­ße Fil­me ge­dreht, wie „Fran­tic“, „Aus Man­gel an Be­wei­sen“oder „Ver­trau­ter Feind“. Aber wer ein­mal Han So­lo oder In­dy war, bleibt es für im­mer: „Ach, da gibt es ◀ Glück im Un­glück! 2015 stürz­te er mit sei­nem Flug­zeug über ei­nem Golf­platz ab, er­litt Kno­chen­brü­che und Schnitt­wun­den. doch schlim­me­re Schick­sa­le“, zeigt sich Ford auch hier bo­den­stän­dig. Nur mit sei­nem Flug­zeug hebt er ab. Der Schau­spie­ler ist lei­den­schaft­li­cher Pi­lot und Glücks­kind in ei­nem. Be­reits zwei (!) Ab­stür­ze hat er fast un­ver­letzt über­lebt.

Dass sich je­mand wie er für die Um­welt ein­setzt, muss ei­gent­lich nicht er­wähnt wer­den. Har­ri­son Ford kämpft für das, was er liebt. Sei es für die Fa­mi­lie, sei­nen Job oder die Na­tur. 2002 wur­de so­gar ei­ne neue Amei­sen­art nach ihm be­nannt: „Pheido­le har­ri­son­for­di“. Nicht schlecht für ei­nen fast ganz ge­wöhn­li­chen Zim­mer­mann.

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