Os­car-Se­gen und Krebs-Fluch

Das Neue - - GEDENKEN -

Er ge­hör­te zu den stil­len Stars, be­wies, dass Ruhm nicht gleich­zei­tig Rum­mel be­deu­ten muss. Ge­nau­so lei­se wie er sich den Os­car er­spiel­te, ge­nau­so lei­se starb Ul­rich Mü­he am 22. Ju­li 2007 an Krebs – mit nur 54 Jah­ren.

1953 als Sohn ei­nes Kür­sch­ner­meis­ters in Grim­ma ge­bo­ren, konn­te Mü­he sei­nen säch­si­schen Ak­zent nie wirk­lich ab­le­gen. Den­noch ar­bei­te­te der ge­lern­te Bau­fach­ar­bei­ter en­er­gisch auf sei­ne Schau­spiel­kar­rie­re hin: Stu­di­um in Leip­zig, dann, ab 1983, Star des En­sem­bles am Deut­schen Thea­ter in Ost­ber­lin.

Nach dem Mau­er­fall er­ober­te er erst Deutsch­land und schließ­lich Hol­ly­wood, rech­ne­te wäh­rend­des­sen mit der DDR ab. So­gar sei­ne Ex­frau Jen­ny Gröll­mann be­zich­tig­te er als Spit­zel.

Vom Ta­lent war Mü­he ge­seg­net, aber macht­los ge­gen den Krebs-Fluch. Die­ser hol­te sich zu­nächst Jen­ny, spä­ter sei­ne zwei­te Frau Su­san­ne und zwi­schen­durch ihn selbst: Ul­rich Mü­hes größ­ter Er­folg ist gleich­zei­tig sein Ab­schied. Als sein Film „Das Le­ben der An­de­ren“den be­gehr­ten Os­car ge­wann, hat­te er den Kampf ge­gen die Krank­heit schon ver­lo­ren.

Be­schei­den und bo­den­stän­dig war Ul­rich Mü­he bis zum Schluss ge­blie­ben. Die Men­schen aus sei­ner Hei­mat­stadt Grim­ma be­zeich­nen ihn als „fei­nen Kerl“. Erst Lie­be, dann Hass: Sei­ne ers­te Frau Jen­ny Gröll­mann († 59, Mut­ter von Toch­ter An­na Ma­ria) klag­te er als Spit­zel an. Sie er­lag dem Krebs.

Sei­ne Kin­der tra­gen sein Künst­lerEr­be wei­ter: An­na Ma­ria Mü­he (31) und ihr Halb­bru­der Andre­as (37). 1997 hei­ra­te­te er sei­ne zwei­te Frau Su­san­ne Lothar († 51). Tra­gisch: Ge­nau fünf Jah­re nach ihm starb auch sie.

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