Har­dy Krü­ger: „Ich ha­be Ruhm und Geld – nur die Zeit rennt mir da­von!“

Nächs­tes Jahr wird der Schau­spie­ler schon 90 Jah­re alt

Das Neue - - DIESE WOCHE - W. W.

Er hat in sei­nem Le­ben ver­mut­lich schon al­les er­reicht, was man sich nur er­träu­men kann. Zu­frie­den ist Har­dy Krü­ger den­noch nicht. „Ich ha­be Ruhm und Geld – nur die Zeit rennt mir da­von!“, hält der TV-Star in

„das neue“fest. Nächs­tes Jahr wird er schon 90 Jah­re alt.

Wie bli­cken Sie auf das Le­ben? Schau­en Sie jetzt ge­nau, was Sie tun, um mög­lichst kei­ne Zeit zu ver­schwen­den?

Es ist wie bei ei­ner Sand­uhr: Am An­fang dau­ert es ewig, bis et­was ver­ron­nen ist, am Schluss geht es auf ein­mal ganz schnell, dass der Sand we­ni­ger wird. Aber ich neh­me das so hin, wie ich al­les an­de­re dank­bar und po­si­tiv auf­ge­nom­men ha­be.

Se­hen Sie sich selbst noch ger­ne auf der Lein­wand?

Mei­ne frü­he­ren Fil­me gu­cke ich nicht, son­dern ich bin mehr in­ter­es­siert an den Fil­men, die kom­men und nicht an de­nen, die schon da sind. Das Mor­gen ist für mich in­zwi­schen wich­ti­ger als das, was ich in mei­nem Le­ben schon ge­macht ha­be.

Sie könn­ten doch schon längst in Ren­te sein?

Ich will mich aber noch lan­ge nicht zur Ru­he set­zen.

Sie wer­den al­so wie­der mehr Fil­me dre­hen? Aber nicht je­des An­ge­bot an­neh­men, oder?

Nein, ich bin Welt­star ge­wor­den, weil ich schlech­te Fil­me nicht ge­macht ha­be.

Ist Ih­nen Fa­mi­lie wich­tig?

Ich ge­hö­re zu de­nen, die über Fa­mi­lie nicht viel aus­zu­sa­gen ha­ben, denn mir ist sie nicht ge­gönnt wor­den, als ich ein Kind war. Die­se Ver­bre­cher, Hit­ler und sei­ne Ban­de, ha­ben mir mei­ne Ju­gend ka­putt ge­macht.

Aber Sie hät­ten ja auch den Ansporn ha­ben kön­nen, Fa­mi­lie an­ders er­le­ben zu wol­len und selbst ei­ne zu grün­den?

Ich ha­be es zwei­mal ver­sucht, be­vor ich Ani­ta ken­nen­ge­lernt ha­be. Ich war si­cher­lich kein gu­ter Fa­mi­li­en­va­ter, denn ich hat­te gro­ße Freu­de da­ran, Kar­rie­re zu ma­chen. Das war ein enor­mer Kraft­akt und auch mit Ab­we­sen­heit von Fa­mi­lie und den Kin­dern ver­bun­den, so­dass ich zwar be­ruf­li­chen Er­folg hat­te, aber im Fa­mi­li­en­le­ben eben nicht.

Lie­gen Sie und Ih­re Frau Ani­ta (66) auf ei­ner Wel­len­län­ge?

Wenn wir ge­mein­sa­me Kin­der ge­habt hät­ten, dann hät­te ich das al­les, wor­über wir heu­te spre­chen, gar nicht ma­chen kön­nen. Und mei­ne Frau auch nicht. Ani­ta war näm­lich ur­sprüng­lich Fo­to­gra­fin und war des­halb auch in mei­nem „Wel­ten­bumm­ler“Team. Das war un­ser ge­mein­sa­mer Le­bens­weg. Ich bin kein gu­tes Bei­spiel für Fa­mi­lie.

Har­dy Krü­ger lebt ab­wech­selnd in Ame­ri­ka und in Ham­burg, meint aber: „Zu Hau­se ist, wo mei­ne Frau ih­re Blu­men­va­se hin­stellt und ich mei­ne Bü­cher!“ Mit Ani­ta ist der Schau­spie­ler schon seit 1978 glück­lich ver­hei­ra­tet. Die­se Lie­be blieb kin­der­los.

Mit sei­ner zwei­ten Ehe­frau Fran­ce­sca (r.) hat er die Kin­der Har­dy jr. (M., heu­te: 49) und Ma­lai­ka (l., heu­te: 50). Aus sei­ner ers­ten Ehe stammt Toch­ter Chris­tia­ne (71).

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